Baden
Einwohnerrat: Nur 22 von 50 Mitgliedern sind vier Jahre nach den Wahlen noch dabei

Am 26. September wird das Badener Parlament neu gewählt. Welches sind die Ziele der Parteien? Und: Welches sind die langjährigen Einwohnerräte?

Pirmin Kramer
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Der Badener Einwohnerrat an seiner Sitzung am Dienstagabend.

Der Badener Einwohnerrat an seiner Sitzung am Dienstagabend.

Zara Zatti / Aargauer Zeitung

Die vergangenen vier Jahre im Einwohnerrat waren geprägt von enorm vielen Wechseln. Nur noch 21 von 50 Einwohnerrätinnen und Einwohnerräten, die im Herbst 2017 gewählt wurden, sitzen aktuell noch im Parlament. Wechsel gab es sogar noch mehr als diese 21: Einige Volksvertreter rückten in der laufenden Legislatur nach – und gaben ihren Sitz inzwischen bereits wieder ab. Am 26. September wird das Parlament neu gewählt. Wie viele der 2017 Gewählten treten wieder an? Und welches sind die Ziele der Parteien? Eine Übersicht.

FDP will wählerstärkste Partei bleiben

Die FDP, aktuell mit 11 Sitzen die grösste Fraktion, will Wähleranteile zulegen und wählerstärkste Partei in Baden bleiben. Die Partei tritt mit einer Liste von 35* Kandidatinnen und Kandidaten an. Fünf Einwohneräte, die 2017 gewählt wurden, sind immer noch Parlamentsmitglieder und treten wieder zur Wahl an: Daniel Schneider, Adrian Humbel, Mark Füllemann, Antonia Stutz und Esther Frischknecht. Auffällig: Von den 11 Bisherigen, die alle wieder antreten, sind in der FDP-Fraktion nur 2 Frauen, Antonia Stutz und Esther Frischknecht.

SP will einen Sitz zulegen

Die zweitstärkste Fraktion im Einwohnerrat, die SP (9 Sitze), will einen Sitz zulegen, wie die Partei auf Anfrage mitteilt. Drei von neun im Jahr 2017 Gewählten sind aktuell im Rat und treten am 26. September erneut an: Natalie Flückiger**, Alex Berger, Selena Rhinisperger. Insgesamt 35 Namen stehen auf der Einwohnerratsliste. Von den neun Bisherigen sind vier Frauen.

Team Baden: Einen Sitz zurückgewinnen

Team Baden (8 Sitze): Von allen Fraktionen hatte die linksliberale Partei die wenigsten Wechsel. Sechs von acht Parlamentsmitgliedern, die im Herbst 2017 gewählt worden sind, treten erneut an: Nadia Omar, Fritz Bosshardt, Iva Marelli, Luca Wälty, Susanne Slavicek und Olivier Funk. Das Team geht mit einer Liste von 25 Personen ins Rennen. «Ziel wäre es, den bei den letzten Wahlen verlorenen Sitz wieder zurückzugewinnen.» Von den acht Bisherigen sind vier Frauen.

Die Mitte will das Zentrum stärken

Die Mitte holte bei den vergangenen Einwohnerratswahlen 7 Sitze – drei der damals Gewählten sind noch immer mit dabei: Stadtparteipräsident Simon Binder, Karim Twerenbold und Sarah Wiederkehr. Insgesamt 24 Namen stehen auf der Liste der Partei. Von den sieben Fraktionsmitgliedern sind sechs Männer. Gefragt nach den Zielen, antwortet die Partei nicht mit einer Zahl, sondern: «Wir wollen die politische Mitte der Stadt stärken.»

SVP: Mit einem altbekannten Gesicht

SVP (6 Sitze). Drei Kandidaten sitzen schon seit vier Jahren für die SVP im Einwohnerrat: Daniel Glanzmann, Adrian Gräub und Tobias Vonesch. Bei den vergangenen Wahlen hat die Partei zwei Sitze abgeben müssen – nun tritt sie mit 12 Personen an. Auffällig: Nicht nur alle Bisherigen, sondern die ganze Liste der SVP ist eine reine Männerliste. Spannende Personalie: Serge Demuth, ehemaliger langjähriger Einwohnerrat und einstiger Parteipräsident, will in die Stadtpolitik zurückkehren und kandidiert für den Einwohnerrat.

Grüne: Mindestens die 4 Sitze halten

Grüne (4 Sitze): Eine der Siegerinnen der vergangenen Wahlen, als die Partei einen Sitz zulegen konnte. «Es gilt, mindestens diesen Sitz zu halten. Für einen zusätzlichen Sitz benötigen wir etwa 2 Prozent zusätzliche Wählerinnen und Wähler – dies ist ambitioniert, aber nötig.» Von den Bisherigen war nur Corinne Schmidlin 2017 bereits gewählt worden. 26 Personen stellen sich für die Grünen zur Wahl, zwei Bisherige sind Frauen.

GLP hofft auf erneuten Sitzgewinn

GLP (4 Sitze): Die Partei verdoppelte ihre Sitzzahl bei den Wahlen 2017. Nur Gian von Planta ist von den damals Gewählten noch immer im Parlament. Nicht mehr antreten wird Sander Mallien, ein GLP-Mitglied der ersten Stunde in Baden und amtierender Einwohnerratspräsident. Die GLP will mit einer 25-Personen-Liste einen zusätzlichen Sitz gewinnen. Die Bisherigen sind alle Männer.

EVP: Die kleinste Fraktion

EVP (1 Sitz): Die kleinste Einwohnerratsfraktion tritt mit der kleinsten Liste an: 6 Personen stellen sich zur Wahl. Den Sitz des 2017 gewählten Alex Meier übernahm Doris von Siebenthal.

*In einer früheren Version des Artikels stand hier fälschlicherweise die Zahl 25.

** In einer früheren Version des Artikels war Natalie Flückiger nicht aufgeführt. Sie gehört dem Badener Einwohnerrat seit dem Jahr 2016 an.

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