Baden
Aufstrebende junge Band: What Rules hat prominente Unterstützung

Die Debüt-EP der fünf Bandmitglieder, die sich an der Kanti Wettingen kennen lernten, wurde von Pedestrians-Keyboarder Sascha van de Berg produziert. Nun ist die erste Single «Moët» erschienen.

David Rutschmann
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Badener Tagblatt

Sie sind zwischen 18 und 20 Jahre alt, besuchen die Kantonsschule Wettingen − und wollen als Poprock-Band What Rules die Region zum Tanzen bringen. Till Bieri (Gitarre), Benjamin Opderbecke (Gitarre und Synthesizer), Armando Chappuis (Bass), Jonas Rohrer (Schlagzeug) und Berivan «Beri» Kayikci (Singer-Rapper-Songwriterin) entschieden sich vor zwei Jahren, als Band zusammenzuspannen. Jüngst erschien ihre erste Single «Moët».

Der Name «What Rules» entstand durch ein simples Spiel, das viele junge Bands zum Finden ihres Namens nutzen: Jemand schlägt ein Buch vor, die anderen eine Seitenzahl und eine Zeile. So fand sich die Wortkombination «what rules», die je nach Übersetzung zur Fragestellung «welche Regeln?» oder «was herrscht?» wird. Das passte. Denn auf zweitere Fragestellung wollen die fünf Mitglieder gerne selbst die Antwort geben («We are what rules» − wir geben den Ton an).

Andererseits wollen sie sich nicht an die Regeln konventioneller Genre-Grenzen halten. Der Sound der Band wurde nämlich von verschiedenen Einflüssen geprägt. So wurde Beri in der Hip-Hop-Kultur sozialisiert, während Drummer Jonas Rohrer mit Wuschelkopf und Band-Shirts seine Liebe zu Metal zum Ausdruck bringt. Die verschiedenen Inspirationen büssen bei What Rules dennoch nicht an Eingängigkeit und Alleinstellungsmerkmal ein. In Anlehnung an Imagine Dragons, One Republic und Maroon 5 − Bands mit klassischer Rock-Instrumentierung, welche eingängige Pop-Melodien durch Rap ergänzen − wollen die jungen Musiker mit Mitsing- und -tanzbarkeit bestechen.

«Roll the Dice» wurde schon zweimal verschoben

«Moët» bringt dieses Ziel bereits vielversprechend funky rüber. In dem Song wird der titelgebende Champagner Sinnbild für den Weg in eine Wunschwelt. «Wenn man Moët trinkt, fühlt man sich ein bisschen als Teil der High Society und erweitert somit seine Erfahrungen. Das können auch ganz andere Objekte oder Emotionen sein, die einen aus seiner Komfortzone rausholen», erklärt Beri den Text. Ansonsten lasse sie sich beim Songwriting stark durch aktuelle Themen inspirieren − jüngst durch Corona.

Die Pandemie hat die junge Band in ihrem Elan zweifellos ausgebremst. Ihre fünf Songs starke EP «Roll The Dice» hätte zuerst im Herbst erscheinen sollen, dann im Januar und wurde nun erneut in den Frühling verschoben. Darüber sei man klar enttäuscht, sagt Drummer Jonas Rohrer, schliesslich habe man «megaviel» an der EP gearbeitet.

Zur richtigen Zeit am richtigen Ort

Gleichermassen baut sich dennoch eine gewisse Vorfreude auf: «Moët»hat auf Youtube bereits fast 6000 Klicks und wurde mehr als 20 000-mal auf Spotify gestreamt − nicht gerade wenig für die erste Single einer Kanti-Band aus Wettingen. Dieser frühe Erfolg lässt sich unter anderem auf das richtige Netzwerk zurückführen, oder wie Beri es ausdrückt: «Vitamin B.» 2018 lernte die Band, gerade erst gegründet, im Backstagebereich des Sommernachtsfests der Kanti die Reggae-Pop-Band Pedestrians aus Baden kennen. Die Musiker hatten ebenfalls Jahre zuvor an der Kanti zueinandergefunden und bereits kurz darauf schweizweite Musikwettbewerben gewonnen.

Keyboarder Sascha van den Berg zeigte Interesse daran, die junge Band zu unterstützen, um dem Beispiel seiner Pedestrians nachzustreben. Er organisierte ein professionelles Ton-Studio und Equipment, brachte die jungen Musiker mit den richtigen Leuten in Kontakt − und half ihnen nicht zuletzt mit ihrer Marketingstrategie, «damit die Songs nicht einfach nach dem Release verschwinden, ohne dass die Öffentlichkeit es mitgekriegt hat», so Jonas Rohrer.

Also rühren die Mitglieder seit Monaten vor allem auf Instagram erfolgreich die Werbetrommel für ihre Musik. Wie erfolgreich sie damit sind, wird sich spätestens dann zeigen, wenn Konzerte vor grösserem Publikum wieder möglich sind. «Nächstes Jahr am Heitere Open Air zu spielen, wäre schon das Geilste ever», sagt Beri und lacht.