Ich selbst habe meine Kindheit hier in Münzlishausen verbracht», erzählt Roger Huber (FDP) zu Beginn seiner «Tour de Baden» im Restaurant Belvédère. In lockerer Atmosphäre steht er den Badener Bewohnern zum ersten Mal Red und Antwort. Mit dem Slogan «erfahren, teamfähig, kommunikativ» kandidiert der 39-jährige Jurist für das Amt des Stadtammanns.

Baden wird in Zukunft weiter wachsen, dies ist unbestritten. In Anbetracht der Bevölkerungsentwicklung sei verdichtetes Bauen unumgänglich. «Wir kommen nicht darum herum, in Zukunft weiter in die Höhe zu bauen», so Huber. Als Stadtammann würde er sich jedoch für eine Diversität der einzelnen Quartiere einsetzen: «Ich bin ein Befürworter der Strategie, dass die einzelnen Badener Stadtquartiere ihre Eigenheiten behalten.» Ein gutes Beispiel hierfür sei das Gebiet Allmend-Münzlishausen. Hier sollen in Zukunft trotz einer Verdichtung Grünflächen erhalten bleiben.

Huber ist es zudem ein grosses Anliegen, die interkommunale Zusammenarbeit zu vertiefen: «Die Synergien zwischen den Gemeinden sollen besser genutzt werden.» Man brauche jedoch zwingend die Bevölkerung, die solche Entscheide mittrage. «Meine Aufgabe als Stadtammann würde es sein, Überzeugungsarbeit bei der Basis zu leisten – auch bei heiklen Themen wie Gemeindefusionen.» So sei es wichtig, den umliegenden Gemeinden und ihren Einwohnern die Win-win-Situation einer engeren Zusammenarbeit aufzuzeigen. Würden sie eine solche wünschen, stiesse man bei Huber auf offene Ohren: «Ich wäre als Stadtammann von Baden bereit, diese Zeichen zu empfangen und mit den betreffenden Gemeinden an einen Tisch zu sitzen.» Als Beispiel könne er sich eine engere Zusammenarbeit mit Ennetbaden vorstellen: «Mit dem Limmatsteg haben wir bereits eine Erfolgsgeschichte realisiert – in Zusammenhang mit dem Bäderquartier ist in Zukunft noch einiges möglich.»

Falls Huber das Erbe seines Parteikollegen Stephan Attiger antreten wird, würde er sich auch familienpolitisch stark engagieren. So sollen die Tagesstrukturen weiter ausgebaut werden. Denn die familienergänzende Kinderbetreuung sei ein Thema, das alle angeht: «Es ist ein gesellschaftliches Muss und darüber hinaus ein wichtiger Standortfaktor für Baden.» Deshalb sei es wichtig, dass die Betreuung der Kinder wenn immer möglich in den Quartieren stattfinde. Dabei spiele auch eine Zusammenarbeit mit der Industrie eine wichtige Rolle: Ohne Firmen wie Axpo, Alstom und ABB würde es uns heute nicht so gut gehen, so Huber. Als Stadtammann würde er sich deshalb dafür einsetzen, dass die Stadt für Firmen und ihre Mitarbeiter weiterhin attraktiv bleibe.