Dättwil

Baden gibt den Startschuss zur Energiewende

Mit dem Bau der Energiezentrale auf dem Werkhof des Stadtforstamtes im Eschenhof wird das Fernwärmenetz neu mit erneuerbarer Energie versorgt – und die gebeutelte Forstwirtschaft unterstützt.

Es ist das bisher grösste, je finanzierte Einzelprojekt der Regionalwerke Baden AG (RWB): die Energiezentrale in Dättwil. Mit dem Bau der 15 Millionen Franken teuren Anlage werden Fernwärmekunden künftig Wärme aus erneuerbaren Energien beziehen können. Zudem wird ökologisch produzierter Strom ins Netz der RWB eingespeist. So dient als Brennmaterial ein Mix aus Landschaftspflegeholz und Waldhackschnitzel, wobei dieses aus einem Umkreis von weniger als 20 Kilometern stammt.


«Wir sind überzeugt, mit der Energiezentrale eine Lösung gefunden zu haben, die finanzierbar und verhältnismässig ist sowie allen Freude macht», sagte Roger Huber, Stadtrat und Ressortvorsteher Liegenschaften/Anlagen, anlässlich des Spatenstichs am Montag. Gebaut wird die neue Anlage auf dem Werkhof des Stadtforstamtes Eschenbach (Segelhof). Stadtoberförster Georg Schoop zeigte sich vom Grossprojekt ebenfalls begeistert. Für ihn sei von Anfang an klar gewesen: «Das ist die Chance.» Einerseits, weil Holz aus der Region in einem klimaneutralen Kreislauf eingesetzt werden könne. Andererseits, weil die neue Energiezentrale dem Forst Schub verleihen werde: Stürme wie «Lothar» und die Aufhebung des Euro-Mindestkurses im Januar 2015 haben die Betriebe stark gebeutelt. Die Preise für Schweizer Holz sind im Keller, Unternehmen wie Spanplattenwerke und Sägereien kämpfen ums Überleben.

Mit der neuen Anlage auch neue Kunden gewinnen


Die RWB plant, die neue Energiezentrale Anfang 2017 in Betrieb zu nehmen. Die Anlage wird rund 7350 Tonnen Holz benötigen, zirka 13 GWh Wärme sowie 4 GWh Strom pro Jahr produzieren. Damit werden rund 700 Kunden erreicht, die am bestehenden Fernwärmenetz Dättwil angeschlossen sind. «Mit der neuen Anlage können wir rund 90 Prozent der Wärme durch erneuerbare Energien produzieren», sagte Christoph Umbricht, Geschäftsführer der RWB. Der Rest wird von der vorhandenen, mit Erdgas betriebenen Heizzentrale des Kantonsspitals (KSB) gedeckt. Auch zur Spitzenlastdeckung und zur Reservestellung wird auf den Heisswasserkessel zurückgegriffen.


Mit dem Bau der Anlage will die RWB nicht nur ein Zeichen in Sachen erneuerbare Energien setzen, sondern auch neue Kunden gewinnen. Eine Anpassung des Wärmepreises soll es gemäss Geschäftsführer Christoph Umbricht nicht geben: «Die Energiezentrale muss auch betriebswirtschaftlich Sinn machen.»

Meistgesehen

Artboard 1