Markus Schneider kannte das Ergebnis bereits, als er den Tagsatzungssaal im Stadthaus betrat, wo die Pressekonferenz zur Stadtammannwahl stattfand. Und ein kurzer Blick in sein strahlendes Gesicht genügte, um zu erkennen: Er hat sein grosses Ziel erreicht, er ist neuer Stadtammann von Baden.

«Das erste Ziel ist, dass wir mit der Spezialkommision für das Budget '19 einen guten Start haben»

«Das erste Ziel ist, dass wir mit der Spezialkommision für das Budget '19 einen guten Start haben»

Es ist Markus Schneider wird in Baden Nachfolger von Stadtammann Geri Müller. Zur Wahl stellten sich auch Sandra Kohler (parteilos) und Erich Obrist (parteilos).

2493 Stimmberechtigte schrieben seinen Namen auf den Wahlzettel, 247 Stimmen Vorsprung rettete er gegenüber seinem stärksten Konkurrenten Erich Obrist (parteilos) ins Ziel. Nach dem ersten Wahlgang im September lag Schneider noch mit über 1000 Stimmen vor Obrist. «Ich bin sehr glücklich über diesen Ausgang», erklärte der frischgebackene Stadtammann. «Es ist ein Festtag, wie er schöner nicht sein könnte.» Trotz des Vorsprungs im ersten Wahlgang habe er sich noch nicht in Sicherheit gewiegt, gestand er: «Niemand von uns konnte genau voraussagen, wie sich diejenigen Stimmen verteilen würden, die im zweiten Wahlgang neu zu vergeben waren.»

Schneiders Triumph ist auch ein Sieg für die SVP und FDP, die ihn offiziell unterstützten: Fünf Jahre lang regierte mit Geri Müller (Team) ein linker Politiker die Stadt Baden – nun hat Schneider den Stadtammannsitz zurück in die bürgerlichen Reihen geholt. Er tritt sein Amt am 1. Januar 2018 an.

Markus Schneider: «Ich freue mich extrem auf die Herausforderung»

Markus Schneider: «Ich freue mich extrem auf die Herausforderung»

Markus Schneider ist der neue Stadtammann von Baden. Er versichert, dass er seine Versprechen einhalten wird und freut sich auf eine tolle Zusammenarbeit mit seinen Mitstreitern. Erich Obrist blickt auf einen fairen Wahlkampf zurück und ist auch froh darf er nun Lehrer bleiben.

Obrist: «Grossen Effort geleistet»

Sichtlich enttäuscht, aber gleichzeitig gefasst nahm Stadtrat Erich Obrist seine Niederlage auf: «Zwar habe ich 1000 Stimmen gut gemacht, doch leider hat es trotzdem relativ knapp nicht gereicht, weil auch Schneider etwas an Stimmen zulegen konnte.» Nebst der Enttäuschung sei er aber auch froh und glücklich, dass der Entscheid jetzt gefallen sei.

Einen Vorwurf müssten sich weder er noch sein Wahlkampfteam machen. «Wir haben einen grossen Effort geleistet und waren sehr präsent.» Eventuell hätte er noch etwas aktiver auf die Linke zugehen müssen, gab sich Obrist dann doch ein bisschen selbstkritisch. «Ich hätte die 1600 Stimmen von Geri Müller aus dem 1. Wahlgang holen müssen; doch jetzt haben mir einige Stimmen aus seinem Lager gefehlt.» Aber letztlich habe er sich selber bleiben und sich nicht verbiegen wollen.

Dass ihm am Schluss auch Stimmen fehlten, weil die Wähler im Zusammenhang mit dem Burghalde-Abstimmung nicht recht wussten, ob er für oder gegen den Kredit sei, stellt Obrist in Abrede. «Nein, das glaube ich nicht. Ich war dem Kredit gegenüber immer kritisch eingestellt. Meine Aussage bleibt die Gleiche: Wir haben jetzt Ja gesagt zum Oberstufenzentrum Burghalde, dann muss man in einem Jahr auch einer Steuerfusserhöhung zustimmen.» Grundsätzlich freut sich Obrist, mit einem neu zusammengesetzten Stadtrat die Arbeit aufzunehmen. Er selber werde sich weiter mit voller Motivation für seine Ressorts Kultur und Gesellschaft einsetzen.

Chancenlos blieb Sandra Kohler (parteilos), die mit 734 Stimmen abgeschlagen auf dem dritten Platz landete. Angesprochen auf ihre Gefühlslage, sagte sie: «Es fühlt sich okay an. Ich habe mich darauf vorbereitet, mit allem zu rechnen. Das Resultat ist nun klar ausgefallen, der Abstand zu Markus Schneider und Erich Obrist ist deutlich.»

Zu den Gründen für ihre klare Niederlage sagte sie: «Das ist schwierig zu erklären. Man müsste in die Köpfe der Menschen schauen können. Es macht den Eindruck, dass sich Baden dafür entschieden hat, mit einem traditionellen, bekannten Politiker in die Zukunft zu gehen.» Sie habe im Wahlkampf versucht, sich selber treu zu bleiben und ihren Weg zu gehen. «Zum jetzigen Zeitpunkt würde ich wieder denselben Wahlkampf machen. Es fühlt sich immer noch stimmig an», sagte Sandra Kohler.

Die Stadtammann-Wahl ist seit gestern Sonntag Geschichte – doch voraussichtlich in einer Woche wird in Baden bereits der nächste wichtige politische Entscheid fallen: Die Ressorts im Stadtrat werden neu verteilt.