Anfang Mai brach ein 24-jähriger Schweizer nachts und mit einer Axt in den Volg von Oberrohrdorf ein. Ein Nachbar wurde allerdings auf die Tat aufmerksam und alarmierte die Polizei. Diese konnte den Mann, der aus der Region stammt und unter dem Einfluss von Drogen und Alkohol stand, im Laden festnehmen.

Das Zwangsmassnahmengericht bewilligte eine Untersuchungshaft bis zum 1. Juli. Dagegen erhob der Mann Beschwerde, die das Aargauer Obergericht abwies. Daraufhin zog er das Urteil an das Bundesgericht. Der junge Räuber bestritt in seiner Begründung den dringenden Tatverdacht nicht, wohl aber, dass eine Flucht- oder Wiederholungsgefahr vorliegt. Er forderte deshalb er sei unter Auflagen freizulassen. 

Für die Untersuchungshaft muss neben dem dringenden Verdacht ein besonderer Haftgrund wie Flucht- oder Wiederholungsgefahr vorliegen. Bei der Fluchtgefahr reicht es nicht, wenn möglich erscheint. Sie muss als wahrscheinlich eingestuft werden. Bei der Prüfung sind zudem die Schwere der drohenden Strafe, die familiären und sozialen Bindungen sowie die berufliche und finanzielle Situation zu berücksichtigen.

Untersuchungshaft verlängert

Des Bundesgericht kommt in seiner Prüfung zum Schluss, dass eine erhebliche Wahrscheinlichkeit vorliegt, dass der Einbrecher untertauchen würde, um sich einer Freiheitsstrafe zu entziehen. Es hat deshalb das Urteil des Aargauer Obergerichts bestätigt. 

Die Richter in Lausanne stützen ihre Einschätzung auf eine Reihe von Argumenten. Wegen Diebstählen und Gewaltdelikten (Raub, Erpressung, Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte) ist der Volg-Einbrecher mehrfach vorbestraft. Im aktuellen Verfahren wird ihm auch gewerbsmässiger Diebstahl vorgeworfen. "Angesichts seiner Vorstrafen hat er deshalb mit einer unbedingten und empfindlich hohen Freiheitsstrafe zu rechnen", schreiben die Richter in Lausanne. Unterdessen hat das Zwangsmassnahmengericht die Untersuchungshaft um drei weitere Monate bis zum 1. Oktober verlängert. Es erscheint damit unwahrscheinlich, dass er vor Prozessbeginn wieder auf freien Fuss kommt.

Schon einmal aus Psychiatrie geflohen

Der Volg-Einbrecher hat weiter keinen festen Wohnsitz und ist arbeitslos. Wie er selbst in seiner Beschwerde ausführt, will ihn seine Familie nicht mehr unterstützen. Er hat seinen Lebensunterhalt mit Diebstählen finanziert. Andere soziale Bindungen, die ihm Halt geben könnte, bestehen nicht. Der junge Schweizer hatte selber schon angegeben, die Strukturen in therapeutischen Massnahmezentren seien ihm zu engmaschig. Deshalb hält das Bundesgericht eine Flucht für wahrscheinlich, zumal er schon einmal aus einer psychiatrischen Klinik ausbüxte.

Auch kam er einer persönliche Meldepflicht bei der Staatsanwaltschaft Baden (jeden Montag und Donnerstag) schon nach einer Woche nicht mehr nach. Konkret meldete er sich am 2. Mai 2017 nur noch telefonisch bei der Staatsanwaltschaft, weigerte sich aber, seinen Aufenthaltsort anzugeben. In der folgenden Nacht brach er in den Volg in Oberrohrdorf ein.

Urteil: 1B_240/2017