Die Stadt Baden verzeichnet Hotelgästezahlen, die so hoch sind wie seit Jahren nicht mehr. Gegenüber 2014 steigen die Zahlen um voraussichtlich 25 Prozent, sagt Standortmarketingchef Thomas Lütolf.

Im gesamten Vorjahr wurden in den Hotels der Stadt 69'700 Übernachtungen gezählt. Diese Zahl wurde bereits im Oktober deutlich übertroffen (75'800). «Konservativ geschätzt, werden wir bis Ende Jahr 86 000 Logiernächte verzeichnen», sagt Lütolf. Vierzehn Jahre ist es her, dass zuletzt so viele Menschen in einem Badener Hotelbett übernachteten.

Mit ein Hauptgrund für den Übernachtungsboom in Baden ist das neue Trafo-Hotel, das vor einem Jahr eröffnete. 18 000 Logiergäste verzeichnete es im Jahr 2015. Lütolf: ««Wir gingen davon aus, dass die Nachfrage bei den bisherigen Hotels wegen des neu eröffneten Trafos vorübergehend spürbar nachlässt.»

Erfreulicherweise sei diese Entwicklung ausgeblieben, die durchschnittliche Auslastung in Baden blieb trotz 27 Prozent mehr Betten konstant.

Ein Grossteil der Gäste besuche die Stadt im Zusammenhang mit ABB, Alstom oder Axpo. «Diese Firmen wollen ihre Gäste offenbar in der Nähe des Firmensitzes einquartieren», ist Thomas Lütolf überzeugt.

Trafo-Sprecherin Martina Maier erklärt: «Im ersten Betriebsjahr rechneten wir mit einer Auslastung von 60 Prozent, die wir erfreulicherweise erreichen und leicht steigern konnten. Es fanden viele Kongresse und Veranstaltungen in Baden statt, wovon wir profitierten», erklärt sie. Während im Trafo von Montag bis Donnerstag oft zwischen 90 und 100 Prozent der Betten belegt sind, sei die Auslastung am Wochenende deutlich tiefer. «Hier haben wir noch viel Steigerungspotenzial.»

Das Blue-City Hotel, das wie das Trafo der Blue Management GmbH gehört, habe zwar gegenüber dem Vorjahr Einbussen verzeichnen müssen. «Aber sie sind nicht so stark ausgefallen wie befürchtet», sagt Martina Maier. «Weil das neue Trafo-Hotel auf der gegenüberliegenden Strassenseite liegt, rechneten wir mit einem stärkeren Rückgang der Logiernachtzahlen.»

Doch nicht alle wollen in die Euphorie einstimmen. Ein Vertreter eines kleineren Hotels sagt: «Entscheidend ist nicht die Anzahl der Logiernächte, sondern die Frage, wie viel Geld am Ende des Jahres in der Kasse bleibt.» Lütolf: «Wichtig für die Hotels ist in diesem Zusammenhang jeweils auch die Entwicklung der Zimmerpreise. Da bewegt sich nach Auskünften der Hotels der lokale Markt im Durchschnitt der Schweizer Städte: Die Frankenstärke drückt die Preise, jedoch nicht so stark wie in den Bergdestinationen.»