Baden

Aus dem Café wird ein Restaurant: Die ehemaligen «Rose»-Wirte ziehen ins Langhaus

Auf das Café Himmel Delise im Langhaus in Baden folgt im Dezember ein Restaurant.

Auf das Café Delise in Baden folgt das Restaurant Langhaus. Bergan und Erdal Dogan wollen es im Dezember eröffnen.

Keiner, der sich in der Badener Gastroszene etwas auskennt, geschweige denn die «Rose»-Stammgäste konnten verstehen, dass das Wirtepaar Bergan und Erdal Dogan das traditionsreiche Restaurant in der Weiten Gasse im März dieses Jahres nach nicht einmal zwei Jahren bereits wieder verlassen mussten.

Dogans hatten das Restaurant im Sommer 2017 nach dem überraschenden Tod des langjährigen Wirts Urs Eggenschwiler übernommen und sich schnell einen guten Ruf und vor allem eine treue Stammkundschaft aufgebaut.

Das Restaurant Rose ist eines der ältesten Wirtshäuser der Stadt Baden. Das spätgotische Haus an der Weiten Gasse stammt aus dem Jahr 1433. Bierbrauer Hans Müller-Hauser kaufte das Haus 1906 und liess es 1947 renovieren. Doch Anfang dieses Jahres hat die Brauerei Müller im Auftrag der Eigentümerin – einer Nachfahrin der Bierbrauerfamilie – einen neuen Besitzer gefunden.

Es handelt sich um keinen Unbekannten: Die Rede ist vom Unternehmer Markus Schön aus Turgi, der das ehemalige Reformhaus am Löwenplatz umgebaut hat und zudem im Sommer 2018 das zwischenzeitlich von seiner Frau geführte Bistro «Delicia» und eine neue Bar namens «Walter» eröffnete. Weil Schön die «Rose» selber respektive «mit eigenen Leuten» betreiben will, mussten Dogans den Betrieb in der Weiten Gasse schweren Herzens aufgeben.

Neuer Standort: Weniger Charme, und doch viele Vorteile

Doch nun haben sie wieder allen Grund zur Freude. Im Langhaus werden sie schon bald ihr neues Restaurant eröffnen – und zwar in den Räumlichkeiten, wo sich bis Anfang Juni das Café Delise befand. Nachdem der Bäckerunternehmer Dominik Frei den «Himmel» Anfang Jahr gekauft hatte, entschied er sich einige Monate später, die «Delise»-Filiale zu schliessen.

«Nachdem wir in der ‹Rose› in Baden aufgehört hatten, erhielten wir zwar viele Angebote von Dorfbeizen. Doch für uns war klar, dass wir – auch wegen unserer Stammkundschaft, die wir in den letzten Jahren aufgebaut haben – in Baden bleiben wollten», sagt Bergan Dogan. «Der Zufall wollte es dann, dass ich und mein Mann am gleichen Tag am damals schon geschlossenen Café Delise vorbeigingen und für uns dachten, das wäre ein guter Standort für ein mögliches Restaurant», erinnert sich Dogan.

In der Folge sei man auf die Eigentümerin, die Credit Suisse, zugegangen und habe zusammen mit einem Businessplan das Interesse an den Räumlichkeiten präsentiert. «Der Mietpreis ist zwar nicht ohne, aber wir sind überzeugt, dass es mit unserem Konzept an diesem Standort aufgeht», sagt Began Dogan.

Baden: Bergan Dogan über das Restaurant-Projekt im Langhaus

Bergan Dogan über das Restaurant-Projekt im Langhaus am Bahnhof Baden

Heissen soll das neue Restaurant Langhaus. «Den Namen ‹Rose› konnten wir ja nicht mitnehmen», sagt Dogan mit einem Lachen. Mitnehmen will das Wirte-Ehepaar hingegen seine Stammkundschaft.

«Natürlich hat der neue Standort nicht den Charme einer Weiten Gasse. Doch wir wollen unsere Gäste mit einem gemütlichen Ambiente und unserer gutbürgerlichen und regionalen Küche anlocken.» Auch wolle man in der Fasnachtszeit wieder zu einem beliebten Treffpunkt, nicht zuletzt auch für die Schnitzelbänke, werden.

Auch wenn der neue Standort vielleicht etwas weniger Charme habe, so liege das Restaurant Langhaus dafür sehr zentral und nahe beim Bahnhof und näher beim Gewerbegebiet Baden Nord, was auch wieder neue Chancen eröffne. Zudem seien die Parkierungsmöglichkeiten viel besser als in der Weiten Gasse, und auch die Anbindung an den öffentlichen Verkehr sei ideal.

Während es in der «Rose» – ohne Saal im Obergeschoss – 45 Plätze gab, wird das Restaurant Langhaus knapp 70 Plätze aufweisen. «Auch wenn wir keinen Saal mehr haben, soll es im neuen Restaurant möglich sein, dieses für geschlossene Gesellschaften zu mieten», sagt Dogan. «Abgesehen von den Sitzbänken an der Rückwand, wird das neue Restaurant komplett umgestaltet und umgebaut.»

Natürlich habe man aus der Zeit in der «Rose» etwas Erspartes auf die Seite legen können. Doch für den gesamten Umbau, der mit einem tiefen sechsstelligen Betrag zu Buche schlägt, hätte dieses Geld nicht gereicht. «Wir haben nun zum Glück von privater Seite ein Darlehen erhalten, sonst wäre das hier gar nicht möglich», sagt Dogan.

Noch präsentiert sich das ehemalige Café als Baustelle. Doch die Eröffnung ist bereits auf Anfang, spätestens Mitte Dezember geplant. Bis dahin gibt es für das Ehepaar – die beiden sind erst vor sechs Wochen zum dritten Mal Eltern geworden – noch viel zu tun. «Es ist schon streng. Aber ein solches Projekt gibt auch sehr viel Energie. Wir können es kaum erwarten, unsere Stammgäste schon bald in unserem neuen Restaurant zu empfangen», blickt Dogan voraus.

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