Stadtammannwahlen

Ausrutscher eines Vorstandsmitgliedes sorgt beim STV Baden für Wirbel

Schneider (li.) und Huber, Mitglieder des STV Baden.

Schneider (li.) und Huber, Mitglieder des STV Baden.

Seinen Leserbrief für Roger Huber unterzeichnet Philippe Gubler mit «Vorstand STV Baden». Das hat im Stadtturnverein und bei Markus Schneider, langjähriges STV-Mitglied, zu Empörung geführt. Vom Vorstand hat Gubler bereits eine Rüge kassiert.

In den höchsten Tönen lobte Philippe Gubler den Kandidaten Roger Huber in einem Leserbrief und empfahl ihn als denjenigen Stadtammann, dem Sportler ihre Stimme geben sollen. Sein Fehler: Er setzte hinter seinen Namen «Mitglied des Vorstands STV Baden». So erschien der Leserbrief in der az, als wäre er im Namen des Vorstands geschrieben. Pikant daran ist ausserdem, dass Gubler noch Vorstandsmitglied der FDP Baden ist, also jener Partei, der Huber angehört und die ihn nominiert hat.

Der Ausrutscher hat im grössten Sportverein der Stadt für grossen Wirbel und einige Diskussionen gesorgt. Vor allem diejenigen Städtli-Mitglieder, die hinter Markus Schneider stehen, fühlten sich dadurch vor den Kopf gestossen. Schneider, der von Kindsbeinen an Mitglied des Stadtturnvereins Baden ist und als Spieler wie als Trainer eine langjährige Stütze der Städtli-Handballriege war, verstand die Welt nicht mehr.

Philippe Gubler dachte sich dabei nichts Böses: «Der Leserbrief widerspiegelt meine persönliche Meinung und nicht die des Vorstands des STV Badens. Im Leserbrief mache ich inhaltlich einen Bezug zum STV Baden, weshalb ich die Bezeichnung ‹Mitglied Vorstand STV Baden› gewählt habe», sagt Gubler. Die Redaktion habe seinen Zusatz auf «Vorstand STV Baden» reduziert.

«Bei uns gibt es keine politische Werbung»

Bei Matthias Grob, Präsident des STV-Gesamtvereins (Holding), lief in den Tagen nach der Publikation das Telefon heiss. «Es hat heftige Reaktionen gegeben, und die Sache hat mich viel Zeit gekostet», sagt Grob. Dieser Misstritt, ob bewusst oder versehentlich erfolgt, sei nicht im Sinne des Vorstands, fügt er an. «Der Stadtturnverein ist politisch neutral und bezieht weder Stellung noch leistet er Wahlkampfhilfe», stellt Grob klar. Der Vorstand wolle aber auf eine öffentliche Erklärung verzichten, um nicht für noch mehr Aufruhr zu sorgen. Allerdings hat es bereits eine Rüge an die Adresse von Gubler abgesetzt. Laut Grob wird der Vorstand die politische Neutralität im STV Baden demnächst nochmals traktandieren, damit sich solches möglichst nicht wiederhole.

Für Roger Huber, selber Mitglied von X’tra, der Skiriege des STV Baden, ist Gublers Ausrutscher eher peinlich. Beim bürgerlichen Kontrahenten Markus Schneider hat sich der Ärger inzwischen gelegt. Und er durfte sich bereits über Unterstützungs-Leserbriefe freuen aus den STV-Reihen – in denen die Vereinsnennung aber wohlweislich nicht erfolgte.

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