Eine Blechlawine schiebt sich an den rot-weissen Abschrankungen vorbei ins Birmenstorfer Dorfzentrum. Im Alltagsstress nimmt kaum jemand Notiz von den Baggern und Walzen, die an der Badenerstrasse am Knoten Chrüz ihre Arbeit verrichten. Einzig die etwas veränderte Strassenführung zwingt die Lenker zu einer Reaktion. Sie fahren in diesem Moment gerade am Punkt vorbei, wo schon bald ein neuer Kreisel entstehen wird. Er ist das Herzstück des grossen Umbaus des Knotens Chrüz, wo die Fislisbacherstrasse in die Badenerstrasse mündet. Aus den Richtungen Baden und Fislisbach soll er doppelspurig werden.

Zudem muss die Fislisbacherstrasse anders geführt werden. Sie verläuft künftig parallel zum Pilgerweg, die bisherige Einmündung wird aufgehoben. Dies sei nötig, sagt Gemeinde-Vizeammann Roland Probst: «Die spitzwinklige Kreuzung war in den letzten Jahren ein Unfallschwerpunkt.» Neben dem Sicherheitsaspekt geht es beim Projekt aber auch um eine Verbesserung für den öffentlichen Verkehr. «Die Buslinie von Brugg nach Mellingen kann künftig auch die Haltestelle Chrüz bedienen», erklärt Probst. Ausserdem werde mit der neuen Verkehrssituation eine Einfahrtsbremse am Dorfeingang entstehen.

Bis es so weit ist, dauert es jedoch noch einige Zeit. Das Bauende ist auf Juni 2017 angesetzt. Denn zusätzlich zur neuen Strassenführung und dem Kreiselbau werden Strassensanierungen und Werkleitungsarbeiten durchgeführt. Konkret wird die Badenerstrasse vom Ortseingang bis zur Höhe Heigelweg vollständig erneuert.

Stau durch Ampeln vermeiden

Zurzeit liegt der Fokus aber noch auf anderen Arbeiten. Bevor mit dem Bau des Kreisels und der neuen Strassenführung begonnen werden konnte, mussten die Erschliessungen der Baumschule und des Reithofs sichergestellt werden. Am Kreisel wurde in den letzten Tagen begonnen, er soll bis im nächsten Frühjahr fertig sein. Die Badenerstrasse führt weiterhin zweispurig von der Autobahnausfahrt ins Zentrum. Dies soll auch so bleiben, erklärt der kantonale Projektleiter Marcel Voser: «Wir wollen Verkehrsbehinderungen durch Ampeln möglichst verhindern.» Gänzlich vermeiden lassen werden sie sich während der Bauphase nicht. Bis Ende Jahr bleibt die Verkehrssituation allerdings unverändert.

Die Gemeinde Birmenstorf beteiligt sich mit 4,4 Millionen Franken am Projekt. Davon fliessen jedoch nur 1,7 Millionen ins Strassenprojekt an sich, 2,7 Millionen werden für Werkleitungsarbeiten sowie eine Sauberwasserableitung mit Versickerungsanlage ausgegeben. Einem entsprechenden Kredit wurde an der Sommergmeind 2012 zugestimmt. Der Durchgangsverkehr in Birmenstorf zwingt die Autofahrer in diesen Tagen zur Geduld. Schuld daran ist jedoch nicht die Baustelle am Ortseingang, sondern der Trottoirneubau im Dorfkern, wo eine Lichtsignalanlage nötig ist.