Reaktion

Aus der Traum für eine Badener Flussbadi? «Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen»

Am Ufer der Limmat in Baden ist der Einstieg in die Limmat nur an wenigen Orten gut möglich.

Am Ufer der Limmat in Baden ist der Einstieg in die Limmat nur an wenigen Orten gut möglich.

Die Flussbadi-Promotoren Iva Marelli und Alex Berger wollen trotz der negativen Antwort des Stadtrats zu einer Flussbadi nicht aufgeben. Enttäuscht sind sie trotzdem.

Der Badener Stadtrat erteilt den Befürwortern einer Badener Flussbadi eine Absage. In seiner Antwort auf ein Postulat von Iva Marelli (Team) und Alex Berger (SP) schreibt er, dass er keinen geeigneten Standort für eine Badeanlage sieht. In den letzten zehn Jahren habe sich die Situation nicht verändert. 2011 hatte der Stadtrat schon abschlägig auf einen Vorstoss der damaligen SP-Einwohnerrätin Andrea Arezina geantwortet.

Veränderte Situation am Aue-Kraftwerk

«Wir sind enttäuscht», sagt Iva Marelli. «Wir haben uns mehr erhofft.» Gewisse Aussagen kann sie nicht nachvollziehen und nennt ein Beispiel. So sei die Aussage, dass sich die Situation an der Limmat seit damals nicht verändert habe, nicht korrekt. Marelli verweist auf das Inseli unterhalb des Aue-Kraftwerks. «Die Situation heute ist dort eine andere.»

Tatsächlich wurde das Inseli bei Arbeiten der Limmatkraftwerke, die ab 2011 vorgenommen worden, durchstochen. Auch der Unterwasserkanal wurde aufgehoben, damit Fische das Kraftwerk umwandern können. Der Flusslauf hat sich dadurch verändert.  Eine Einstiegsmöglichkeit gibt es dort heute nicht, sie ist aber denkbar.

Im Postulat haben Marelli und Berger primär einfachere Ein- und Ausstiege an der Limmat gefordert. «Dazu äussert sich der Stadtrat gar nicht», ärgert sich Marelli. «Schwimmen auf eigene Gefahr ist grundsätzlich erlaubt. Wir wollen, dass dies erleichtert wird. Und dafür braucht es weder aufwendige neue Bauwerke noch viele zusätzliche Infrastrukturen.»

Der Vorstoss von Marelli und Berger war dringlich. «Eigentlich hätte der Stadtrat die Situation im Zuge der Mättelipark-Umgestaltung prüfen sollen», sagt sie. Dass der Stadtrat nun dreieinhalb Jahre für die Antwort gebraucht hat, ist etwas schwach.» Zumal er bei der Kernaussage von 2011 bleibe. «Das ärgert mich am meisten.»

Den Kampf für eine Flussbadi wollen die zwei nicht aufgeben – im Gegenteil. «Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen», zeigt sich die Team-Politikerin kämpferisch. Und sagt:

Natürlich ständen sie am Anfang. Darum will sie sich zum Potenzial von möglichen Standorten zurzeit nicht äussern. Dass es bei einem Bewilligungsprozess einige Hürden zu bewältigen gebe, sei klar. «Aber ich bin überzeugt, dass dieser Prozess gerade bei einer Stadt wie Baden nicht scheitern würde.» 

Eine Einstiegsstelle an der Limmat in Baden.

Eine Einstiegsstelle an der Limmat in Baden.

Hoffnung in zwei Stadtratskandidaten

Enttäuscht zeigt sich auch Alex Berger. Der SP-Einwohnerrat ist auch der Sprecher der 22-köpfigen Online-Petition «FlussBaden», die von der Stadt konkrete Projekte fordert, um das Baden in der Limmat zu erleichtern, etwa mehr Ein- und Ausstiege oder Badeplätze mit Holzstegen oder Grünflächen am Fluss. «Der Stadtrat macht es sich zu einfach», bekräftigt auch er.

Die Petition – 2300 Personen haben sie bisher unterschrieben - läuft in einem Monat ab, ehe sie dem Stadtrat übergeben wird. Erwartet Berger dieselbe Antwort wie auf das Postulat? «Nein, wir erhoffen uns ein Umdenken vom Stadtrat.»

Hoffnungen setzt er nicht zuletzt in den neuen Stadtrat. Die zwei Kandidaten in der Pole Position unterstützen die Petition. Benjamin Steiner (Team) gehört dem Komitee an und hat online ebenso unterschrieben wie Stefan Jaecklin (FDP).

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