Baden
Das neue Kletterparadies in Baden wird bei der Eröffnung von den Besuchern überrannt

Der Traum der eigenen Kletterhalle ist nun Realität: Am Samstag haben Kevin Huser und Dimitri Canonica auf dem Ferroareal die erste Boulderanlage im Raum Baden eröffnet. Der grosse Andrang hat selbst die beiden Initianten überrascht.

Rahel Künzler
Drucken
Kletterbegeistert: Der Andrang in der Boulderhalle Baden war gross.

Kletterbegeistert: Der Andrang in der Boulderhalle Baden war gross.

Rahel Künzler

Bouba – für Boulderhalle Baden – steht seit kurzem gross an der Fassade der Ferrohalle beim Bahnhof Oberstadt geschrieben. Am Samstag hat das erste Kletterangebot im Raum Baden offiziell eröffnet. Badenerinnen und Badener haben sehnlichst darauf gewartet, so scheint es.

Pünktlich um elf Uhr vormittags stehen bereits die ersten 40 Kletterbegeisterten Schlange. Knapp drei Stunden später ist die Besucherobergrenze erreicht. Neue Gäste müssen draussen bei der Eingangskontrolle warten.

In der ehemaligen Industriehalle herrscht reger Betrieb. Während die einen in den Kletterwänden hängen, rufen ihnen Kolleginnen und Kollegen von unten Tipps zu. Viele weitere stehen daneben und plaudern in Grüppchen. Gross und klein, jung und alt versucht sich an den neuen Routen, oder viel eher Boulderproblemen.

Auf Instagram viele Einblicke gegeben

Bouldern, von englisch «boulder» für Felsblock, ist das Klettern ohne Seil auf Absprunghöhe. Die noch junge Kletterdisziplin, welche neben Kraft vor allem auch Beweglichkeit und Köpfchen erfordert, wird immer beliebter. Ständig eröffnen neue Hallen, nun also auch eine in Baden. Der riesige Andrang zum Tag der offenen Tür hat selbst die jungen Kletterhallenbetreiber Kevin Huser (26) und Dimitri Canonica (26) überrascht. «So viele Menschen in unserer Halle zu sehen, ist einfach nur unglaublich», sagt Huser.

Ein Traum wird Wirklichkeit: Dimitri Canonica (l.) und Kevin Huser haben die erste Boulderanlage im Raum Baden eröffnet.

Ein Traum wird Wirklichkeit: Dimitri Canonica (l.) und Kevin Huser haben die erste Boulderanlage im Raum Baden eröffnet.

Rahel Künzler

Für grosse Aufmerksamkeit gesorgt hat die entstehende Boulderhalle wohl insbesondere auf Instagram. Mit lustigen Videos gaben die Initianten dort regelmässig Einblicke in ihre Arbeit. Mal sieht man, wie Huser beim Putzen zentimeterdicke Staubschichten einsaugt, oder wie die beiden Löcher im Hallenboden mit Zement füllen. Die gemeinsame Begeisterung fürs Projekt ist nicht unbemerkt an den Leuten vorbei gegangen, ist Canonica überzeugt.

Die Idee, das fehlende Kletterangebot in Baden selbst zu realisieren, kommt den passionierten Kletterern im Frühjahr 2020. Die Voraussetzungen stimmen: Beide haben mehrere Jahre als Routenbauer in einer Kletterhalle gearbeitet. Canonica hat Schreiner gelernt. Huser hat als ehemaliger Profikletterer bereits unzählige Hallen gesehen. Als die Finanzierung steht, übernehmen die beiden im Juli 2021 die Ferrohalle zur Miete und starten mit der Arbeit – nur 143 Tage später läuft der Kletterbetrieb. Längere Pausen haben Huser und Canonica während der ganzen Bauzeit keine eingelegt. Auch wegen Lieferverzögerungen mussten sie in den letzten Wochen nochmals besonders hart schuften.

Kletterhalle hat sieben Tage die Woche geöffnet

«Die Arbeit nahm einfach kein Ende», so Huser. Noch am Freitagnachmittag schraubt das Duo die letzten Klettergriffe an die Wände. «Das hier macht den ganzen Stress aber wieder wett», sagt Canonica, der gerade seinen Nonno durch die Halle geführt hat. Seit Sonntag hat die Boulderhalle nun regulär geöffnet – sieben Tage die Woche. Ein Eintritt für Erwachsene kostet 23 Franken, Jugendliche bis 20 Jahre und Studenten bis 30 Jahre zahlen 20 Franken. 119 Routen sind bereits geschraubt – darunter solche für Anfänger und Fortgeschrittene. Längerfristig soll sich die Zahl zwischen 130 und 150 einpendeln.