Bad Zurzach
Geheimnissen der Liebe auf der Spur: Schreiber & Schneider kommen in die Stuben ihrer Zuhörer

Am Valentinstag liest das bekannte Bad Zurzacher Kolumnenpaar live aus ihrem neuem Buch – online in einem Live-Stream.

Ursula Burgherr
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Steven Schneider und Sybil Schreiber lesen für einmal für das virtuelle Publikum.

Steven Schneider und Sybil Schreiber lesen für einmal für das virtuelle Publikum.

Zvg

«Ich habe Lampenfieber wie in echt», meint Sybil Schreiber beim Testlauf zur Livestream-Lesung, der im Geschichtenhaus Hirschli in Bad Zurzach aufgenommen wird. Für die technische Umsetzung sorgt das junge Aargauer Start-up-Unternehmen «Lunilo.live». Initiant Luzius von Mandach schloss sich dafür mit zwei Studienkollegen zusammen.

Ihr Ziel: Kultur künftig in die Wohnzimmer zu bringen. «Wir wollen damit Künstlerinnen und Künstlern in diesen schwierigen Zeiten neue Auftrittsmöglichkeiten bieten», meinen die drei. Jeder, der Lust hat, zuzusehen, kann sich anmelden und ein Ticket kaufen. Damit wird den zurzeit oft brotlosen Kunstschaffenden ein kleines Einkommen garantiert.

Sybil Schreiber und Steven Schneider sind von der Idee begeistert und stellen sich als erste Kulturschaffende zur Verfügung, welche die neue Plattform testen und bespielen.

«Ernst» gilt es am 14. Februar um 18 Uhr: Dann liest das Kolumnenduo Schreiber vs. Schneider live und online aus seinem neuen Buch «Nun sag, wie hast du’s mit der Liebe?». Dafür hat das bekannteste schreibende Ehepaar der Schweiz mit Menschen zwischen 8 und 93 Jahren intime, berührende, witzige, aber auch traurige Gespräche über ihre Liebeserfahrungen geführt.

Mit dem 26-jährigen Gärtner, der verzweifelt eine Freundin sucht; mit einer Frau, die ihr ganzes Leben Pech mit Männern hatte und mit 69 die grosse Liebe fand; mit der Geliebten, die ein Dasein im Verborgenen fristet; oder mit dem pensionierten Paar, das plötzlich rund um die Uhr zusammen ist.

Zündfunke für das neue Werk gab ein klitschnasses Stück Papier, das Sybil Schreiber auf einem Sonntagsspaziergang fand: «Es war ein Liebesbrief – in krakeliger Kinderschrift geschrieben. Ich veranstaltete kurz danach zu diesem Thema einen Workshop für Drittklässler. Sie schrieben Liebesbriefe, an wen sie wollten; an ihre Katze, die Grosseltern oder Schulschätze. Das war extrem berührend. Deshalb entstand daraus das Auftaktkapitel im Buch.» Aber auch von Krisen, Krankheiten und Schwierigkeiten ist im Buch die Rede.

Fazit: Durchhalten lohnt sich

Und es wird klar: Liebe ist eine dauernde Auseinandersetzung, in welchem Alter auch immer. Mit Psychologin und Beziehungsexpertin Pasqualina Perrig-Chiello versuchen Sybil Schreiber und Steven Schneider, das Phänomen Liebe zu ergründen. Die Quintessenz für das Kolumnenpaar nach den vielen Gesprächen: «Durchhalten lohnt sich. Zu nahe aufeinander zu sein, kann allerdings anstrengend werden.»

Sybil Schreiber und Steven Schneider sind Bühnenprofis. Aber sie wirken auch beim Testlauf zur Online-Lesung spontan, persönlich und unbefangen. Dadurch vermitteln sie selbst über den Bildschirm einen Eindruck der Nähe.

«Wir versuchen, uns das Publikum vorzustellen – auch wenn da keines sitzt. Aber im Gegensatz zu einem Live-Event werden wir natürlich niemanden lachen hören und keine direkten Rückmeldungen erhalten. Das fehlt schon.»

Trotzdem können sie sich Livestream-Lesungen für die Zukunft vorstellen. Und was meint das Trio von «Lunilo.live» nach dem Testlauf? «Es hat alles gut geklappt, und wir sind auf den Valentinstag vorbereitet», sagen sie.

Steven Schneider und Sybil Schreiber mit dem Team von Lunilo.live.

Steven Schneider und Sybil Schreiber mit dem Team von Lunilo.live.

zvg

«Unser Ziel sind dereinst Hy­brid-Events mit einem kleinen Publikum vor Ort und gleichzeitigen Liveübertragungen für ein paar hundert Leute. Für Kunstschaffende bietet sich damit auch nach Corona die Möglichkeit, ein breites Publikum zu erreichen.»

Livestream-Lesung am 14. Februar, 18 Uhr; auf https://lunilo.live.

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