Baden
Baden braucht schnell Schulprovisorien – sechste Klasse wandert in Container

Bis zum Schuljahresbeginn 2014/15 braucht es für Tagesschule, Meierhof und Rütihof mehrere Provisorien. Grund ist die Systemumstellung auf sechs Jahre Primarschule und drei Jahre Oberstufe.

Roman Huber
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Ein Provisorium aufs Provisorium gibt es beim Schulhaus Meierhof, um die künftige sechste Primarklasse unterzubringen.

Ein Provisorium aufs Provisorium gibt es beim Schulhaus Meierhof, um die künftige sechste Primarklasse unterzubringen.

David Egger

Es pressiert. «6/3» steht vor der Tür. Mit andern Worten: Auf das Schuljahr 2014/15 wird von fünf Primar- und vier Oberstufenschuljahre auf sechs Primar- und drei Oberstufenjahre umgestellt. Der Systemwechsel hat die Schulbehörden in einigen Gemeinden ins Schleudern gebracht und bereitete auch in Baden bei der Schulraumplanung zusätzliches Kopfzerbrechen.

Bauauflage vor Einwohnerrat

Zurzeit liegen die Baugesuche gleich für drei Container-Standorte öffentlich auf. Dies, obschon der Einwohnerrat erst an seiner Mai-Sitzung über die Mammutvorlage Schulraumplanung und die Container-Kredite entscheiden wird.

Der Stadtrat musste aus Zeitgründen das Baugesuchsverfahren vorziehen. «Denn alle Provisorien, die es für den Systemwechsel braucht, müssen aber bis Schuljahresbeginn stehen», erklärt Stadtrat und Bauvorsteher Markus Schneider.

Der Grund für die Verspätung liegt zweifellos in der Komplexität der gesamten Schulraumplanung. Diese verzögerte sich, weil sie noch einmal überarbeitet werden musste, sodass sie der Stadtrat später als geplant verabschieden konnte.

Es geht nicht ohne Provisorien

Zwar sind Provisorien heute feudaler als noch früher. Dennoch haben Container allein vom Wort her etwas Anrüchiges an sich. «Wir brauchen nun mal diesen Raum und hoffen einfach, dass er wenigstens gestaltbar ist», sagt Alex Grauwiler, Geschäftsleiter der Volksschule.

Die Stadt Baden muss bis Sommer gleich für 1,5 Millionen Franken solche Container beschaffen und einrichten. «Wir müssen damit die Zeit überbrücken, bis der neue definitive Schulraum steht», erklärt Stadtrat Markus Schneider. Sein Ressort (Abteilung Planung und Bau) spielt derzeit die wichtigste Rolle im Reigen der Schulraumplanung der beteiligten Abteilungen Finanzen, Kinder Jugend Familie, Liegenschaften, Planung und Bau sowie Volksschule.

Selbstverständlich strebe man eine möglichst kurze Aufenthaltszeit in den Provisorien an. Diese hängt davon ab, wie rasch die neuen Schulbauten erstellt werden können. Denn diese Investitionen müssen auch noch an der Urne genehmigt werden.

Beim Schulhaus Meierhof wird der bereits seit 2011 bestehende Pavillon am Rand des Tartanplatzes um ein zweites Geschoss aufgestockt. Dort will man die neue sechste Klasse ab Sommer 2014 unterbringen. Der Einwohnerrat soll dafür an seiner nächsten Sitzung 500 000 Franken bewilligen. Für Schneider eine unumstössliche Ausgangslage.

Auch Rütihof und Tagesschule

Provisorischen Schulraum braucht es insbesondere auch in Rütihof. Dort müssen für die Schulraumerweiterung die bereits seit 1988 bestehenden Provisorien beim blauen Schulhaus weichen. In zwei Pavillons aufgeteilt werden Container für sechs neue Klassenzimmer und Toilettenanlagen aufgestellt. Insgesamt erhält Rütihof dadurch knapp 500 Quadratmeter Fläche. Die Kosten hierfür belaufen sich auf 770 000 Franken.

Auch die Tagesschule braucht während der Bauarbeiten im alten Schulhaus ein Provisorium, und zwar für den Mittagstisch für 90 Personen. Der Container wird auf dem Hartplatz beim Schulhaus Ländli aufgestellt. Die Kosten betragen 350 000 Franken.

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