Im Kantonsspital Baden (KSB) sind 2012 erneut mehr Patientinnen und Patienten behandelt worden, nämlich 2,3 Prozent im stationären und 10,9 Prozent im ambulanten Bereich mehr als im Vorjahr. Dies geht aus dem jüngsten Jahresbericht hervor.

Ein Grund ist natürlich das Bevölkerungswachstum. Dieter Keusch, CEO des KSB, führt es gegenüber der az aber zusätzlich auf die demografische Entwicklung «mit dem steigenden Anteil der älteren Bevölkerung mit Mehrfacherkrankungen zurück».

Besonders erfreulich ist, dass das KSB mit 1695 Geburten einen neuen Aargauer Rekordwert feiern konnte.

Unsicherheit beim Budgetieren

Das KSB schreibt, man habe dank eines grossen Efforts aller Mitarbeitenden trotz eines schwierigen Umfeldes einen soliden Jahresabschluss erzielt. Man sei fit für die Zukunft.

Das KSB, das betont auf integrierte Versorgung, die markant intensivierte Zusammenarbeit mit dem medizinischen Zentrum in Brugg und mit dem KSA setzt sowie die Zusammenarbeit mit dem Spital Leuggern ausgebaut hat, schaut optimistisch in die Zukunft.

Meint man mit dem «schwierigen Umfeld» die seit 2012 geltende neue Spitalfinanzierung?, fragen wir Dieter Keusch. Er meint zweierlei.

Zum einen «werden die Gesundheitskosten in der Bevölkerung als hoch empfunden. Als Patient jedoch erwartet man ein Maximum an Leistungen innert kürzester Frist in höchster Qualität».

Zum andern bestehen Unsicherheiten, da die Tarifgrundlagen weder für 2012 noch für 2013 und das folgende Jahr feststehen. Keusch: «Deshalb wurde im Abschluss 2012 eine Rückstellung von 4,2 Millionen Franken für allfällige Tarifrückerstattungen vorgenommen.»

23,15 Millionen für Neubauten

Das KSB will einen Neubau errichten, der hier schon mehrfach vorgestellt worden ist. Doch ist das unter den veränderten Bedingungen, in denen nicht mehr der Staat, sondern das Spital selbst diese gewaltige Investition tätigen muss, realistisch?

Das KSB weist im Geschäftsbericht eine stolze Zuweisung von 23,15 Millionen Franken in die gebundenen Reserven für den Spitalneubau aus.

CEO Keusch: «Das Resultat wurde in dieser Grössenordnung erhofft, da wir nur auf diesem Weg die anstehenden baulichen Investitionen finanziell stemmen können.»

Machbar geworden sei dies aber nur durch «ausserordentliche Anstrengungen aller Mitarbeitenden», betont Keusch.

Falls sich in den Folgejahren ähnliche Rückstellungen tätigen lassen, wäre Baden beim Neubau mit den geplanten Dimensionen «im grünen Bereich». Keusch: «Wir werden alles daransetzen, damit wir in der Lage sind, die Anlagekosten finanzieren zu können.»

Eine Finanzierung nur aus eigenen Mitteln sei in dieser Grössenordnung nicht möglich. Dazu bedürfe es wie im Markt üblich verzinslicher Darlehen. Keusch: «Erste positive Signale von Banken, Pensionskassen und vom Kanton als Darlehensgeber liegen bereits vor.»

Voraussetzung für die Eigenfinanzierung, betont Keusch, bleibe jedoch eine adäquate Entschädigung im stationären Bereich: «Radikale Tarifreduktionen im Sinne des Preisüberwachers würde die neue Spitalfinanzierung und Gesundheitsversorgung gesamtschweizerisch infrage stellen.»

Parkhausbau soll 2013 starten

Die herausragendste Neuerung für das KSB war 2012 «die erfolgreiche Bewältigung der Einführung der neuen Finanzierungsregelung mit SwissDRG mit Verwaltungsrat, Spitalleitung sowie den meisten Berufsgruppen im Haus».

Und die grösste Herausforderung 2013? «Baden» startet mit der Umsetzung der geplanten Bauprojekte. Eine erste Stufe umfasst den Beginn des Parkhausbaus, wenn die Baubewilligung vorliegt.

Dann nimmt das KSB die nächsten Planungsschritte für den «Kubus» (Strahlentherapie mit dem KSA, ambulante Onkologie, Dialyse sowie ambulante OPs) in Angriff.

Mit dem Kubus will man räumliche Engpässe ohne Provisorien auffangen. Er wird ans bestehende Spital angedockt und so gebaut, dass er nachher ans neue Spital angedockt werden und weiter genutzt werden kann. Schliesslich wird ein Ärztehaus mit Integration von Kooperationspartnern angepackt.