«Das ist ein komisches Fest», bemerkte jemand und blickte skeptisch umher. Tatsächlich ist es aussergewöhnlich und auch ein bisschen lustig, auf einer Baustelle Minigolf zu spielen: Ein Parcours mit Kanalrohren und Pflastersteinen ist zweifellos eine holprige Angelegenheit, aber schlicht eine tolle Idee.

Nur ein paar Meter weiter spielten Kinder mit Baggern im Sand, andere suchten Silberstücke. Dazwischen riefen fleissige Köche zum Essen. Sie servierten Spezialitäten aus der Weiten Gasse: feine Gipfeli vom Beck Arnet, würzige Würste vom Metzger Müller und eine schmackhafte Spätzlipfanne vom Chäsegge. Für den musikalischen Rahmen sorgten eine Clique, Liv Summer und die älteste Big Band des Kantons Aargau, die Exciting Jazz Crew.

All dies zwischen Bauschranken und Arbeitern, die vor ihrem Wochenende die letzten Pflastersteine verlegten.

Starke Umsatzeinbussen

Die Weite Gasse war so belebt wie seit Monaten nicht. Aus gutem Grunde zeigten sich die Gewerbetreibenden am Samstag von ihrer besten Seite. Seit März kämpfen sich die Leute in der Weiten Gasse durch einen Irrgarten. Viele potenzielle Kunden bleiben den Geschäften fern: «Wegen der Sanierung und dem schlechten Wetter büssen gewisse Läden bis zur Hälfte ihres Umsatzes ein», sagt Alexander Etter von der lokalen Gewerbevereinigung Traktor, die sich aus über 20 Firmen zusammensetzt. So sei es inmitten der Arbeiten an der Zeit, das Image zu pflegen. «Wir müssen die Leute zurück in die Weite Gasse holen und ihnen die vielen verschiedenen Geschäfte präsentieren», ergänzt Etter.

In neuem Glanz präsentiert sich die Weite Gasse im Herbst. Eine attraktive Flaniermeile soll sie werden und alsdann das Publikum wieder ohne «komischen» Minigolfparcours anlocken.