Man amüsierte sich köstlich und konnte schmunzeln oder herzhaft lachen über den Sprachwitz, die musikalische Kreativität und die gelungenen Verse. Das ein oder andere Mal blieb einem das Lachen auch im Halse stecken. Und wenn ein Vers mal eher holperig daherkam, überhörte man den dichterischen Fehltritt geflissentlich.

Nie wäre man auf die Idee gekommen, das Lokal vorzeitig zu verlassen. Allerdings wäre dies auch ein schwieriges Unterfangen gewesen – die Rose war dermassen überfüllt. Tisch an Tisch, Stuhl an Stuhl, Ellbogen an Ellbogen, Kopf an Kopf. Frohnaturen sagen: So muss Fasnacht sein, notorische Nörgler würden von Dichtestress reden.

Eine Kostprobe: Schnitzelbänke 2019 in Baden

Schnitzelbänke 2019 in Baden

Von Schneider-Ammann in den Himmel, vom Cordualplatz nach Boswil.

Dicht war auch der Auftritt der Schlümpfe. Sie brachten mit ihrem Motto «Baden ist. Royal.» königlichen Glanz ins Haus. Hier ein kurzer Ausschnitt aus ihrem Text, der ein geballtes Sammelsurium an Ausdrücken und Namen aus der Film- und Showbranche war:

Und der Stadtrat? Das tapfere Schneiderlein mit seinem Käfig voller Narren, hat wieder eine Handvoll Dollar mehr für seine 4,62 Millionen budgetierten Busseneinnahmen. Da denke ich mir: Wie klaut man eine Million?

«Clochards» nahmen im «Trudelkeller» auch den Badener Stapi aufs Korn.

«Clochards» nahmen im «Trudelkeller» auch den Badener Stapi aufs Korn.

Ebenfalls zum Thema Stadtammann: Ultimo Giro, musikalisch wie gewohnt glänzend präsentiert:

Wo de Schneidi isch go schwümme,

mit em Schwümmring und de Brülle,

mit em Schnorchel isch er gschwumme, hät chlini Fischli gfunde.

Drum isch er au so froh

Sind sini Latsche fürecho.

Premiere für «Galicisch(e)-Gipfeli-Gilde (GGG)», die in der «Rose» zu überzeugen wusste.

Premiere für «Galicisch(e)-Gipfeli-Gilde (GGG)», die in der «Rose» zu überzeugen wusste.

Ein beliebtes Thema auch die Badener Finanzen und der «geblitzte Metzger Müller». So etwa bei Blächschade:

Mit em «Nei» zur Stüürerhöhig

isch Bade gforderet ganz ghörig.

Die läbesfrohi Stadt wänd all,

aber ebe au s’eigete Portemonnaie prall.

«Egoismus cha ned d’Lösig si!»,

dänket sich heimischi Innovativi.

Mit guetem Bischpil goht de Metzger Müller vor

Und wird vom Stadtturm-Blitzer de Hauptsponsor.

Die «Schlümpf» verliehen dem «Trudelcheller» königlichen Glanz.

Die «Schlümpf» verliehen dem «Trudelcheller» königlichen Glanz.

Und nochmals Metzger Müller, von den Clochards:

2000 Schtutz Buess hätt er chönne schpare,

wenn er bim Stadtturm nid wär gfahre;

wenn er Grill und Tisch und so hätt treit,

hätt de Polizei-Schef gar nüt gseit!

Neben der kommunalen wurde auch die eidgenössische Politik bedichtet, hier ein Beispiel von der originellen Einmann-Truppe GGG (Galicische-Gipfel-Gilde):

Ganz fern vo jeder Ratio

verhandlet de Ignazio.

De Parmelin de wächslet d’Zone,

brucht Subventione statt Kanone.

Im VBS wos echli gärt

stoht jetzt zum Glück e Frau am Herd.

«Die 3 vo Brugg» genossen in Baden Gastrecht. Hier sorgten sie für Lacher in der «Linde».

«Die 3 vo Brugg» genossen in Baden Gastrecht. Hier sorgten sie für Lacher in der «Linde».

Oschterzäpfe aus Brugg, diesmal allein – nur mit seiner Gitarre – unterwegs, kam beim Publikum sehr gut an:

Wenn denn i knapp 10 Johr a de nöchschte Badefahrt,

de Mario Botta ebe au uf Bade fahrt,

ob ächt s’Thermalbad fertig seig, wo all druuf plange?

Jo scho ganz glii, doch seig s’Thermalwasser uusgange.

Und di «3 vo Brugg» schmeicheln sich zum Schluss ihres Programms beim Badener Publikum ein:

Im Städteranking ganz wyt hinde

uf Platz 101 – tuesch Bade finde,

hinder Wettige und Spreitebach,

theoretisch lausig und ganz schwach.

Doch i dr Praxis – und das isch glatt

Baden ist … di geilschti Stadt!

Apropos: Gut, gibt es die einfallsreichen und fantasievollen Schniba-Gruppen. Baden ist. Und soll ja weiterhin lebensfroh bleiben.