Starker Wind bläst den Besuchern entgegen, als sie die steilen Treppen hoch zur Ruine Stein erklimmen. Auf jeder Stufe flackert ein Teelicht und weist den Weg durch die Dunkelheit hinauf ins geschichtsträchtige Gemäuer.

Weihnachtliche Atmosphäre

Die Kirchenglocken schlagen 18 Uhr, als die Scheinwerfer ausgehen und die Ruine nur noch von einem Meer aus kleinen Lichtern erhellt wird. Vom Hauptplatz her sind Klänge einer Trompete zu vernehmen – gespielt von Steffen Röhrig-Friedli. Viele Familien sind gekommen, um an diesem Abend die festliche Stimmung bei einem Becher Glühwein oder Punsch zu geniessen. Für den kleinen Hunger steht zudem eine Gemüsesuppe bereit. Während einige der Gäste den Abend bei Kerzenlicht gemütlich ausklingen lassen, lauschen derweil Jung und Alt der Erzählerin „Doras Tochter“ in der kleinen Kapelle am Fusse der Ruine. Dabei hört man die Weihnachtsgeschichte für einmal aus der Perspektive des Esels oder erfährt etwas über das „Wunder von Frau Holle“. Umschlossen wird das Programm mit musikalischen Einlagen des Saxophonisten Urs Rimann – und dies alles ehrenamtlich.

Kerzen für einen guten Zweck

Der Brauch hat bereits eine lange Tradition in der Bäderstadt. Vor fast vierzig Jahren von der Fasnachts-Clique Harlekin initiiert, wird er heute von einer Gruppe Freiwilliger weitergeführt. Jedes Jahr stellen sie rund 1500 Kerzen auf, die zusammen mit den Gästen entfacht werden. Die Stadt Baden kommt ihrerseits für die Finanzierung der Material- und Verpflegungskosten auf. Auch in diesem Jahr gab es zudem ein Spendenaufruf. Das gesammelte Geld kommt dem Verein „treff.punkt“ Wettingen zugute, welcher sich ehrenamtlich für Flüchtlinge und Asylsuchende in der Umgebung einsetzt und regelmässig Deutschkurse organisiert. Zudem führen sie jeden Montag ein Begegnungscafé in der Villa Fluck, das für alle Interessierten offen steht.