Unwetter
Ärger nach Hagel in Baden: Werkhof liess Grünabfall stehen

Ein Badener Einwohner ärgert sich, dass Grünabfall nach dem Hagelsturm von Ende Mai teils nicht mitgenommen wurde. Der Werkhof kontert die Kritik.

Martin Rupf
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Der Hagelsturm vom 30. Mai hat viel Laub von den Bäumen geschlagen.
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Grüner Teppich vor dem Badener Merker-Areal: So hat der Hagel gewütet.
Eindrücke rund um das Schwimmbad, am Tag nach dem Unwetter.
Eindrücke rund um das Schwimmbad, am Tag nach dem Unwetter.
Eindrücke rund um das Schwimmbad, am Tag nach dem Unwetter.
So schön war die Stimmung am Donnerstagmorgen.
So schön war die Stimmung am Donnerstagmorgen.
Immer noch ist der Boden mit Hagelkörnern bedeckt.
Eindrücke rund um das Schwimmbad, am Tag nach dem Unwetter.
Eindrücke rund um das Schwimmbad, am Tag nach dem Unwetter.
Eindrücke rund um das Schwimmbad, am Tag nach dem Unwetter.
Eindrücke rund um das Schwimmbad, am Tag nach dem Unwetter.
Dieser Schnecke kam die nasse Abkühlung wohl gerade recht. Sie nutzt die Gelegenheit für die Futterbesorgung.

Der Hagelsturm vom 30. Mai hat viel Laub von den Bäumen geschlagen.

Andreas Fahrländer

Was war das für ein Hagelsturm, der am Mittwoch vor einer Woche über Baden fegte. Während mehr als einer halben Stunde prasselten die Hagelkörner vom Himmel und verwandelten die Stadt für kurze Zeit in eine Winterlandschaft. Unter das Weiss der Hagelkörner mischte sich dabei saftiges Grün. Dieses rührte vom Laub her, das der Hagel von den Bäumen geschlagen hatte. Manch Gartenbesitzer dürfte die darauf folgenden Tage damit beschäftigt gewesen sein, dieses Laub einzusammeln und mit der Grünabfuhr zu entsorgen.

So auch Helmut Prokesch, der an der Mellingerstrasse in Baden wohnt. «Aus dem Hagelsturm resultierte ein total zerstörter Garten, was wiederum zu einer extremen Menge Grünabfuhr geführt hat», schreibt er in einer Mail an die Redaktion. Er habe am darauffolgenden Mittwoch – immer mittwochs kommt die Grünabfuhr vorbei – das gesammelte Grünzeug zur Entsorgungen bereitgestellt. «Doch die Grünabfuhr weigerte sich, aus Gründen, die ich nicht begreife, die zusätzliche Menge Grün mitzunehmen», enerviert sich Prokesch. «Ich kann dieses Vorgehen überhaupt nicht verstehen.» Der eigentlich Grünabfuhrkübel sei voll gewesen; daneben hätten zwei gefüllte schwarze Kübel mit dem vom Hagel zerschlagenen Gartenpflanzen gestanden. «Reicht es nicht, wenn wir Steuern bezahlen? Müssen wir jetzt als Bürger die Grünabfuhr bestechen?»

Werkhof kontert Kritik

Thomas Stirnemann, Leiter Werkhof Baden, hat zwar ein gewisses Verständnis für die vereinzelten Meldungen, hält aber fest: «Auch der Werkhof hatte zu tun mit der Reinigung der Strassen und Gehwege sowie der Instandstellung der Grünanlagen und dem Unterhalt der Bäche.» Die mit der Grünabfuhr beauftragte Firma hat die Anweisung, strikte nur mit Vignetten versehene Behälter mitzunehmen. «Wir bedienen in der Stadt Baden rund 3000 Liegenschaften respektive rund 10'000 Haushalte. Würde man hier Ausnahmen machen, gäbe es damit eine Ungleichbehandlung gegenüber denjenigen, die sich selbst organisieren.» Stirnemann empfiehlt, den Grünabfall auf mehrere Abfuhren zu verteilen oder mit Vignetten für Einzelleerungen bereitzustellen. «Ausnahmsweise haben wir den Hagelsturm-Betroffenen angeboten, den zusätzlichen Grünabfall bei uns im Werkhof in der Grünmulde gratis zu entsorgen.»

«Nach dem starken Hagelschlag sind die Erdbeerpflanzen komplett vernichtet. Die Erdbeersaison 2018 ist abgeschlossen.»
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Diese beiden ernüchternden Sätze aus dem automatischen Anrufbeantworter bekommt man zu hören, wenn man bei Frei’s Hoflädeli in Ehrendingen anruft.
So heftig wütete der Hagelsturm in Ehrendingen – die Erdbeersaison ist vorbei, auf der Apfel-, Kirsch- und Zwetschgenplantage hingegen konnten Netze schlimmeres verhindern
Die Erdbeeren sind nicht mehr zu retten.
Nach den Frostschäden im vergangenen Jahr ist dies ein weiterer Rückschlag nicht nur für Bauer Erich Frei, sondern für auch die anderen betroffenen Bauern der Region.
Der Hagelsturm vom Mittwochabend hat gravierende Spuren im Bezirk Baden hinterlassen.
Ein paar wenige pflücken noch die letzten Erdbeeren, bevor sie verfaulen. Dabei müssen sie teilweise knöcheltief durch den Schlamm waten.
Diese Erdbeeren müssen noch am selben Tag gegessen oder verarbeitet werden.
Denn durch die Hagelschäden faulen sie schneller.
Die Feuerwehr musste am Mittwochabend die Strasse neben dem Erdbeerfeld von Erich Frei zwischen Ehrendingen und Freienwil zeitweise sperren.
Von weitem deutet kaum etwas auf die Zerstörung hin auf dem Erdbeerfeld von Erich Frei.
Das Hagelnetz auf der Apfel-, Zwetschgen- und Kirschplantage von Erich Frei hat seine Pflicht erfüllt.
Auch wenn der Hagel das Netz an einigen Stellen bis auf den Boden drückte.
Das Netz hat den Hagel grösstenteils abgefangen.
Langsam schmelzen die Hagelkörner...
... und das Wasser tropft auf den Boden.
Wo Bauer Erich Frei kein Netz über die Bäume gespannt hat, hat der Hagel grosse Schäden angerichtet, wie hier bei diesen Bäumen.
Unter diesen Bäumen, geschützt durch das Hagelnetz, sieht es ganz anders aus.
Ein paar Hagelkörner gelangten durch das Netz...
... und beschädigten die Zwetschgen.
Auch diese Kirschen konnte das Netz nicht schützen.
Auch der Raps wurde in Mitleidenschaft gezogen
Den Mais hat es auch stark getroffen. In ein paar Tagen wird sich zeigen, ob er dennoch gedeiht oder ob die Ernte zerstört ist.
Dasselbe gilt für die Zuckerrüben
Auch sie könnten noch wachsen, trotz Schäden

«Nach dem starken Hagelschlag sind die Erdbeerpflanzen komplett vernichtet. Die Erdbeersaison 2018 ist abgeschlossen.»

Stefanie Garcia Lainez