Ausstellungen
Auf der Wettinger Kulturmeile ist wieder viel los

Gemeinsame Saisoneröffnung der Wettinger Kunstorte – worauf sich Gäste freuen können.

Ursula Burgherr
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Die Videokünstlerinnen Miriam Ruutherfoord und Joke Schmidt präsentieren sich im Gluri-Suter-Huus mit neuen Arbeiten.

Die Videokünstlerinnen Miriam Ruutherfoord und Joke Schmidt präsentieren sich im Gluri-Suter-Huus mit neuen Arbeiten.

Ursula Burgherr / Aargauer Zeitung

Die Galerie Gluri-Suter-Huus startet mit zwei Ausstellungen in die neue Saison. Unter dem Titel «Hand in Hand» werden Arbeiten des Malerduos Boskovic-Scarth und der beiden Videokünstlerinnen Miriam ­Rutherfoord und Joke Schmidt gezeigt.

Fast 40 Kreative folgten zudem dem Aufruf des weltweit tätigen Netzwerkes Urban Sketchers. Die diesjährige Vorgabe war, die unterschiedlichen Gewässer von Wettingen aus ihrer Sicht zu Papier zu bringen. Daraus resultierten über 100 Zeichnungen, die nun unter dem Titel «Leben am Wasser» erstmals in der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Urban Sketcher können alle werden, die Lust am Zeichnen haben. Dementsprechend vielfältig und stilistisch völlig unterschiedlich sind die Werke von professionellen Kunstschaffenden und Laien, die sich die Brunnen, Flüsse und Bäche des Ausstellungsorts zum Motiv genommen haben.

Das Künstlerduo Boskovic-Scarth vor einem seiner Bilder im Gluri Suter Huus

Das Künstlerduo Boskovic-Scarth vor einem seiner Bilder im Gluri Suter Huus

Ursula Burgherr / Badener Tagblatt

Im Duo wird das Malen zum Dialog. Vincent Scarth und Lorenz Boskovic, die an den Kantonsschulen Wettingen und Baden Bildnerisches Gestalten unterrichten, unterhalten sich beim Erschaffen ihrer gemeinsamen Bildwelten ständig über neue Techniken und Motive. Ihre grossformatige Nebellandschaft, die aus unzähligen fili­granen Pinseltupfen entstand, grenzt an Sisyphusarbeit. Eine Flechtensammlerin sucht zwischen Wald und Industriebrache mit der Lupe nach vorzeitlichen Techniken des Überlebens.

Die Arbeiten des Künstlerduos Boskovic-Scarth faszinierten das Vernissagen-Publikum im Gluri Suter Huus

Die Arbeiten des Künstlerduos Boskovic-Scarth faszinierten das Vernissagen-Publikum im Gluri Suter Huus

Ursula Burgherr / Badener Tagblatt

Das bayerische Fussballstadion Glattbach ist nach Corona gähnend leer und wird von wild wuchernden Pflanzen überwachsen. Jedes Bild erzählt eine Geschichte, in der die Grenzen zwischen Realität und Fantasie verschwimmen. Im totalen Kontrast dazu steht die Videoarbeit «Sequenz vom Sommer», die Miriam Rutherfoord und Joke Schmidt zeigen. Während 20 Minuten haben sie gleichzeitig aus ihrem Atelierfenster in Zürich gefilmt und zufällige Szenen im Tagesablauf verschiedener Menschen erhascht. Da werkelt ein Stadtarbeiter an der Kanalisation herum, Leute parkieren ihre Autos und laden Sachen um. «Alltägliche Situationen genau zu beobachten, fasziniert uns», sagt Schmidt, die in Wettingen aufgewachsen ist.

Museum Eduard Spörri: Wechselnde Skulpturen

Auch das Museum Eduard Spörri bietet zur Saisoneröffnung Neues. Kurator Marc Philipp Seidel hat mit seinem Team den Skulpturenplatz im Aussenbereich völlig umgestaltet. Sechs Büsten und eine Ganzfigur aus dem Nachlass des Bildhauers sind weg und haben auf dem frisch gestalteten Friedhof Platz gefunden. «Wir wollen unseren Kunstbetrieb künftig mit wechselnden Skulpturen beleben», bekundet Seidel.

Den Auftakt macht der in Beinwil am See wohnhafte Micha Aregger mit seiner biomorphen Plastik «Refugium». Das Konstrukt besteht aus Aluminium, Holz sowie Karton und
ist ganzflächig mit Kunstrasen überdeckt. Dadurch wirkt es fast wie natürlich gewachsen. Das Besondere an Areggers «Refugium»: Es ist begehbar. «Wer sich reinlegt und in den Himmel schaut, findet Erholung und fühlt sich geborgen», meint der Künstler. Die im Mai gestarteten Ausstellungen «Stille Früchte – laute Formen» und «freidimensional 21» laufen noch bis zum 21. November 2021 weiter.

Im Atelier Walter Huser konnten sich Kinder zur Feier des Tages beim Specksteinschleifen ausprobieren. Initiiert wurde der Workshop vom Historischen Museum Baden, das seine Türen für alle Besucherinnen und Besucher der Wettinger Kulturmeile gratis geöffnet hatte.

Die Öffnungszeiten: «Hand in Hand» und «Leben am Wasser», Gluri-Suter-Huus, bis zum 26. September, Mi bis Sa, 15 bis 18 Uhr, So 11 bis 17 Uhr. «Stille Früchte – laute Formen» und «freidimensional 21», Museum Eduard Spörri, bis 21. November. Sa und So, 14 bis 17 Uhr. Atelier Walter Huser, offen am 25./26. 9., 16./17. 10. und 11./12. 12. (az)

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