Auf den ersten Blick tat sich an diesem Sonntagnachmittag im Fussballstadion Esp nichts Aussergewöhnliches: auf dem Kunstrasen ein Fussballturnier, auf der Tribüne ein paar Zuschauer, die zurufen und dann und wann jubeln. Für die meisten der rund 60 Spieler war es aber ein besonderer Anlass, bei welchem sie für einen Moment ihr Flüchtlingsschicksal vergessen konnten.

Anja Trümpy und Svenja Schott sind beide KV-Lernende im dritten Lehrjahr. Sie haben im Rahmen ihrer Projektarbeit ein Fussballturnier für die Asylbewerber organisiert, die seit August im unterirdischen Notspital des Kantonsspitals Baden leben.

Trümpy und Schott machen an der BMS eine Projektarbeit zum Thema Flüchtlinge. «Ein Teil unserer Projektarbeit ist ein Event. Wichtig war uns, dass in jeder Mannschaft auch Schweizer Spieler dabei sind», sagt Trümpy. Das Interesse an einem solchen Fussballturnier war bei den Flüchtlingen sehr gross. «Wir haben in der Asylunterkunft ein Einschreibeblatt aufgehängt. Bereits nach wenigen Minuten haben sich sehr viele Männer angemeldet.» Die beiden jungen Frauen haben sich darauf bei der Stadt Baden nach einem Fussballplatz erkundigt und stiessen bei der zuständigen Stadträtin Regula Dell’Anno auf offene Ohren.

Mühe bekundeten die beiden BMS-Schülerinnen bei der Sponsorensuche: «Wir erhielten von etlichen Firmen eine Absage.» Trümpy und Schott gaben aber nicht auf und nutzten ihre privaten Kontakte.

Ihre Hartnäckigkeit und ihr Netzwerk zahlten sich aus, und so konnten sie dennoch ein paar Betriebe für ein Sponsoring gewinnen. Damit finanzierten Trümpy und Schott hauptsächlich die Sportbekleidung für die Asylbewerber. Den beiden BMS-Schülerinnen gelang damit etwas, was es im Amateurfussball leider nicht mehr oft gibt: ein friedlicher und von Fairplay geprägter Fussballnachmittag.