Spreitenbach

Asiaten und Schweizer mögen nicht denselben Kürbis

Wohin der Blick fällt, der ganze Platz auf dem Hof der Familie Lienberger ist voller Kürbisse. Graublaue oder orange, pilzartige oder verschrumpelte – die Auswahl ist mit über 200 verschiedenen Sorten enorm. Am Wochenende findet das Kürbisfest zum 14. Mal statt.

Wenn Reto und Barbara Lienberger zum Kürbisfest laden, lockt dies bis zu 2000 Besucher aus der ganzen Schweiz nach Spreitenbach. Zurzeit laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren, denn am Wochenende ist es wieder so weit. Interessant: Asiaten, Afrikaner und Schweizer mögen nicht denselben Kürbis.

Asiaten mögen den Yukigeshou

Die grosse Auswahl bedeute viel Aufwand, doch es lohne sich: «Jede Region bevorzugt einen bestimmten Kürbis», sagt Reto Lienberger. «Bei asiatischen Kunden beispielsweise weiss ich, dass sie gerne mit dem Delica- oder dem Yukigeshou-Kürbis kochen», erzählt er. Im Gegensatz zu den Schweizer Kunden würden Asiaten Kürbisse nie als Dekoration verwenden. «Kunden aus der Balkanregion empfehle ich den Delica-Kürbis mit seinem trockenen und süssen Fruchtfleisch.» Amerikaner hätten die Butternut- und die Halloween-Kürbisse am liebsten, während die afrikanischen Kunden den wässerigen Muscat-Kürbis vorziehen würden.

Die Familie Lienberger baut ihre Kürbisse auf einer Fläche von 2,5 Hektaren an. Die Anzahl der geernteten Kürbisse liegt im fünfstelligen Bereich. Eine genauere Schätzung sei unmöglich, sagt Lienberger. Der Verkauf der Kürbisse sei das Hauptgeschäft der Familie, die unter anderem auch Obst und Weinbau sowie eine Pferdepension betreibt. Es mache zwischen 20 und 25 Prozent aus.

Atlantic Giant ist der Schwerste

Fast alle ausgestellten Kürbisse seien essbare Speisekürbisse. Melonen, Gurken oder Zucchetti, die auch der Familie der Kürbisgewächse angehören, würden fehlen. Bei wenigen Sorten handelt es sich um Zierkürbisse. Aufgrund der enthaltenen Bitterstoffe sind diese ungeniessbar und giftig.

Der beliebteste Kürbis sei der Delica, sagt Lienberger. Diese Sorte werde nur in wenigen Läden angeboten, da er nicht so bekannt sei. «Kunden aus dem Kanton Bern reisen extra für diesen Kürbis an.»

Die grösste Kürbis-Sorte sei der Atlantic Giant, der bis zu einer Tonne schwer werden kann. Bei der Familie Lienberger wiegt in diesem Jahr der schwerste Kürbis fast 100 Kilogramm. «Der härteste Kürbis ist der Blue Hubbart – um ihn zu öffnen, knallen wir ihn auf den Boden», verrät Lienberger. So entstehe ein Riss, mit dem der Kürbis aufgespalten werden könne.

«Am besten schmeckt der Delica-Kürbis», sagt Barbara Lienberger. Sie verrät auch gleich ihr Rezept: «Den Kürbis bei 180 Grad im Ofen eine Stunde weich werden lassen, anschliessend das Fruchtfleisch mit Bouillon und Rahm in einem Topf aufkochen.»

Grosses Kürbisfest Sa/So ab 11 Uhr, Dorfstrasse 41, Spreitenbach

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