Badenfahrt

Baden baut auf: Das sind die Festgebiete «Nord» und «Unten»

Die Aufbauarbeiten an der Limmat und im Kurpark für die Badenfahrt laufen auf Hochtouren.

Baden verändert sich von Tag zu Tag, von Stunde zu Stunde. In drei Tagen beginnt die Badenfahrt. Wer jetzt schon in der Mittagspause oder nach Feierabend durch die Stadt geht, sieht deutlich, wie viel freiwillige Arbeit, wie viel Energie und Herzblut in diesem Fest stecken. Als Vorgeschmack zeigen wir Ihnen in einer kleinen Serie die besten Bilder vom Aufbau in den verschiedenen Festgebieten.

Den Anfang machen heute das Gebiet «Nord» mit dem Kurpark und dem Tränenbrünneli, sowie das Gebiet «Unten», das sich der Limmatpromenade entlang am Landvogteischloss vorbei bis zum Kraftwerk Aue erstreckt. Die zwei Gebiete sind kein Gegensatzpaar, sie sind eng miteinander verwachsen: Im Kurpark steht nicht nur die Festspielbühne, hier gibt es auch einige kleine, aber sehr feine Beizen.

Im Schlussspurt: Drei Badenfahrt-Macher und ihre Bars.

Im Schlussspurt: Drei Badenfahrt-Macher und ihre Bars.

Vom Park zur Limmatpromenade hinab führt während der Badenfahrt eine imposante Freitreppe mit 153 Stufen. Oben an der Treppe bietet der Verein Freiluftkino Baden eine spektakuläre Aussicht über die Stadt – und zeigt Vorfilme des Filmfestivals Fantoche. Unten am Fluss warten die alternative Bühne Polygon und wiederum zahlreiche Festbeizen, bis hin zur Kantibeiz in der Aue. Viel wurde im Vorfeld der Badenfahrt über laute und leise Ecken diskutiert. Die beiden Festgebiete «Nord» und «Unten» zählen zu den leiseren. Und nicht zuletzt stehen an der Limmat zahlreiche stille Bänkli.

Ein Festgebiet, das zusammenschweisst

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Beim Spaziergang durch das Gebiet «Unten» entlang der Limmatpromenade fällt die Vielfalt an Festbetrieben auf: Alt-Pfader, Alt-Badener, Asylsuchende, Schauspieler und Musiker treffen auf engem Raum aufeinander und kreieren eine einmalige Atmosphäre. «Der Aufbau ist womöglich die schönste Zeit der ganzen Badenfahrt, die Zusammenarbeit in unserem Verein, aber auch zwischen den einzelnen Vereinen, ist grossartig», sagt Georg Gindely vom Verein Le Kartoon. Die positive Stimmung ist rund um Trudels Tränenbrünneli gut zu spüren, trotz aller Anstrengung und Mühe.

Eine leichte Alternative zum Holzbau

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Der Verein Le Kartoon wurde von Pfadi- und Schulfreunden gegründet. Georg Gindely sagt zum Konzept der Beiz, die zuhinterst im Festgebiet «Unten» an der Limmat liegt: «Wie der Name verrät, besteht Le Kartoon aus Karton. Die grossen Säulen liessen wir bei einer Firma anfertigen, die kleineren Röhren haben wir gratis von einer Zeitungsdruckerei.» Ein Problem sei die Nässe. Die Regentage letzte Woche seien die Feuertaufe für die fragile Beiz gewesen. «Jetzt sind wir vorbereitet und wissen, was zu tun ist im Falle eines Regenschauers während der Badenfahrt», sagt Gindely.

Ein Bootssteg für den Fall der Fälle

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Ein paar Meter unterhalb des Limmatstegs beim Promenadenlift baut der Zivilschutz am Ennetbadener Ufer derzeit einen provisorischen Bootssteg für die Wasserrettungskräfte. Falls ein Festbesucher in die Stromschnellen der Limmat fällt, legt von hieraus das Rettungsboot der Feuerwehr ab. Pro Schicht wird eine dreiköpfige Besatzung zur Rettung bereit stehen. Sie setzt sich jeweils aus einem Bootsführer einer Bootsbaufirma, einem Rettungsschwimmer der SLRG Sektion Baden-Brugg sowie einem Mitglied der Feuerwehr oder der Pontoniere Baden zusammen.

Eine Beiz für Fernweh und neue Heimatgefühle

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Das Kafi Royal beim Tränenbrünneli ist aus Teilen der provisorischen Fussgängerpasserelle am Schulhausplatz zusammengesetzt worden. Baumeister Marc Angst sagt: «Mit dem Pflichtprogramm sind wir am Dienstag schon fertig, jetzt folgt die Kür.» Die Kür sei zum Beispiel eine kleine Treppe an die Limmat hinunter, weil immer mal wieder etwas ans Flussufer hinunterfalle. «Oder auch um die Hand ins kühle Wasser zu tauchen.» Im Kafi Royal
arbeiten ganz selbstverständlich Geflüchtete mit, auch im OK. Dekorationschef Melese
Alemayehu etwa stammt aus Äthiopien.

Ein Schriftzug hoch über dem Fluss

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Seit dem vergangenen Wochenende hängt im grossen Brückenbogen der Hochbrücke der Schriftzug mit dem Festmotto «Versus». In der Nacht wird er zusammen mit den Bauten auf der Brücke in die Ferne leuchten. Der 111 Meter lange Hauptbau des OKs und die Beizen an den Brückenköpfen verbinden drei Festgebiete. Seit die Hochbrücke 1926 eröffnet wurde, muss man nicht mehr in die enge Klus hinabsteigen, um die Limmat zu überwinden. Die Badenfahrt ist auch für alteingesessene Badener die beste Gelegenheit, den oft etwas stiefmütterlich behandelten Flussraum neu zu entdecken.

Ein kleines Paradies an der Limmat

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Der Verein Paradogma baut an der Limmat neben dem Landvogteischloss das «Piccolo
Paradiso» auf. Vom zweiten Stock der Bar hat man eine beeindruckende Aussicht auf die Altstadt. «Es geht darum, der Stadt an der Badenfahrt etwas zurückzugeben», sagt Vereinspräsident Dominic Leu (2.v.r.), der Paradogma extra für die Badenfahrt mit sechs Freunden gegründet hat. Man freue sich darauf, die Bar mit Kollegen und Bekannten bald offiziell einzuweihen. «Auf diesen Moment arbeiten jetzt alle, die am Aufbau beteiligt sind, gemeinsam hin», sagt Leu.

Eine neue Bücherkiste aus altem Holz

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Die «UfLäseBox» des Römerquartiervereins und des Gemeinnützigen Frauenvereins im Kurpark besteht wie die «Schwesterbeiz» Kafi Royal aus recycelten Holzelementen von der Schulhausplatzbaustelle. Die Fassade besteht aus Weidenzweigen und Ikea-Boxen, die nach dem Abbau weitergegeben werden – die Idee zur Festbeiz stammt von Attila Herendi. Mit dem Aufbau sei man voll im Plan, sagt Sabina Dürrenberger vom Quartierverein: «Es ist fast schon Barbetrieb möglich.» Und Kollege Lieni Fueter betont: «Das Quartier wächst dank der Badenfahrt wieder zusammen.» Auf dem Programm stehen Lesungen einheimischer Schriftsteller; bis zur Eröffnung wird der Verein noch Klappstühle für die Gäste aufstellen. Und das i-Tüpfelchen: Ein lauschiger Garten, mitten im Kurpark.

Es wird gehämmert, gesägt und geschliffen: Rundgang durch das abendliche Baden am Montag.

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