Baden
Erneuter Wechsel an der Spitze des Familienzentrums Karussell: Petra Gerster ist die neue Leiterin

Das über die Stadtgrenzen hinaus bekannte Familienzentrum hat bereits wieder eine neue Leiterin, die zweite in diesem Jahr. Petra Gerster freut sich darauf, das Karussel aus dem Dornröschenschlaf zu wecken.

Claudia Laube
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Petra Gerster lebt seit 20 Jahren in Baden und besuchte mit ihren Söhnen früher selbst das Familienzentrum. Nun ist sie dessen neue Leiterin.

Petra Gerster lebt seit 20 Jahren in Baden und besuchte mit ihren Söhnen früher selbst das Familienzentrum. Nun ist sie dessen neue Leiterin.

zvg

Erst im Februar hatte das Familienzentrum Karussell in Baden eine neue Leiterin vorgestellt. Doch Sylwia Schultz ist bereits wieder weg. Ihre Nachfolge hat vor wenigen Wochen die in Baden wohnhafte Petra Gerster angetreten. Die 52-Jährige ist damit die dritte Leiterin, seit Kathie Wiederkehr 2018 in Pension ging.

Diese hat das niederschwellige Angebot zu dem gemacht, was es heute ist: zum über die Stadtgrenzen hinaus beliebten Treffpunkt für Familien. Im Haus an der Haselstrasse 6 finden Kurse und Veranstaltungen für Eltern und Kinder statt. Nach Wiederkehrs Weggang hatte Rosmarie Hubschmied übernommen, die nun seit 1. März das Frauenhaus Aargau Solothurn führt.

Sind die Fussstapfen, die Kathie Wiederkehr hinterlassen hat, doch etwas gross? «Nein», sagt Petra Gerster bestimmt. Schultz habe sich dazu entschieden, das Karussell zu verlassen und wieder in den Bereich familienergänzende Betreuung zurückzukehren, einen Bereich, in dem sie schon vorher tätig war. Schultz sagt auf Anfrage der AZ: «Ich habe in der kurzen Zeit die Kontakte mit Eltern und Kindern sehr genossen und bedanke mich für die Zusammenarbeit mit Stadt und Kanton, die sehr konstruktiv war.»

Das Familienzentrum zu führen, sei eine Herausforderung, sagt Petra Gerster: «Es ist ein offenes Haus und wir haben viele verschiedene Angebote und Anspruchsgruppen, seien es Eltern oder Fachpersonen. Die Fäden in den Fingern zu halten, das muss einem Spass machen.» Und dann seien die Corona-Restriktionen in der Vergangenheit sicherlich auch hart gewesen:

«Wenn man ein Begegnungszentrum führt und es können keine Begegnungen mehr stattfinden, das ist nicht leicht.»

Sie hofft nun, das Familienzentrum wieder «aus dem Dornröschenschlaf zu wecken», wie sie es nennt. Vieles konnte in den vergangenen Monaten nicht stattfinden oder nur reduziert, wie zum Beispiel das Treffpunktcafé Kardomom – auch weil Freiwillige fehlen.

Einige Freiwillige sind in den Lockdowns weggefallen. «Bisher wird es aber sowieso eher zurückhaltend besucht», sagt Gerster. Die Suche nach neuen Freiwilligen gehört genauso zu ihren Aufgaben, wie sich nun mit den diversen Institutionen, die eng mit dem Karussell zusammenarbeiten, zu vernetzen.

Das Programm für das nächste halbe Jahr hat sie inzwischen gemeinsam mit ihrem Team – sie ist nun Chefin von fünf Angestellten – aufgegleist. Am Samstag, 28. August, findet wieder das Karussellfest statt, nachdem es ein Jahr zuvor ausfallen musste. Hier wird sich Gerster den Besucherinnen und Besuchern vorstellen. Und im September werden einige Veranstaltungen dieses Jahr zum ersten Mal durchgeführt, unter anderem das beliebte Väter-Kinder-Frühstück.

Frühe Kindheit ist in der Politik angekommen

Gerster ist ursprünglich aus Solothurn und lebt seit 22 Jahren mit ihrer Familie in Baden. Sie sprüht vor Elan und freut sich sehr, nun diese Institution zu führen: «Ich habe das Karussell mit meinen beiden Söhnen, damals waren sie noch klein und das Zentrum beim Kirchplatz, öfters besucht und dort auch selbst Weiterbildungsangebote geleitet.»

Sie hat erst vor wenigen Monaten an der pädagogischen Hochschule Thurgau und der Universität Konstanz einen Master in Früher Kindheit abgeschlossen; ihrem Herzensthema und etwas, das im Familienzentrum bereits gelebt wird.

Ausserdem habe sie das Glück, dass die Stadt gerade eine Strategie im Bereich frühe Förderung ausarbeitet. «Das kommt für mich in einem guten Moment, wenn auch die Politik dazu Ja sagen würde, hier Angebote zu entwickeln.»

Es sei wichtig, dass Kinder bei Bedarf genug früh unterstützt werden, damit ihre Selbst-, Sozial- und Sprachkompetenzen sowie ihre motorischen Fähigkeiten beim Kindergartenstart gut entwickelt sind. «Vor allem Deutsch zu beherrschen ist enorm wichtig, um nicht bereits in dieser Stufe in Rückstand zu geraten», erklärt sie.

Gerster bringt einen breiten Rucksack an unterschiedlichsten beruflichen Erfahrungen mit. Begonnen hat sie als Lehrerin für Wirtschaftsfächer, danach folgten Stationen bei einer Bank, bei der Stadt Zürich, wo sie ein Angebot für Stellensuchende aufbaute, und bei der Kaleidos Fachhochschule, wo sie Weiterbildungen in den Bereichen Wirtschaft, Führung und Kommunikation konzipierte. Vor ihrem Master arbeitete sie im Bereich der Elternbildung und Prävention für die Stiftung Kinderschutz Schweiz. Sie sei top gerüstet für ihre neue Aufgabe: «Ich fühle mich hier am richtigen Ort», bekräftigt Gerster.

Karussellfest
Samstag, 28. August, 14 bis 17 Uhr, Haselstrasse 6 in Baden

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