Gut 25 Personen liessen sich von dem Badener Whisky-Importeur Peter Siegenthaler und der Stadtführerin Silvia Hochstrasser mit auf eine Open-Air-Whisky-Degustation auf die Ruine Stein mitnehmen. Die Spezialführung ist von nun an bei Silvia Hochstrasser buchbar.

Bei den Rebstöcken fand der erste Halt statt. «Als die Habsburger regierten, versprachen sie den Weinbauern, den Zins nicht zu erhöhen, wenn sie für guten Wein sorgten», erzählt Silvia Hochstrasser. Am 1. Mai 1308 wurde der Herrscher Albrecht von Habsburg ermordet – von seinem Neffen. Am Todesort liess daraufhin Königin Elisabeth das Kloster Königsfelden errichten.

Mörderische Gegend

Kloster war das Stichwort für Peter Siegenthaler: «Irische und schottische Mönche frönten schon früh der Kunst des Destillierens. Und weil Reben in jener Region nicht gedeihen wollten, sagte man sich wohl, wenn schon kein Wein, dann wenigstens Whisky.» Und so durften sich die Gäste an einem 13-jährigen Irish-Single-Malt, Einzelfassabfüllung einer geheim gehaltenen Destillerie, gütlich tun und damit die schaurige Geschichte von König Albrecht «hinunterspülen».

Bei der Ruine Stein wurden Kriminalfälle mit einem Schluck Whisky gelöst.

  

Bedeutend jünger ist die Tragödie um den Badener Christian Badertscher, der erschlagen auf einer Bank auf der Ruine Stein aufgefunden wurde: Täter unbekannt. Zur blutgetränkten Story wurde ein im Sherryfass gereifter 15-jähriger Whisky gereicht. Durch diesen Glenfarclas sei seine Leidenschaft für Whisky 1981 geboren worden, resümiert Siegenthaler.

Gestärkt ging es weiter zum nächsten Schauplatz, wo der nächste ungeklärte Mord schon wartete. «Die Gegend ist gefährlich, geradezu mörderisch», hörte man aus der Runde. Zur Beruhigung gab es dann ein Schlückchen vom besten amerikanischen Bourbon, der in einem Eichenholzfass gereift war.

«Das amerikanische Arbeitsbeschaffungsgesetz bestimmte, dass der Bourbon nur einmal in ein- und demselben Fass gelagert werden durfte», sagt Siegenthaler. Damit sorgte man für Mehraufträge für die Küfer. Die knausrigen Schotten machten sich das zunutze, kauften die einmal gebrauchten Fässer und liessen ihren Whisky darin reifen.

Die Teilnehmer erfuhren weitere spannende Geschichten, liessen sich dazu im Pulverkeller den rauchigen Longrow Peated und bei der Kapelle den Glen Moray Sauternes, von dem es weltweit nur 252 Flaschen gibt, munden. Ein Besucher resümiert: «Es war eine interessante Verbindung zwischen Whiskyinformationen und Stadtgeschichte.»