Ennetbaden

Baden-Fusion: Warum selbst der Ammann keine Prognose wagt

Baden (links) und Ennetbaden trennten sich nach Streitigkeiten im Jahr 1819. Jetzt wird die Wiedervereinigung zu einem Thema. Archiv/MRU

Baden (links) und Ennetbaden trennten sich nach Streitigkeiten im Jahr 1819. Jetzt wird die Wiedervereinigung zu einem Thema. Archiv/MRU

Fusion von Ennetbaden mit Baden: Bei einer Umfrage 2011 resultierte ein knappes Ja – aber auch der Status quo wurde von den Einwohnern befürwortet.

Nächsten Donnerstag kommt es zu einer wegweisenden Abstimmung: Ennetbaden entscheidet, ob in der laufenden Legislatur eine Fusion mit Baden geprüft werden soll. Bereits 2011 äusserten sich die Einwohnerinnen und Einwohner zur Frage, welchen Weg die Gemeinde einschlagen soll – ob ein Alleingang, Kooperationen mit Nachbargemeinden oder eine Fusion Sinn mache. Das Forschungsinstitut GfS Bern hatte hierfür im Auftrag der Gemeinde eine repräsentative Umfrage durchgeführt.

Die Resultate waren nicht ohne Widersprüche – so lautete der letzte Satz der Analyse des Forschungsinstituts GfS Bern: «Grundsätzlich scheinen die Grundvoraussetzungen für eine Fusion ausschliesslich mit Baden gegeben, wenn sich auch explizit kein Automatismus in diese Richtung zeigt – Zweckverbände erscheinen den Einwohnern aktuell ein probateres Mittel.»

«Zweckverbände erwünscht, aber ...»

Wie kam das Institut zu diesem Schluss? 76 Prozent hatten die Aussage, Ennetbaden solle verstärkt auf Zweckverbände mit Nachbargemeinden setzen, mit «sehr einverstanden» oder «eher einverstanden» beantwortet. Keine Kooperationen einzugehen (32 Prozent Zustimmung) oder aber gleich mit mehreren Nachbargemeinden zu fusionieren (31 Prozent Zustimmung) werde im Gegenzug deutlich abgelehnt, schrieb das Forschungsinstitut. «Am liebsten wünschen sich die Einwohnerinnen und Einwohner von Ennetbaden, dass Gemeindedienstleistungen wo nötig und sinnvoll weiterhin in Zweckverbänden erbracht werden.» Der aktuell eingeschlagene Weg über Zweckverbände scheine sich aus Sicht der Einwohner durchaus zu bewähren.

«... es gibt eine gewichtige Ausnahme»

«Die gewichtige Ausnahme bezieht sich aber auf eine Fusion mit der Stadt Baden», so das GfS. 54 Prozent bejahten 2011 die Frage, ob Ennetbaden über eine Fusion mit der Stadt Baden nachdenken sollte. 40 Prozent sagten Nein, 6 Prozent machten keine Angaben. Anhängerinnen und Anhänger von SP und FDP konnten sich 2011 gemäss GfS am stärksten mit dem Vorschlag anfreunden, keine Mehrheit hatte er bei der SVP-Basis. Gespalten waren in der Frage die Anhänger von CVP und BDP. «Eine entsprechende Fusion ist also keineswegs ein unumstrittener Automatismus, die knappen Mehrheiten zum jetzigen Zeitpunkt entsprechend unsicher.» Angesichts der knappen Umfrageergebnisse will Gemeindeammann Pius Graf keine Prognose für die Abstimmung an der Gemeindeversammlung vom kommenden Donnerstag wagen. Nur so viel liess er sich entlocken: «Ich vermute, dass es ein sehr knappes Ergebnis geben wird, so wie bei der Umfrage im Jahr 2011.»

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