«Nur für kurze Zeit» ist der Titel des neuen Programms von dem Mann, der abwechselnd zwischen den Tüten am Mikrofon steht und am Klavier sitzt. Sein Name, Armin Töpel, sein Alter 55, seine Heimat Heidelberg, sein angestammter Beruf Jurist und Radiomoderator, seine Berufung Kabarettist.

Seit 15 Jahren steht er auf der Bühne, wurde mehrfach mit Kleinkunstpreisen ausgezeichnet. In seinem jüngsten Streich macht er sich einmal mehr Gedanken über grosse Fragen des Lebens, setzt sich gleichsam philosophisch, wie hintersinnig mit dem «Sinn und Charme des Endlichen» auseinander.

Im ThiK hat er aus der Taufe gehoben was dabei herausgekommen ist: Ein packendes rhetorisches und musikalisches Feuerwerk von messerscharf beobachtetem Zeiterscheinungen und Zeitgenossen, gemessen unter anderem auch daran, wie es früher war.

Töpels geistige Waffe ist nicht der Säbel; er ficht mit dem Florett, touchiert allzu Menschliches mit sprühender Raffinesse, geschmeidiger Eleganz und – ebenfalls meisterlich – am Klavier mit vielfach inspiriertem Groove.

«Ich bemühe mich», so Töpel, «auf verschiedenen Ebenen, für mehrere Sinne zu unterhalten, mit Pointen im Sinne überraschender Wendungen, nie zu unterfordern, Stimmungen zu erzeugen, anzustossen, ja, die Welt ein bisschen besser zu machen.»

Intelligenz gepaart mit Schalk, Ironie mit Poesie, die Wucht von Tönen mit der von Worten: Töpel fordert sein Publikum ganz schön. Aber er beglückt es auch mit verblüffenden Schlussfolgerungen, mundartlichen (kurpfälzischen) Exkursen,bittersüssen (Selbst-)Erkenntnissen.

Sätze wie «Man will alles wissen, aber nichts wahrhaben»,

«Vertrauen ist der Anfang von allem. Wie wir heute wissen, auch vom Ende» oder «man weiss von einem Menschen oft alles, bis man ihn trifft» lassen den Zuhörer im selben Moment lachen und (innen drin) auch zumindest ein bisschen seufzen.

Zu Töpels feinsinnigen Gedankengängen gesellt sich äusserlich die Leichtigkeit augenzwinkernden Charmes. Und obendrein die Souveränität, nicht allein nur auf seine eigenen Texte zu bauen.

Auch als Vorleser von amüsanten, tiefgründigen oder spannenden Passagen fesselt Töpel das Publikum. Etwa mit etwa einer Kurzgeschichte von Martin Suter, aus René Goscinnys Kinderbuch «Der kleine Nick», Nikos Kazantzakis Roman «Alexis Sorbas» oder Bram Stokers «Dracula».