Ärger über Weihnachtsbeleuchtung

Eigentlich sollten neue Sujets dieses Jahr montiert werden – Präsident des Gewerbevereins räumt Fehler ein.

Mona Martin
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Über die Weihnachtsbeleuchtung von Würenlos scheiden sich die Geister. Sie zeigt den Zwiebelturm der Kirche.

Über die Weihnachtsbeleuchtung von Würenlos scheiden sich die Geister. Sie zeigt den Zwiebelturm der Kirche.

Bild: Sandra Ardizzone

In Würenlos sorgt die Weihnachtsbeleuchtung für Kopfschütteln. «Wie ist das jetzt mit der neuen Weihnachtsbeleuchtung ab 2020?», fragt eine Frau in der Facebook-Gruppe «Du bisch vo Würenlos!». Vor kurzem sind wieder die alten Sujets an den Strassenlaternen montiert worden. Der Gewerbeverein hatte dagegen angekündigt, dieses Jahr die neuen Sujets zu montieren. Andere Mitglieder der Gruppe äussern sich daraufhin ebenso überrascht bis verärgert. «Die hässlichste Weihnachtsbeleuchtung, die es gibt»; schreibt eine Frau.

Die Weihnachtsbeleuchtung bewegt die Würenloser Gemüter schon seit ihrem erstmaligen Einsatz vor zwanzig Jahren. Da ist ein gelber Stern, der zu Fusse eines Würenloser Wahrzeichens liegt, nämlich dem Doppelzwiebelturm der Alten Kirche. Farbe und Form dieses Turms sind denn auch der Grund des Anstosses. Letzteres erinnere manche an viele andere Dinge statt an den altehrwürdigen Kirchturm. «Die Shoppenflasche ist dabei noch die harmloseste Assoziation», sagt Michael Spühler, der Präsident des Gewerbevereins Würenlos, lachend.

Immer wieder Kritik zur Weihnachtsbeleuchtung

Spühler muss es wissen, denn der Gewerbeverein ist Besitzer der Beleuchtung. Er rief 2018 wegen wiederholt kritischer Voten die Bevölkerung dazu auf, Vorschläge für eine neue Beleuchtung zu machen. Später liess er sie über die Varianten abstimmen. Ein Prototyp des Gewinnerdesigns sollte am diesjährigen Christkindlimärt präsentiert oder als Einzelstück zwischen die alten Zwiebeltürme zur Beurteilung aufgehängt werden.

Warum ist das nicht geschehen? Die Prioritäten hätten sich verschoben, so Spühler. «Es ist sicher verständlich, dass in der aktuellen Situation mit dem Coronavirus die Weihnachtsbeleuchtung nicht zuoberst auf der Liste gestanden hat», meint er. Die Spendengelder, die der Gewerbeverband für die Herstellung des Prototyps gesammelt hatte, würden aber selbstverständlich nur dafür verwendet. «Das garantiere ich. Da wird nichts vermischt.» Spühler zeigt sich überrascht, dass die Verschiebung solche Wellen wirft. «Mir war nicht bewusst, dass dem so grosse Beachtung geschenkt wird.» Den Vorwurf, dass der Gewerbeverein die Verzögerung nicht kommuniziert hat, nimmt er auf sich: «Das war mein Fehler. Ich war mir der Bedeutung vielleicht zu wenig bewusst.»

Für ihn sei es aber nicht entscheidend, ob die neue Beleuchtung nun dieses, nächstes oder übernächstes Jahr komme. Sowieso seien mit den Spenden­geldern gerade einmal die Produktionskosten des Prototypen gedeckt. Um alle alten Zwiebeltürme ins neue Design umzuwandeln, brauche es noch einiges an finanziellen Mitteln, ob von der Gemeinde oder von anderen Geldgebenden. Und es gebe ja auch diejenigen Würenloserinnen und Würenloser, welche die aktuelle Weihnachtsbeleuchtung schätzen. So könnten sich diese immerhin noch eine Weile daran erfreuen, ergänzt Spühler verschmitzt.

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