Bad Zurzach
Der Zurzi-Märt startet in eine Saison, wie es sie noch nie gab

Neu findet der Markt jede Woche statt – wie gross ist die Nachfrage in Corona-Zeiten? Ein Augenschein.

Rosmarie Mehlin
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Zurzimärt mit Stuhlaktion Stefan Haus (Gewerbepräsident Rheintal Studenland), Franziska Zölly und Karin Fischer (Gemeinderätinnen)

Zurzimärt mit Stuhlaktion Stefan Haus (Gewerbepräsident Rheintal Studenland), Franziska Zölly und Karin Fischer (Gemeinderätinnen)

Daniel Weissenbrunner


«Die Bäume schielen nach dem Wetter. Sie prüfen es. Dann murmeln sie: Man weiss in diesem Jahre nie, ob nun raus mit die Blätter oder rin mit die Blätter oder wie?» Schon die ersten Zeilen von Erich Kästners Gedicht «Atmosphärische Konflikte» machen klar, dass der Frühling schon zu dessen Lebzeiten Kapriolen liebte. Die Zurzi-Märt-Kommission aber hat aufs Wetter gepfiffen: Am Samstag war’s – den Temperaturen zum Trotz – vorbei mit dem Winterschlaf und hinein in eine Saison, wie sein wird, wie keine zuvor.

Denn neu ist jetzt bis Oktober jeden Samstag zwischen 8.30 und 12 Uhr der Platz vor dem Verena-Münster Treffpunkt für Vitaminhungrige und Entdeckungsfreudige, wozu auch gar so manche erbauliche Begegnung mit aus den Augen Verlorenen gehört.

Über fünf Monate lang waren Zopf, Zwirbel- und Holzfällerbrot der Familie Biland aus Rümikon vermisst worden; zur Qual der Wahl wird das Sortiment ihrer selbst gemachten Konfitüren: Zwischen Him-, Erd-, Brom- und Blaubeer lockte verführerisch solche aus Orangen-Kürbis. Die feinen Äpfel von Kellers aus Endingen fehlen ebenso wenig wie ihre Härdöpfel namens Erika und Laura. Beim Bio-Meier aus Full gesellen sich Charlotte sowie «ungetaufte» Süsskartoffeln dazu. Vom Sauerklee gab es hier ein Versuecherli: Die kleinen, rot-beigen Knollen kommen aus Peru, schmecken ein bisschen wie Radiesli und können roh oder gebraten genossen werden.

«Ankinka» hat Sohn Luis den Stand der Fusions-Gemeinderätin Franzisca Zölly getauft, an dem sie ausschliesslich Demeter-, Bio- und Fare-Trade-Produkte anbietet, so etwa Dinkel-Teigwaren, Ribelimais-Chips und «Caffè Irlanda», der in Mexico auf einer vor über 100 Jahren von einer irischen Familie gegründeten Finca angebaut wird. Der Stand daneben preist sich als «Genüssli» an. Der aus Israel stammende Tomer David lockt nebst einer stattlichen Auswahl an Nüssen auch mit getrocknete Früchte, Müesli und Dattelsirup sowie ab nächsten Monat selbst zusammengestellte israelitische Gewürzmischungen.

Kunterbunt bemalte Stühle

Für einen süssen und wärmenden Zwischenhalt sorgten diesmal Teenies vom Jugendhaus mit heissem Kaffee und gluschtigen selbst gebackenen Kuchen. Platz nehmen konnte man auf kunterbunt bemalten Stühlen, wie sie im Sommer auf den ganzen Flecken verteilt stehen werden. In drei Workshops wird die Kunst des Stuhlbemalens in den kommenden Wochen vermittelt (Anmeldung unter fleckenbuero@badzurzach.ch). Wer es lieber salzig statt süss mag, kommt am Stand von Xiaoping Kyburz aus Rekingen etwa mit einer Frühlingsrolle auf seine Rechnung. Sandra Schmid aus Ehrendingen bietet Secondhand-Kleider für Jugendliche an und an zwei weiteren Ständen wird Natur gross geschrieben. Die Öle, Vitamine, Salze, die Manuela und Daniel Gränacher aus Böbikon anbieten, können nicht nur Menschen bei Heuschnupfen, Unruhe, Arthrose oder Müdigkeit Erleichterung verschaffen – zu kaufen sind auch Naturprodukte für Hunde und Katzen.

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