Es ist Samstag, kurz vor 11 Uhr. Im Gang vor dem Proberaum der Theatergemeinschaft Würenlos im Schulhaus Feld hört man Schritte. Kartonschachteln werden deponiert. Geschirr wird ausgepackt. Emsiges Treiben erfüllt danach auch den Proberaum, denn für den ersten Akt muss noch einiges bereitgestellt werden. «Kein langes Palaver mehr, sonst fehlt die Konzentration», mahnt Albert Freuler, Regisseur und freischaffender Schauspieler.

Er weiss, wovon er spricht, hat er doch bei verschiedensten Engagements am Theater oder beim Fernsehen entsprechende Erfahrungen sammeln können. Dann nehmen alle ihre Plätze ein. Die fünf Laienschauspieler zusammen mit dem Regisseur am runden Tisch, die Assistenz und die Souffleuse diskret auf der Seite. «Rufen wir uns in Erinnerung, in welchen Situationen wir wie reagieren sollen», sagt Freuler.

Und dann geht’s los. Allerdings erst einmal nicht auswendig, sondern den Text lesend. Auf diese Weise kann der Regisseur an der Aussprache, der Mimik und Gestik feilen. Das muss er auch immer wieder tun: «Die Stimmung bei deiner Figur wechselt dauernd», sagt Freuler zu Hugo (Bernhard Schwyn), «ändere das Tempo immer wieder, das gibt Dynamik.» Zu Margot (Tina Fischer) sagt er: «Du musst dich vehementer rechtfertigen.» Und zum Schluss ruft er allen Laienschauspielern nochmals in Erinnerung: «Nicht kurzatmig unterwegs sein, sonst versteht euch kein Mensch.» Gesagt, getan. Die Runde wird aufgehoben, die Schauspieler bringen sich in Position. All das, an dem zuvor am runden Tisch gefeilt wurde, wird nun als Schauspiel vorgetragen, zum ersten Mal in den Kostümen. 

Das Stück handelt von der Gründung einer Alters-WG. Schon beim Einrichten der Küche ergeben sich erste Konflikte. Haufenweise Geschirr – welches soll benutzt werden? Dieses Thema und andere Turbulenzen lösen sich auf lustige und auch mal nachdenkliche Art schlussendlich auf. Regisseur Albert Freuler beobachtet die Szenerie genau. Schweigend lässt er den ersten Akt durchspielen. Für Korrekturen und Anweisungen bleibt am Schluss Zeit.

«Es ist nicht einfach für Schauspieler, immer wieder aufs Neue so zu tun, als ob man nicht wüsste, was der Spielpartner gleich sagt. Doch nur so kann der Überraschungseffekt, den man dem Zuschauer vermitteln will, aufrechterhalten werden», sagt Freuler. Seine Truppe habe dies jedoch gut im Griff, betont er zufrieden. Bis zur Premiere am 4. März müsse nur noch wenig an den Szenen geschliffen werden. Für die Kulisse zeichnet Aktuar René Lehmann. Seit November ist er daran, sie eigenhändig zu bauen. Mitte Februar wird die Kulisse im «Gmeindschäller» aufgebaut. Wenn das soweit ist, können die Schauspieler dann endlich auf der Bühne proben. Die Theatergemeinschaft Würenlos schlägt mit der Groteske «s Gschirr vo früehner» einen neuen Weg ein, löst sich von ihrem früheren Ziel, Chroniken aufzuführen. «Anstelle einer grossen Übung haben wir uns für dieses Stück vom Autor Hans Suter entschieden», sagt Siegfried Zihlmann, Präsident der Theatergemeinschaft Würenlos. Das erlaube, es ausschliesslich mit Leuten aus den eigenen Reihen zu spielen. Das Ziel sei es, künftig regelmässig solche Aufführungen auf die Bühne zu bringen.

Theater «s Gschirr vo früehner»,

Freitag, 4. März, 20 Uhr

Samstag, 5. März, 20 Uhr

Sonntag, 6. März, 17 Uhr

Donnerstag, 10. März,

Samstag, 12. März

Sonntag, 13. März

Theaterbar: 19 Uhr, sonntags 16 Uhr

«Gmeindschäller» Würenlos