Es war eine sinnbildliche Szene für den FC Baden in der Rückrunde: Beim Stand von 1:1 entschied der Schiedsrichter am vergangenen Samstag im Stadion Esp auf Elfmeter – doch der sonst so treffsichere Nikola Marjanovic (8 Saisontore) scheiterte am Locarno-Torhüter. Wenige Minuten später schossen die Gäste aus dem Tessin den Siegtreffer zum überraschenden 1:2. Baden ist zwar nach wie vor Tabellenführer der 1. Liga Gruppe C und damit auf Kurs für die Aufstiegsspiele, doch kann das Team nicht mehr an die Leistungen und Resultate der überragenden Vorrunde anknüpfen.

Drei Siege, zwei Niederlagen und ein Unentschieden seit der Winterpause, «das haben wir uns anders vorgestellt», sagt Captain Luca Ladner. «Unsere Gegner haben sich mittlerweile besser auf uns eingestellt», sagt er. Der ehemalige FCZ-Spieler ist nun als Captain gefordert. Die Stimmung sei nach wie vor gut, wie er betont. «Es wird hochprofessionell gearbeitet. Aber natürlich war in der Vorrunde vieles einfacher, als alles für uns lief», sagt Ladner. Nervosität komme deswegen aber nicht auf. Zu gross ist der Vorsprung auf den Drittplatzierten United Zürich. Nun gehe es darum, das Glück wieder zu erzwingen und weiter hart an sich zu arbeiten. Denn noch stehe man nicht in den Aufstiegsspielen in die Promotion Legaue, sagt Ladner.

Trainieren Spieler zu hart?

Trainer Thomas Jent sagt: «Resultatmässig können wir nicht zufrieden sein mit der bisherigen Rückrunde. Aber wir kennen die Ursachen und geraten deswegen nicht in Panik.» Nicht immer seien seine Spieler topfit ins Spiel gegangen, nennt Jent einen der Hauptgründe. «Aber nicht etwa, weil sie zu wenig trainierten, ganz im Gegenteil. Die Jungs wollen den Aufstieg so sehr, dass einige von ihnen mehrmals pro Woche freiwillig in den Kraftraum gehen oder sonstige Extraschichten schieben. Alle haben die Aufstiegsspiele vor Augen, wollen dann topfit sein. Darum fehlt derzeit zum Teil die Intensität.» Vom Einsatz her könne er seiner Mannschaft also «null Vorwürfe machen», sagt Jent.

Vielmehr sei es nun seine Aufgabe als Trainer, die Spieler auch mal zu bremsen und darauf aufmerksam zu machen, dass Qualifikation für die Aufstiegsspiele noch nicht definitiv erreicht wurde. Hinzu komme in der Rückrunde Verletzungspech. So kuriert Toptorschütze Goran Antic (9 Treffer) derzeit einen Muskelbündelriss im Oberschenkel aus, in drei Wochen soll er sein Comeback geben. «Gorans Ausfall spüren wir sehr, nicht nur wegen seiner Torgefährlichkeit. Er zieht oft mehrere Gegenspieler auf sich und schafft so Räume. Ausserdem kann er den Ball sehr gut halten», so Jent.

In den restlichen sechs Spielen gelte es nun neben der definitiven Qualifikation für die Aufstiegsspiele, das Selbstvertrauen der Vorrunde zurückzugewinnen. «Wir müssen wieder einfach spielen, dürfen nicht mit dem Kopf durch die Wand. Dann wird der Ball wieder für uns rollen, davon bin ich überzeugt.»