Baden
Baden hat «kaum schädliches» Herbizid eingesetzt

Eine Wiese auf dem Baldegg wurde mit Herbizid behandelt. Die Infotafel der Stadtökologie Baden bezeichnet das Glyphosat als kaum schädlich für Tiere. Der Planzenschutzdienst des Kanton Aargau bezeichnet die Formulierung als ungeschickt.

Florian Zimmermann
Merken
Drucken
Teilen
Durch die Herbizid-Behandlung ist die Wiese braun.

Durch die Herbizid-Behandlung ist die Wiese braun.

Eine Informationstafel der Stadtökologie Baden auf einer Wiese der Baldegg wirft Fragen auf. Die Wiese sei mit einem Herbizid, genauer mit Glyphosat, behandelt worden und daher braun. Glyphosat wirke gezielt auf Pflanzen – für Tiere sei es kaum schädlich. «Kaum schädlich», was bedeutet diese Formulierung konkret?

Geri Busslinger vom Pflanzenschutzdienst des landwirtschaftlichen Zentrums Liebegg bezeichnet die Formulierung auf der Info-Tafel als ungeschickt: «Wenn Glyphosat richtig eingesetzt wird, besteht absolut keine Gefahr für Tiere», erklärt er.

Corinne Schmidlin, Projektleiterin der Stadtökologie Baden, begründet die Formulierung: «In der Wissenschaft gibt es selten eine hundertprozentige Sicherheit. Mit dem heutigen Wissensstand kann gesagt werden, dass Glyphosat für Tiere unschädlich ist.» Die Stadtökologie habe lediglich transparent informieren wollen.

«Daher haben wir auch die Informationstafel aufgestellt», sagt Corinne Schmidlin weiter.

Die Verwendung des Herbizides sei für den Boden ungefährlich. Es werde von Mikroorganismen gut abgebaut, heisst es auf der Tafel. «Die Behandlung der Wiese wurde vorgenommen, um den unerwünschten Pflanzenbestand zu entfernen.»

Die Wiese sei sehr flachgründig und daher zum Pflügen ungeeignet. Schmidlin erklärt: «Wir haben in Baden nur wenig Wiesen mit einer guten ökologischen Qualität. Deshalb möchten wir die Wiesen, die Potenzial haben, auch entsprechend entwickeln.»

Laut Infotafel sollen auf der Wiese bald Blumen angesät werden. Das Vorgehen wurde vom Kanton bewilligt. Geri Busslinger beteuert: «Die Sanierung der Fläche wurde von fachlich ausgewiesenen Personen beraten und begleitet. Sie steht im Zusammenhang mit der ökologischen Aufwertung des Raumes Baldegg.»