Baden

Baden hat eine neue Bar: In der «Planbar» kann man bei einem Bier über die Zukunft der Stadt reden

Reden über die Zukunft der Stadt Baden: Die «Planbar» beim Brunnen am Schlossbergplatz bietet eine Plattform für gute Gespräche.

Der Verein Stadtlabor Baden lädt mit seiner temporären Bar am Schlossbergplatz dazu ein, sich zur Entwicklung der Stadt zu äussern.

Baden hat eine neue Bar. Sie liegt etwas versteckt in einem leerstehenden Laden zwischen den Baustellen hinter dem Brunnen am Schlossbergplatz – und sie verschwindet schon bald wieder: die «Planbar» des Vereins Stadtlabor Baden. Die Bar hatte am vergangenen Samstag erstmals geöffnet, von Donnerstag an ist sie noch einmal während dreier Tage offen. Hier kann man ein Bier oder einen Kaffee trinken und dabei über die Zukunft der Stadt Baden diskutieren.

Im Verein Stadtlabor Baden engagieren sich sechs Architektinnen und Architekten, die in Baden leben oder mit der Stadt verbunden sind. Eine von ihnen ist Sibylle Wälty. Die Badenerin forscht derzeit an der ETH Zürich zur Umsetzung des Raumplanungsgesetzes.

Die ersten Rückmeldungen auf die «Planbar» seien sehr gut gewesen, sagt Wälty. «Die Leute waren interessiert und blieben stehen. Wir hatten Glück mit dem Wetter und konnten so unser Angebot auf der Strasse vor dem Laden präsentieren.»

Mitmachen bei der Umfrage der Stadt

In der Bar kann man vor Ort den Fragebogen der Stadt zum Raumentwicklungskonzept (REK) ausfüllen (das dauert rund 20 Minuten). Was so sperrig klingt, ist entscheidend für die Zukunft der Lebensqualität in Baden. Alle Einheimischen, aber auch Auswärtige, sind eingeladen, sich an der Vernehmlassung zu beteiligen.

Das REK wurde von der Stadt erarbeitet, um die Stossrichtung der Revision der Bau und Nutzungsordnung und damit die künftige Ausgestaltung der Stadt Baden zu definieren. Die Vernehmlassung läuft noch bis zum 6. September. «Das Ausfüllen des Fragebogens braucht Zeit und Geduld, es ist eine relativ anspruchsvolle Sache», sagt Wälty. «Bei uns kann man in aller Ruhe etwas trinken und sich mit dem Thema beschäftigen.»

Die Vereinsmitglieder beantworten Fragen und diskutieren mit den Besuchern, was Bauen, oder eben auch Nichtbauen, für Konsequenzen haben kann – im Wechselspiel zwischen Bewohnern, Arbeitsplätzen, Kulturangebot, Einkaufsmöglichkeiten und dem Verkehr. Ein Ziel des Stadtlabors ist es auch, die oft komplexen Vorgänge im öffentlichen Planen und Bauen in eine verständliche Sprache umzusetzen. «Wir möchten die Leute auf den Geschmack bringen, sich mit Städteplanung auseinanderzusetzen», sagt Wälty. «Städtebau betrifft jede und jeden von uns. Wir können uns alle engagieren und die Dinge ein Stück weit beeinflussen.»

Wie viele Parkplätze braucht Baden?

Es sind Fragen, wie etwa, ob man sich Wohnen in der Stadt noch leisten kann, wie viele Parkplätze es in der Innenstadt geben soll oder wie der Verkehr durch das Zentrum geführt wird. «Gerade jetzt, wo die sogenannte Verdichtung nach innen Realität wird, sollten wir versuchen, gemeinsame Nenner zu finden», sagt Wälty. «Im Gespräch entstehen oft gute, neue Ideen.»

Es sei klar, dass man Kompromisse eingehen müsse, wenn die Bebauung immer dichter werde. Dabei geht es zum Beispiel nicht zuletzt um eine sinnvolle Planung der Zentren als wirksame Strategie gegen das allgegenwärtige Ladensterben – sprich: mehr Einwohner in Gehdistanz zur Innenstadt.

Bis zum Samstag sind immer wieder auch Fachleute, Architekten und Vertreter des Stadtrats in der «Planbar», um mit der Bevölkerung zu diskutieren. Die «Planbar» wird zwar von der Stadt mit einem kleinen Beitrag unterstützt, ist aber unabhängig von der städtischen Planung entstanden. Wenn die Bar am Samstag ihre Türen schliesst, wird der Verein Stadtlabor wohl bald das nächste Projekt anpacken: «Wir werden auf jeden Fall weitermachen, die Themen gehen uns nicht aus», sagt Sibylle Wälty.

Mehr Informationen unter www.badlab.ch.

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