Wettingen
Auf der Suche nach vielen guten Ideen für die Landstrasse

Nun ist die Meinung der Wettingerinnen und Wettinger gefragt, denn: «Wir wollen die Landstrasse als Einkaufsmeile, Wohn- und Arbeitsort stärken», sagt Gemeindeammann Markus Dieth.

Dieter Minder
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Dies soll aber nicht, wie sonst bei Planungen meist üblich, von oben nach unten geschehen. «Die Wettingerinnen und Wettinger sollen sich zur Zukunft der Landstrasse, dem Rückgrat unserer Gemeinde äussern.» Deshalb hat die Gemeinde zur ganztätigen Mitwirkungsveranstaltung «Zukunft Landstrasse» eingeladen. Wer sich dafür interessierte, konnte sich anmelden.
Realisierbare Ziele formulieren

«Die Landstrasse braucht eine Revitalisierungsspritze», sagt Urs Heimgartner, Chef Bau und Planung der Gemeinde. Es sei üblich, dass die Bau- und Nutzungsordnungen alle 10 bis 15 Jahre revidiert würden. In Wettingen steht wieder eine solche Phase bevor. «Dafür sollen realisierbare Ziele formuliert werden.» Bis 2013 sollte ein Masterplan vorliegen, der zeigt, wo an der Landstrasse künftig gewohnt, gearbeitet und eingekauft werden soll. Ein nicht zu vernachlässigender Aspekt ist der Verkehr. Die Landstrasse ist einerseits das Rückgrat und Zentrum der Gemeinde und anderseits eine der wichtigen Verkehrsachsen des Kantons. Zwischen 12 000 und 16 000 Autos, Busse und Lastwagen rollten täglich durch die Landstrasse. Welchen Stellenwert sie in der Gemeinde hat, zeigen die Kennzahlen.
Zentrumsplatz rückt ins Zentrum
2011 hatte die Gemeinde vier interdisziplinären Planerteams in einer Testplanung Überlegungen zur Landstrasse machen lassen. «Die Ergebnisse zeigen, dass eine bauliche und verkehrliche Entwicklung immer im Kontext mit der Gemeindeentwicklung stehen muss», sagt Gemeindeammann Dieth. Heimgartner ist überzeugt: «Architekten und Raumplaner können die Aufgaben nicht allein bewältigen.» Die Landstrasse hat in Wettingen eine hohe soziale Bedeutung.

Dort begegnen sich die Leute, allerdings ist das etwas, was nicht planerische verordnet werden kann. Dies zeigt der Zentrumsplatz, der sich erst nach und nach zu einem Begegnungsplatz entwickelt. Mit der anstehenden 2. Etappe, wird er noch mehr Gewicht erhalten. Die Landstrasse soll auch noch belebt sein, wenn die Läden am Abend oder an Feiertagen geschlossen sind. Es gibt somit die verschiedensten Wünsche und Ansprüche. «Wir werden die Meinungen unvoreingenommen entgegennehmen», sagt Dieth. Er erwartet viele Impulse, die dann in die weitere Planung einfliessen sollen.
Heimgartner bezeichnet auch die Länge der Landstrasse als eine Herausforderung. Wer die über 3 km, zwischen dem Autobahnanschluss Wettingen Ost und der Gemeindegrenzen nach Baden abfährt, findet sich in unterschiedlichen Räumen. Kiesgruben, Landwirtschaftsland, Alleen, grosszügige Geschäfts- und Wohnhäuser, aber auch solche mit kleinen Läden und kleine Wohnhäuser säumen Strasse. Die unterschiedlichen Charaktere gehören zum Ortsbild. So unterschiedlich die Bauten sind, so unterschiedlich sind die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Ansprüche an die Landstrasse.

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