Turgi

Aus einer ehemaligen Beiz wird ein bunter Bastelladen

Nicole Chenaux Frey, Geschäftsleiterin von «Zwergenstoffe», und ihre Mitarbeiterin Daniela Beier (v.l.) bedienen ihre nähbegeisterte Kundinnen demnächst in Turgi.

Nicole Chenaux Frey, Geschäftsleiterin von «Zwergenstoffe», und ihre Mitarbeiterin Daniela Beier (v.l.) bedienen ihre nähbegeisterte Kundinnen demnächst in Turgi.

Weil die Kundschaft stetig anwuchs, wurde der Platz in Siggenthal knapp: Im früheren Restaurant Killer in Turgi hat das Textiliengeschäft «Zwergenstoffe» ein neues Zuhause gefunden.

Herzlich mutet er an, der Stoffladen «Zwergenstoffe» in Siggenthal-Station. An allen Ecken des Geschäfts stehen Stoffrollen aneinandergereiht: rote, grüne, hellblaue oder orangefarbige Textilien in mehreren Farbabstufungen; darauf prangen unterschiedliche Muster, etwa kleine Punkte, Sternchen, Blumen oder kleine Eulen und Prinzessinnen. «Kunterbunte Stoffe für zuckersüsse Zwerge» – so beschreibt die Geschäftsleiterin Nicole Chenaux Frey ihren Laden.

Ihre Vorliebe fürs Nähen und Basteln liegt schon viele Jahre zurück. «Als Teenie verdiente ich am Gansinger Dorfmarkt mein erstes Geld mit geknüpften Freundschaftsbändern», sagt die heute 35-Jährige aus dem Fricktal. Kurz bevor sie 20 wurde, kaufte sie sich ihre erste Nähmaschine. «Seither ist Nähen das liebste meiner Hobbys.»

Den Anstoss für ihren eigenen Stoffladen gab die Geburt ihrer beiden Kinder. «Ich wollte Kinderkleider nähen, merkte aber, dass es in der Schweiz nicht genug Stoffe für solche Kleider gibt», sagt sie. Im Internet recherchierte sie nach Angeboten aus dem Ausland. Bald eröffnete die gelernte Kauffrau ihren eigenen Onlineshop. «Anfangs führte ich den Shop von zu Hause aus und musste ständig innerhalb des Hauses umziehen, weil die Räume zu klein waren.»

Sie machte sich auf die Suche nach einem Ladenlokal, 2012 fand sie in einer ehemaligen Schreinerei in Siggenthal-Station einen geeigneten Raum. «Ich habe solche alten Werkstätten gerne. Die hellen Räume bieten Luft für Kreativität.» Weil die Kundschaft aber stetig anwuchs, wurde der Platz in Siggenthal knapp. Zudem fehlen dort Parkplätze und eine eigene Toilette – für die meist weiblichen Gäste samt ihren Kindern essenziell.

Mit der Schliessung des Restaurant Killer Ende 2014 (siehe Text unten) wurde in Turgi ein Lokal für ihren Laden frei. Das Gebäude ist zwar ebenfalls alt, die Innenräume aber modern renoviert – der «Fabrikgroove» wird dieses Mal fehlen. «Dafür erhalten wir zusätzlichen Platz für Näh- und Bastelworkshops», sagt sie. Schon heute hat Chenaux in ihrem «Zwergenstoff»-Laden eine Werkstatt für sich eingerichtet.

In ihrem Blog schreibt sie denn auch: «Mein Traum ist es, mit meinem Laden ein ganzes Haus zu bewohnen. Unten der Laden mit meinen Stoffen und gebastelten Kleinigkeiten von verschiedenen Künstlerinnen, oben eine Wohnung, die als offenes Atelier genutzt werden kann für Kurse, Vorführungen, Näh- und Bastelabende.»

In Turgi wird Chenaux ihren Traum noch nicht ganz verwirklichen – vorerst, denn die oberen Etagen des Hauses sind zurzeit vermietet. Doch sie wird ein Stück weiter an den Traum herankommen. Im Haus, das bisher das «Killer» beherbergte und bei den Turgemer beliebt war als Treffpunkt mit kulturellem Angebot, könnte ein kleines Bastel-Mekka entstehen.

Bevor es soweit ist, findet bei «Zwergenstoffe» in Siggenthal diesen Samstag noch der Restverkauf statt. Stoffreste, Meterstücke und sogar Möbel will Chenaux noch loswerden. Am 21. März folgt dann die Neueröffnung an der Bahnhofstrasse in Turgi. Den Onlineshop wird sie auch nach ihrem Umzug weiterführen. Laufkundschaft gab es in Siggenthal bisher wenig, die meisten ihrer Kundinnen informieren sich online. So sind in Chenaux’ Blog auch Anleitungen zum Sticken von Taschen oder Stoffkakteen und -girlanden zu finden.

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