«Wir hatten viele Nachmeldungen. Nun sind wir für beide Tage bei rund 400 Nennungen», sagt Jörg Oberholzer, der zusammen mit Martina Kramer das OK-Präsidium des Pfingstspringens in Müslen inne hat. Das liege am schönen Wetter.

Es gäbe doch einige Reiter, die Wiesenplätze bei garstigen Witterungsverhältnissen meiden würden. «Wir haben heute Samstag volle Felder, hätten keine weiteren Anmeldungen mehr annehmen können», freut sich Oberholzer.

Auch Neulinge durften starten

Am Pfingstsamstag darf starten, wer im Besitz eines Brevets ist. «Seit Kurzem müssen alle, die an einem Concours teilnehmen, ein Brevet in der Tasche haben», sagt der OK-Präsident des Traditionsspringens, das seit 1959 in Müslen ausgetragen wird.

Die Brevet-Halter kennen sich unter anderem mit der richtigen Handhabung eines Pferdes aus und wissen Bescheid über die tiergerechte Haltung. «Wir bieten einen der wenigen Concours, bei denen man als Neuling starten kann. Das ist denn auch unser Ziel, den Nachwuchs zu fördern», betont er. Der Pfingstmontag ist den Startern mit Lizenz vorbehalten.

Zehn Hindernisse für Pferd und Reiter

Die jüngste Teilnehmerin in Müslen ist 10 Jahre alt, der älteste kurz vor der Pensionierung. Wie kommt es, dass man auffallend viele junge Frauen sieht, die sich in den Wettkampf stürzen? «Das untere Segment ist in der Tat auffallend gut mit jungen Frauen besetzt.

Sobald es Richtung Spitzensport geht, sieht das jedoch anders aus, dort sind Männer stärker vertreten», erklärt Oberholzer. Am Pfingstspringen am Samstag gilt es für Pferd und Reiter, zehn Hindernisse zu überspringen, die allesamt 90 Zentimeter hoch sind.

Die meisten Pferde nehmen diese Hürden mit links, für das eine oder andere ist das doch «ordeli» hoch. Sie bocken, bleiben stehen oder scheren zur Seite aus. Das geht auf Kosten der Zeit, die bei der Beurteilung ebenso wichtig ist wie ein fehlerfreier Parcours.

«Der erste Durchgang lief nicht schlecht. Allerdings hatte ‹Lady Anila› ein wenig den Spinner, sie war zu ungestüm vor lauter Freude. Mal schauen, wies beim zweiten Mal läuft», sagt Andrea Kneubühler aus Bellikon.

«Mein Fehler»

Auch Sina Minnig aus Neerach war mit dem Ritt nicht ganz zufrieden. «Die Stange bei der fünf kam runter. Mein Fehler», meint sie bedauernd. Aber nichtsdestotrotz machte es beiden jungen Damen Spass.