Baden
Ärger wegen Dreharbeiten: Papa Moll zwingt Anwohner zu Umwegen

Die Untere und Obere Halde war während dreier Tage nur schwer zu passieren - zum Ärger vieler Anwohner. Am Dienstag geht der Papa Moll-Dreh in Bad Zurzach in die nächste Runde.

Nicola Imfeld
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Hollywood-Feeling in Baden: Drei Tage lang ist in der unteren Altstadt für den neuen Papa Moll-Film gedreht worden. Nicola Imfeld

Hollywood-Feeling in Baden: Drei Tage lang ist in der unteren Altstadt für den neuen Papa Moll-Film gedreht worden. Nicola Imfeld

Kinder spähen mit grossen Augen in die Obere Halde, Mütter mit Kinderwagen stehen am Seitenrand und Velofahrer steigen ab ihren Zweirädern und warten ungeduldig auf die Weiterfahrt.

In den vergangenen drei Tagen sah man an der Kreuzung zwischen der Oberen und Unteren Halde viele neugierige und verärgerte Passanten, die aufgrund der Dreharbeiten des Papa Moll-Films einen Umweg machen mussten. Die Strasse wurde vom Filmteam von «Zodiac Pictures» hermetisch abgeriegelt. «Kein Durchkommen und keine Fotos» sagten junge Männer der Filmcrew zu Kindern und Passanten.

Die Anwohnerinnen und Anwohner wurden Ende Juli über die drei Drehtage mit einem Brief informiert, welcher der «az» vorliegt. «Zodiac Pictures» schrieb, dass beim Betreten und Verlassen der Häuser je nach Kamerablickwinkel Wartezeiten von zwei bis drei Minuten entstehen können. Ausserdem werde ein Teil der öffentlichen Parkplätze im Bereich «Im Graben» für Crewfahrzeuge reserviert sein.

Familie Moll - mit Hund Tschips Hinten Stefan Kurt (Papa Moll), und Isabella Schmid (Mama Moll), vorne Maxwell Mare (Fritz), Luna Paiano (Evi) und Yven Hess (Willy).
6 Bilder
Familie Moll mit Regisseur Manuel Flurin Hendry (hinten Mitte): Hinten: Stefan Kurt (Papa Moll), und Isabella Schmid (Mama Moll), vorne Maxwell Mare (Fritz), Luna Paiano (Evi) und Yven Hess (Willy).
Papa Moll mit seinen Kindern vor dem Haus, in dem die Familie (mit Mama Moll und Hund Tschips) wohnen.
Vorbereitungen für den Dreh vor dem Haus der Familie Moll in Strengelbach:Es musste mit grossem Gerät ein Lochgebuddelt werden.Pascal Mora
Familie Moll mit Regisseur Manuel Flurin Hendry (hinten Mitte): Hinten: Stefan Kurt (Papa Moll), und Isabella Schmid (Mama Moll), vorne Maxwell Mare (Fritz), Luna Paiano (Evi) und Yven Hess (Willy).
Im Vergleich: Das Original

Familie Moll - mit Hund Tschips Hinten Stefan Kurt (Papa Moll), und Isabella Schmid (Mama Moll), vorne Maxwell Mare (Fritz), Luna Paiano (Evi) und Yven Hess (Willy).

Zodiac Pictures / Pascal Mora

«Die Verkehrssituation in Baden ist ohnehin schon schlimm genug.»

«Die Situation war schon etwas ungewohnt», sagt eine Anwohnerin, die an der Oberen Halde wohnt. «Mit einem Kinderwagen war der Umweg mühsam, aber ansonsten war die Stimmung zwischen dem Filmteam und den Bewohnern gut.»

Ein anderer Anwohner erlebte das Wochenende anders: «Die Verkehrssituation in Baden ist ohnehin schon schlimm genug. Am Sonntag war die Strasse auch noch um 19 Uhr gesperrt. Der Umgangston der Filmcrew war nicht gerade positiv – zum Glück kehrt bald wieder der Alltag ein.»

Auch die umliegenden Geschäfte und Boutiquen wurden im Juli angeschrieben und gebeten, ihre Schaufenster nach den Wünschen des Drehteams zu dekorieren. So wurde der Halde Coiffeur beispielsweise zu einem Früchteladen umdekoriert.

Verputz löste sich von der Decke

Auch das Restaurant Rebstock musste Abstriche in Kauf nehmen und die Bar vor dem Geschäft abbauen. Inhaber Markus Widmer hat dies aber gerne getan, wie er betont: «Die Dreharbeiten haben Leben in die Obere Halde gebracht. Ein solcher Event findet ja auch nicht jedes Wochenende statt.» Für seine Umtriebe habe er einen kleinen Betrag erhalten.

Heute kehrt langsam wieder der Alltag ein. Am Morgen ist das Filmteam noch mit Abräumarbeiten beschäftigt. Derweil wird im Gottfried Keller in Bad Zurzach bereits weiter gedreht. Auch dort wirbelt der Dreh gehörig Staub auf: Ein Teil des Verputzes löste sich von der Decke. Bauverwalter Roland Kaufmann bestätigt den Vorfall, sagt aber: «Die Dreharbeiten sollten von diesem Zwischenfall nicht tangiert werden.»