Untersiggenthal
Ausgeräuchert: Die Siggenthaler Holzkohle wird geerntet

Nach der Debatte um die Gefahren des Meiler-Rauchs im letzten Herbst wird in diesen Tagen die Holzkohle geerntet. Für die Bevölkerung habe nie eine Gefahr bestanden, sagt der Präsident des Köhlervereins.

Pirmin Kramer
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Der Kohlenmeiler, bevor er in Glut gesetzt wurde. Alex Spichale/AZ-Archiv

Der Kohlenmeiler, bevor er in Glut gesetzt wurde. Alex Spichale/AZ-Archiv

Alex Spichale

Der Untersiggenthaler Meiler zur Herstellung von Holzkohle gab im letzten Sommer Anlass für kontroverse Diskussionen: Schadet der Rauch, der bei der Herstellung entsteht, der Gesundheit? Ein Untersiggenthaler, überzeugt davon, der Rauch sei giftig, reichte Strafanzeige wegen eventualvorsätzlicher Tötung ein. Die Staatsanwaltschaft aber nahm die Anzeige nicht an die Hand, und im September wurde der Meiler angezündet, wenn auch an einem Standort weiter vom Dorf entfernt als ursprünglich vorgesehen.

Die Köhlerei ist ein jahrtausendealtes Handwerk. Im kugelförmigen Haufen aus Holzscheiten, der mit einer Schicht aus Kohlestaub bedeckt ist, wird es bis zu 500 Grad heiss, wobei Holz unter sorgsamer Luftzufuhr in Kohle verwandelt wird. Aufgabe des Köhlers ist es, während Wochen dafür zu sorgen, dass der Meiler weder erlischt, noch durch zu viel Luftzufuhr abbrennt.

In diesen Tagen und noch bis Sonntag wird die Holzkohle geerntet. Daniel Hitz, Präsident des Köhlervereins Siggenthal, ist zufrieden mit dem Ergebnis: «Die Qualität der Holzkohle ist sehr hoch. Wir gehen davon aus, dass wir 900 Säcke mit jeweils sechs Kilogramm Kohle werden abfüllen können. Wie immer hat Köhlerin Doris Wicki sehr gute Arbeit geleistet.»

Die Bewilligung für den Betrieb des Kohlenmeilers hatte der Gemeinderat erteilt, allerdings verknüpft an die Auflage, dass regelmässig Messungen mit vier Dosimetern durchgeführt werden müssen. «Die Messungen haben ergeben, dass die Bevölkerung zu keinem Zeitpunkt einem Gesundheitsrisiko ausgesetzt war», sagt Daniel Hitz. «Die Grenzwerte wurden nur direkt im sogenannten «Fülliloch» des Meilers und einen Meter darüber überschritten. Weiter davon entfernt bestand überhaupt kein Risiko», sagt Hitz.

Der Köhlerverein Siggenthal führt noch bis Pfingstsamstag das Köhlerfest durch, täglich wird ab 11 Uhr eine Festwirtschaft betrieben.

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