Baden
Der Sport soll ins Budget 2022: Die Vereine fordern von Stadt mehr Unterstützung

Informationen zum Sportangebot in Baden sollen einfacher zugänglich sein und Massnahmen zur Sportförderung im Stadtbudget erscheinen.

Rahel Künzler
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Die Volleyballerinnen vom VBC Kanti Baden messen sich in der zweithöchsten Spielliga.

Die Volleyballerinnen vom VBC Kanti Baden messen sich in der zweithöchsten Spielliga.

Alexander Wagner (13.10.2019)

Baden ist nicht nur Kultur- und Bäderstadt, sondern hat mit über 80 Vereinen von Aikido, Handball, Kanufahren, Leichtathletik, Touch Rugby bis Volleyball auch aus sportlicher Sicht einiges zu bieten. Laut dem Sportleitbild aus dem Jahr 2015 will die Stadt das vorhandene Angebot an Sport- und Bewegungsmöglichkeiten erhalten und weiterentwickeln sowie mehr Leute zum Sporttreiben motivieren.

Bis heute gibt es im Gesamtbudget der Stadt Baden allerdings keine Kategorie «Sport». Die Ausgaben für sportliche Aktivitäten und Sportanlagen sind etwa unter Schule oder im Bereich Immobilien angesiedelt.

Informationen müssen «mühsam» zusammengesucht werden

Die 2017 gegründete Interessengemeinschaft Sportvereine Baden will freundlichere Rahmenbedingungen für alle Sportaktiven, über die Grenzen der Volksschule hinaus, schaffen. Sie fordert, dass Massnahmen und Leistungen zur Sportförderung künftig separat im Stadtbudget aufgelistet werden. Ebenfalls sollen Informationen zum Sport- und Bewegungsangebot stärker auf die Bedürfnisse der Sporttreibenden ausgerichtet werden.

«Im Moment muss man sich Informationen zu Vita-Parcours, Sportanlagen und Sportvereinen noch auf mindestens vier verschiedenen Websites mühsam zusammensuchen», sagt Roger Roggensinger, Präsident der IG. Wie wichtig Sport und Bewegung für die Bevölkerung sei, hätte sich auch gerade im Coronafrühling 2020 gezeigt, als das öffentliche Leben weitgehend stillstand.

Schon viele Einwohnerräte ins Boot geholt

Um Ziele zum Thema «Sport» ins Stadtbudget festzuschreiben, hat die IG Sportvereine Baden vergangene Woche einen Direktauftrag eingereicht. Der schriftliche Antrag musste im Vorfeld von mindestens fünf Mitgliedern des Stadtparlaments unterschrieben werden.

Das sei überhaupt kein Problem gewesen, betont IG-Präsident Roggensinger. Praktisch alle von der IG angegangenen Stadtparlamentarier hätten den Vorschlag begrüsst. Unterschrieben haben acht Einwohnerräte und zwei Einwohnerrätinnen aus den Fraktionen CVP, GLP, FDP, Team und SVP. Roger Roggensinger:

«Ich bin mir sicher, wir hätten einfach noch mehr Unterschriften gefunden – speziell auch auf Seiten der SP und der Grünen.»

Damit die geforderten Änderungen ins Budget 2022 einfliessen, muss der Stadtrat dem Einwohnerrat bis zur letzten Sitzung vor den Sommerferien Bericht erstatten und Antrag unterbreiten. Der Einwohnerrat kann den Direktauftrag abändern.