Baden
«Die Stadt ist ein Entsorgungsdschungel» –zwei Einwohnerräte wollen Recycling einfacher machen

Für Fabian Hummel und Lukas Eberle ist die Entsorgung in Baden umständlich und zeitaufwendig. Deshalb schlagen sie dem Stadtrat eine neue Lösung vor – und wollen damit die Recyclingquote erhöhen.

Sarah Kunz
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Die Entsorgungsstelle Im Grund in Baden-Dättwil. Hier können unter anderem Altglas oder Altmetall entsorgt werden.

Die Entsorgungsstelle Im Grund in Baden-Dättwil. Hier können unter anderem Altglas oder Altmetall entsorgt werden.

Symbolbild: Sandra Ardizzone

Das Recyclingangebot der Stadt Baden ist unbefriedigend. Das finden jedenfalls Fabian Hummel (Grünliberale) und Lukas Eberle (die Mitte). Die beiden Einwohnerräte haben dem Stadtrat nun mittels eines parlamentarischen Vorstosses einige Fragen zum Entsorgungsangebot gestellt. Sie hoffen, den Stadtrat damit zum Nachdenken anzuregen und die Recyclingquote der Bevölkerung zu verbessern.

Hintergrund der Anfrage beim Stadtrat ist die Tatsache, dass die verschiedenen Recyclinggüter in Baden nicht zentral entsorgt werden können. So müsse man Batterien und Elektrogeräte etwa im Detailhandel entsorgen, Altmetall und Altglas zur Sammelstelle Im Grund in Dättwil bringen oder Papier gebündelt vor die Haustüre stellen. Für die Einwohnerräte ist deshalb klar: «Die Stadt ist ein regelrechter Entsorgungsdschungel.»

Wie Eberle auf Anfrage sagt, ist es für die Bevölkerung umständlich und zeitaufwendig, all diese verschiedenen Stationen anlaufen zu müssen. Das Recycling muss seiner Meinung nach einfacher gemacht werden. Und könnten Haushaltsabfälle künftig gebündelt abgeben werden, würde auch mehr Müll wiederverwertet, sind Hummel und Eberle überzeugt.

Aus diesem Grund wollen die beiden Einwohnerräte mit ihrer Anfrage neuen Schwung in die Diskussion um das Entsorgungsreglement bringen. Dafür möchten sie vom Stadtrat wissen, ob er ihre Auffassung zum unbefriedigenden Angebot und zu einer Verbesserung durch Ergänzungsangebote teilt. Zudem fordern sie Auskunft zur Recyclingquote in Baden und fragen, ob sich der Stadtrat vorstellen kann, Genehmigungen an Drittanbieter zu erteilen.

Bestehendes Angebot mit Abholdienst erweitern

Denn mit dem Erteilen von Konzessionen war die Stadt Baden bislang äusserst zurückhaltend. «Dies wohl aus Angst, eigene Anteile an lukrativen Recyclinggütern zu verlieren», heisst es in der Anfrage. So hätten in jüngster Zeit bereits mehrere Firmen versucht, in der Stadt und Region Baden Fuss zu fassen. Die Versuche von Unternehmen wie «Multibag», «Schollenberger Recycling» oder «brings!» waren jedoch erfolglos.

Abholsäcke von «Schollenberger Recycling» und «Multibag». Sie werden vom Unternehmen vor der Haustüre eingesammelt.

Abholsäcke von «Schollenberger Recycling» und «Multibag». Sie werden vom Unternehmen vor der Haustüre eingesammelt.

Hummel und Eberle wollen dies ändern. Ihr Vorschlag: Das bestehende Angebot durch Recyclingfirmen mit Abholdienst zu ergänzen und eben Firmen wie «Schollenberger Recycling» Zugang zur Stadt zu gewähren. Das Unternehmen stellt Sammelsäcke gegen eine Gebühr zur Verfügung, in denen Recycling-Abfälle ungetrennt vor der Haustüre deponiert werden können. Von dort werden die Säcke dann von der Firma wieder eingesammelt.

«Privaten Anbietern die Tore zur Stadt zu öffnen, hat mehrere Vorteile», heisst es in der Anfrage an den Stadtrat weiter. So könnten Fahrten zu den Entsorgungsstellen vermindert oder in der Mobilität eingeschränkten Personen das Recycling erleichtert werden. Eine Lösung für erwartete Eintragsbussen präsentieren Hummel und Eberle auch gleich: Diese könnten galant durch Konzessionsbestimmungen gesteuert werden.

«Wir sind auch offen für andere Vorschläge», sagt Eberle. «Die Verwaltung kennt sich mit der Materie bestens aus und wird bestimmt einen guten Vorschlag entwickeln.» Wichtig sei ihnen in erster Linie einfach, dass die Stadt das Problem erkennt und handelt. Denn ein Problem sei es.

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