BNO-Revision Neuenhof

Auf dem Weg zum Stadtquartier

Das Gebiet Härdli (blau) soll in eine Wohn- und Gewerbezone umgezont werden.

Das Gebiet Härdli (blau) soll in eine Wohn- und Gewerbezone umgezont werden.

Die Anspannung war Gemeindeammann Susanne Voser förmlich ins Gesicht geschrieben. Nach rund sechs Jahren Planung drohte am Montagabend die Gesamtrevision der Ortsplanung wieder auf Feld eins zurückgeschickt zu werden. Gut, dass eine Mehrheit der anwesenden Stimmbürger dem Ansinnen der IG «Wohnliches Neuenhof» kein Gehör schenkte und deren Rückweisungsantrag ablehnte. Denn man kann es drehen und wenden, wie man will. Das Dorf Neuenhof, wie es die IG erhalten will beziehungsweise in Erinnerung hat, wird es in ein paar Jahrzehnten nicht mehr geben. Zu gross ist der Siedlungsdruck im Ballungsgebiet Limmattal. Mit anderen Worten: Neuenhof wird wachsen und sein Gesicht verändern. Oder um es noch etwas deutlicher zu sagen: Der Tag wird kommen, an dem Neuenhof wie Dättwil, der Kappelerhof oder Meierhof ein Stadtquartier Badens sein wird.

Umso wichtiger ist es, dass diese Veränderung qualitätsvoll geschieht. Will heissen, dass trotz dichterer Bauweise die Lebensqualität erhalten und insbesondere die Naherholungsgebiete geschützt werden. Dieser Punkt führt unweigerlich zum Gebiet Härdli an der Limmat. Für viele stellt dieses Gebiet mit Schrebergärten und Tennisplätzen genau ein solches Naherholungsgebiet dar. Die Gemeinde hingegen will in diesem zentral und somit günstig gelegenen Gebiet künftig Wohnungen und Gewerbe ermöglichen. Ein richtiger Entscheid, zumal ein Gestaltungsplan und ein Wettbewerb für Qualität sorgen sollen. Wenn dann bei dieser Gelegenheit auch noch die Limmatpromenade mit Fluss-Beizli und -bad aufgewertet wird, dann dient das «Härdli» sicher mehr der Erholung, als dies heute der Fall ist.

Einige Punkte wie die – bereits reduzierten – Hochhausstandorte, die Grenzabstände oder die Einzonung «Bifang» muss der Gemeinderat nochmals überarbeiten und der Gemeindeversammlung abermals vorlegen. Eine schwierige Aufgabe: Kommt der Gemeinderat nochmals mit den genau gleichen Anträgen, droht er erneut Schiffbruch zu erleiden. Geht er zu viele Kompromisse ein, kann er nicht in dem Masse verdichten, wie er ursprünglich wollte. Die Aufgabe des Gemeinderats besteht nun darin, skeptischen und kritischen Neuenhofern aufzuzeigen, dass es sich auch mit drei weiteren Hochhäusern und einheitlichen Grenzabständen sehr gut leben lässt in Neuenhof.

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