Baden
Australien erhält Konkurrenz: Das Alpinidoo begeistert in Baden

Australien und Alphorn. Passt das zusammen? Ja! Der Jazz-Hornist Arkady Shilkloper stellte es unter Beweis. Der Russe begeisterte gemeinsam mit dem Paul Taylor Orchestra.

Irene Hung-König (Text und Foto)
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Australien erhält Konkurrenz: Das Alpinidoo begeistert in Baden
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Gemeinsam spielt Hornist Arkady Shilkloper mit dem Orchester, das von Paul Taylor dirigiert wird
Im paul taylor orChestra spielen junge Profimusikerinnen und Profimusiker

Australien erhält Konkurrenz: Das Alpinidoo begeistert in Baden

Daniel Weissenbrunner

In der Sebastianskappellle ist alles für ein klassisches Konzert bereit, die Streichinstrumente, Cellos, Kontrabass und Geigen sind für die professionellen, jungen Musikerinnen und Musiker des Paul Taylor Orchestra griffbereit. Gleich daneben steht ein Alphorn. Applaus für die Protagonisten, als diese durch die Kapelle zur Bühne schreiten. Der erste Teil von «Prologue and Variations» von Ellen Taaffe Zwillich ist melancholisch, ruhig und wird vom zweiten, schnellen und kraftvollen Teil abgelöst. Ein Konzertbeginn wie er von einem Streichorchester erwartet werden darf. Klassisch und schön gespielt. Paul Taylor ist aktiv, wippt mit dem Fuss und dirigiert ausschweifend mit seinen Armen.

Bei «Alpine Trail» zeigt Komponist Arkady Shilkloper ein erstes Mal seine Klasse. Er spielt virtuos auf dem Alphorn, in der Enge der Kappelle sind die Töne noch besser zu hören. Das darauffolgende, ebenfalls vom russischen Hornisten komponierte «Tribute» spielt er auf dem Horn. Das jazzige «Prelude», von Viacheslav Gorsky komponiert, von Shilkloper arrangiert und gespielt, wirkt mysteriös und erinnert an Filmmusik aus den 60er-Jahren. Paul Taylor reicht Shilkloper nach dessen Darbietung hocherfreut die Hand.

«The piano for strings» mit der Suite «The heart asks for pleasure first» des bekannten Filmkomponisten Michael Nyman wird vom jungen Orchester konzentriert, feinfühlig aber auch kraftvoll interpretiert.

Shilkloper hat ein Instrument selbst entwickelt und dem Publikum am Samstagabend vorgetragen. «Das Alpinidoo ist ein Didgeridoo mit Alpengefühl», wie er erklärt. Tatsächlich fühlt man sich beim Hören dieser Klänge Australien nahe. Mit «Kobra» entschwinden die Musiker in die jazzig-moderne Ecke. Dem Publikum gefällts. «Es ist schwierig, so jazzig mit Streichern zu spielen. Ich bin froh, haben wir gestern noch geübt», sagt Shilkloper. Paul Taylor hört zu und meint: «Jetzt fängt er an zu plaudern, dabei hat er es gar nicht nötig.»

Auf die moderne Version folgen Beatles-Klassiker wie «Eleanor Rigby, Fool on the hill und Penny Lane». Zu «Tommy’s Tarbukas» von Alasdair Fraser, klopfen die Musiker im Takt auf ihre Instrumente. Dirigent Paul Taylor und Arkady Shilkloper tanzen mit. Zum Schluss gibts eine herzliche Umarmung.