Baden
Flux ist ein Flop: Jetzt soll im Gebäude ein neues Hotel für Business-Gäste entstehen

Weil die Liegenschaft an der Neuenhoferstrasse für Gewerbe zu wenig attraktiv ist, sollen die Leerräume für 1,2 Millionen Franken in Ateliers und Hotelzimmer umgebaut werden. Derzeit liegt ein Baugesuch auf.

Sarah Kunz
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Auf der strassenzugewandten Seite des Flux-Gebäudes sollen Büros und Ateliers entstehen, auf der östlichen Seite Hotelzimmer. Im neueren, hinteren Teil ist unabhängig vom Bauprojekt eine Bar geplant.

Auf der strassenzugewandten Seite des Flux-Gebäudes sollen Büros und Ateliers entstehen, auf der östlichen Seite Hotelzimmer. Im neueren, hinteren Teil ist unabhängig vom Bauprojekt eine Bar geplant.

Archivbild: Sandra Ardizzone

Einst Bäderstadt pur, ist Baden mittlerweile ebenso eine Hochburg für Seminare. Das hat zur Folge, dass die Stadt nicht länger ausschliesslich für Kurgäste, sondern auch für Business-Reisende attraktiv ist. Diesen Umstand haben schon mehrere Hotels erkannt und sich zunutze gemacht: Sie setzen vor allem auf einfache Zimmer ohne grossen Schnickschnack, dafür mit grosszügigen Arbeitsflächen, um so vermehrt Geschäftsreisende anzulocken. Nun könnte bald ein weiteres Hotel um die Gunst der Business-Gäste buhlen: Derzeit liegt ein Baugesuch für die Umnutzung der Liegenschaft Flux an der Neuenhoferstrasse zwischen Schulhausplatz und A1-Zufahrt auf.

Momentan sind im Gebäude hauptsächlich Gewerberäumlichkeiten und einige Wohnungen eingerichtet. Die Eigentümerin Immo Neuenhofer AG will dies jetzt ändern – denn das Geschäft läuft nicht gut. Geschäftsleiter Thomas Götz sagt:

«Die Lage ist für das Gewerbe nicht attraktiv genug, zumal beispielsweise der Bus nicht in der Nähe hält.»

Mehr Wohnraum lässt der Zonenplan jedoch nicht zu. Wie also die Leerflächen füllen? Die Firma hat sich dafür ein Schlupfloch ausgedacht: Die Räumlichkeiten künftig gewerblich als Hotelzimmer nutzen.

Geplantes Hotel ist auf Business-Gäste ausgerichtet

Konkret plant die Bauherrschaft – die Varioserv AG mit Sitz in Dübendorf, der ebenfalls Thomas Götz vorsteht – eine Umstrukturierung des Erdgeschosses und des 2. Obergeschosses. Aktuell stehen die dortigen Büroflächen leer. In beiden Geschossen auf der strassenzugewandten Westseite sollen sie nun gemäss des Konzeptplans der zuständigen Wachtl + Partner Architekten ETH/SIA aus Zürich in 15 kleinere Büro- und Ateliereinheiten unterteilt werden.

Auf der östlichen Seite sollen unter dem Namen Hotel Neuenhofer 26 modern möblierte Apartments entstehen, die jeweils mit einer eigenen Kochgelegenheit ausgestattet werden. Ausserdem wird die Lagerfläche im 2. Untergeschoss neu als Einstellhalle für 14 Personenwagen, zwei Motos und 66 Velos umfunktioniert. Kostenpunkt des gesamten Umbaus: 1,2 Millionen Franken.

Trotz des Namens: Ein Hotel im eigentlichen Sinne wird nicht entstehen. So ist beispielsweise kein Restaurant geplant, dafür ein Aufenthaltsraum, in dem Gäste ihr Frühstück einnehmen können. Der Check-in steht 24 Stunden am Tag und sieben Tage die Woche digital zur Verfügung, einen persönlichen Service gibt es nur nach Bedarf. Aufenthalts- und Arbeitszonen mit gratis Highspeed-Internet sollen Business-Gästen den Aufenthalt schmackhaft machen. Alles am geplanten Hotel zielt folglich darauf ab, ein möglichst günstiges und anonymes Angebot speziell für Geschäftsreisende zu schaffen.

Bisherigen Pläne haben keine Früchte getragen

«Wir haben uns bewusst gegen ein Hotel im herkömmlichen Sinne und für diese Kombination zwischen Bed&Breakfast und Apart-Hotel entschieden», sagt Götz. Einerseits, weil das Hotel Ibis bei der Autobahneinfahrt sonst eine Konkurrenz darstellen würde, andererseits, weil das «Neuenhofer» eine Nische abdecken soll. Laut Götz gibt es in Baden sonst nämlich nichts vergleichbares. Er sagt:

«Das Projekt ist nun unser letzter Ausweg, um das Gebäude doch noch wie gewünscht zu beleben. Unsere bisherigen Pläne haben leider keine Früchte getragen.»

Dass im neuen Teil des Flux-Gebäudes zudem eine Bar geplant ist, stimmt den Bauherrn zuversichtlich: «So können wir bestimmt Synergien nutzen.»

Götz will nun abwarten, auf wie viel Akzeptanz der Plan bei der Badener Bevölkerung stösst. «Jetzt ist erst einmal das Baugesuch eingegeben. Dann werden wir sehen, wie das Projekt ankommt.» In einem weiteren Schritt sollen dann Betreiber für das Hotel gesucht werden. Kommt das Vorhaben gut an, soll es bestenfalls im kommenden Frühling in die Tat umgesetzt und im Herbst fertiggestellt werden.