Öde, ohne Charme oder Charakter: Seit seiner Eröffnung 2007 steht der Theaterplatz in Baden in der Kritik. Nun fordert das Team Baden in einem Vorstoss, dass der Stadtrat prüfen soll, wie er den Platz attraktiver gestalten kann.


Vorstandsmitglied Till Schmid sagt: «Was fehlt, ist ein Begegnungsraum, wo man sich ungezwungen trifft und gerne verweilt.» Es habe, abgesehen von ein paar Bänkli, viel zu wenig Sitzgelegenheiten.

Der Grund: Der Platz soll multifunktional sein, also als Begegnungsort, gleichzeitig aber auch als Veranstaltungsplatz dienen. Das Team schlägt in seinem Postulat nun vor, den Platz mit mobilen Elementen wie Tische, Bänke, Stühle oder Liegegelegenheiten aufzuwerten.

Diese seien nicht nur günstig, sondern könnten bei Veranstaltungen auch leicht zur Seite geräumt werden. «An den Tischen könnte man beispielsweise jassen, mit dem Laptop arbeiten oder über Mittag essen.»

Mit Pflanzen in Töpfen oder dem Urban-Gardening-Projekt «Garten jEden» der Jugendarbeit Region Baden soll der Theaterplatz noch grüner und schattiger werden. «So kann der Platz sein Potenzial endlich ausschöpfen», sagt Schmid.

Die Idee dazu kam ihm, als er die Präsentation zweier Kantischüler besuchte, die sich in ihrer Maturaarbeit mit dem Theaterplatz auseinandersetzten. Die Kosten würden je nach Umsetzung zwischen 10 000 und 30 000 Franken betragen. «Das lokale Gewerbe könnte sich möglicherweise mit Stuhl-Patenschaften finanziell beteiligen.»

Die Kritik am Theaterplatz ist nicht neu. 3,3 Millionen Franken investierte die Stadt 2007, um den Platz über dem neu erstellten Parkhaus zu gestalten. Aus der Betonfläche, wo einst Autos parkierten, wurde ein beigefarbener Mergelsand-Platz aufgetragen, Bänke wurden aufgestellt und ein paar Lindenbäume gepflanzt.

Schon damals hiess es, der Platz biete keine Begegnungsmöglichkeit und wirke kalt. 2012 erhielt die Diskussion um den Theaterplatz neuen Auftrieb: Über 1200 Personen forderten in einer Facebook-Gruppe, dass eine eigens für das Stadtfest gebaute, zweistöckige Holzkonstruktion auf dem Platz stehen bleibt. So lade der Ort endlich zum Verweilen ein. Dafür hätte man aber zu viele Auflagen erfüllen müssen.

Auch Till Schmid gehörte der Gruppe an, ist aber heute froh, dass das Konstrukt doch abgebaut wurde. «Es wäre zu massiv gewesen und hätte die schöne Aussicht versperrt.» Dennoch ist er enttäuscht, dass die Stadt nicht auf diesen «Aufschrei der Bevölkerung» reagiert habe.

Auch das Ende 2012 eingereichte Postulat von Andrea Arezina (SP) blieb ergebnislos, in dem sie die fehlenden Grünzonen und den Belag kritisierte.

Jarl Olesen, Leiter Abteilung Planung und Bau, kennt die Kritik am Theaterplatz. Er weist aber darauf hin, dass es auch positive Rückmeldungen gebe. «Über Mittag ist der Platz gut besucht, das Schachspiel wird regelmässig benutzt und immer wieder spielen Gruppen Boccia auf dem Sand.»

Dennoch stösst die Idee des Teams bei ihm auf offene Ohren, vor allem, da die vorgeschlagenen Sitzgelegenheiten mobil und kostengünstig sind. Auch in seiner Abteilung seien solche Ideen vorhanden, sagt Olesen und erwähnt wie die Postulanten die Stühle auf dem Zürcher Sechseläutenplatz. «Doch bis jetzt hatte dies bei uns keine Priorität.»