Wohlenschwil
Auf Wunsch der Gemeinde: Das Dorf wird zum Paradies für Mülltrenner

Eine Gemeinde mausert sich zu einem Volk von Vorzeige-Recyclern. Vieles wollen die Bewohner selber vorbeibringen. Deswegen werden nun Sammelstellen eröffnet, bei denen sie genau dies tuen können.

Sabina Galbiati
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Eine Umfrage ergab, dass die Einwohner für recycelbare Abfälle weiterhin ein Bringprinzip wünschen. (Symbolbild)

Eine Umfrage ergab, dass die Einwohner für recycelbare Abfälle weiterhin ein Bringprinzip wünschen. (Symbolbild)

Keystone

Für 130 000 Franken soll der Entsorgungsplatz Moosweg in Wohlenschwil aufgewertet werden. Die Aktion ist Resultat einer grösseren Umfrage, die man vor einem Jahr bei den Einwohnern machte.

Die Rücklaufquote der Fragebögen betrug fast 40 Prozent, die Umfrage war somit repräsentativ. Sie ergab, dass die Einwohner für recycelbare Abfälle weiterhin ein Bringprinzip wünschen.

Parallel zur Umfrage erarbeitete eine Arbeitsgruppe aus der Gemeinde gemeinsam mit dem Entsorgungsexperten Daniel Zürcher ein neues Entsorgungskonzept.

Aufgrund des gewünschten Bringprinzips soll nun der Entsorgungsplatz Moosweg nebst den Grüngutmulden und der Mulde für Alteisen mit weiteren Entsorgungsmulden ausgestattet werden.

«Nach der Aufwertung wird die Sammelstelle jenen beim Schulhaus und beim Dorfplatz Büblikon entsprechen», sagt Jost. Geprüft wird derzeit noch, für welche Abfälle zusätzlich Mulden installiert werden.

Fix im Budget eingerechnet ist bereits die Einzäunung der Sammelstelle Moosweg. Das Teuerste seien aber die Betonsockel für die Mulden, erklärt Jost.

Die Umzäunung ist nötig, weil sonst die Leute jederzeit Abfälle entsorgen – manchmal auch Ortsfremde – und dadurch oft Unordnung herrscht. «Der Platz wird dann dreimal pro Woche geöffnet und von einem Mitarbeiter des Gemeindewerks betreut und kontrolliert», sagt Jost.

Beim 130 000 Franken-Projekt handelt es sich um die Minimalvariante. «Ursprünglich wollten wir die Grüngutmulden überdachen und die Zufahrt sowie den Platz mit festem Belag versehen», sagt er, «doch aus Kostengründen verzichten wir darauf».

Jost fügt aber hinzu, diese Variante sei jederzeit ausbaubar. Der Kredit wird der Gemeindeversammlung im November vorgelegt.

Recyclingfux bedient Gemeinde

Als eine von bisher lediglich fünf Aargauer Gemeinden, hat Wohlenschwil dem jungen Unternehmen Recyclingfux aus Villmergen erlaubt, wiederverwertbare Abfälle in den Haushalten abzuholen.

Gegen Bezahlung nimmt Recyclingfux Betagten oder beruflich eingespannten Menschen die Arbeit der Entsorgung ab. Viele Gemeinden erlauben das nicht, mit der Begründung, man habe bereits ein funktionierendes Abfallkonzept, wie das «Regionaljournal» schreibt. Gemeindeammann Erika Schibli sagt hingegen, man wolle etwas Nützlichem nicht im Weg stehen.

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