Baden
Baden ist für die Investitionsphase gerüstet

Die Rechnung 2011 der Stadt ist nahezu eine Punktlandung – sieht man von den mageren Investitionen ab. Die Finanzsituation der Stadt ist indes sehr erfreulich.

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Die Punktlandung mit der Rechnung 2011, die nahe beim Budget liegt, bringt ebenfalls Genugtuung. Die Schulden wurden auf 110 Mio. Franken abgebaut, womit das Nettovermögen grösser ist.
Der Finanzierungsüberschuss von 27 Mio. bei 9,6 Mio. Franken Investitionen deutet aber darauf hin, dass 2011 eine investitionsarmes Jahr war. Der Grund liegt bei Grossvorhaben im Sanierungsbereich von Hochbauten und Strassen, die wegen Einsprachen (Lehrschwimmhalle Burghalde) oder Verzögerungen beim Kanton (Stauraumerweiterung Dättwil, Sanierung Gstühl- und Bruggerstrasse) verschoben werden mussten. Die Ablehnung des Bildungskleeblattes habe in Baden ausserdem zu einem Stau bei den Schulbauprojekten geführt, erklärt Stadtammann Stephan Attiger.
Investitionen aufs Mal
Die Schulden werden ab 2013 wieder steigen, denn jetzt stehen die verschobenen und weiteren Investitionen an: grösster Brocken ist der Schulhausplatz und diverse Verkehrsbauten von Baden Zentrum, Verkehrsmanagement, Kurtheater, Erweiterung Kehl, 10 Mio. Franken für die Stiftung zur Wohnbauförderung, Schulbauten unter anderem beim Oberstufenzentrum Burghalde sowie die Alte Schmiede.
Das Problem der Stadt liege beim langwierigen Weg, den ein Projekt durchlaufen müsse, bis es realisiert werden könne, sagt Attiger: Neben dem politischen und dem baurechtlichen Verfahren komme die Submission hinzu. «Vielleicht muss der Stadtrat da mit etwas Mut korrigierend einwirken», womit er an gewisse Baugesuchsauflagen denkt, bevor der Einwohnerrat den Kredit abgesegnet habe.
Thomas Bumbacher, Leiter Finanzen, spricht von nach wie vor erfreulich hohen Steuereinnahmen, wo man doch bereits optimistisch budgetiert habe. Diese liege auch am konsequenten Inkasso, das die Stadt betreibt. Der hohe Eingang an Aktiensteuern zeigt die Standortattraktivität Badens für Unternehmungen. Zusammen mit dem Schuldenabbau und den tiefen Investitionen habe dies von einer Pro-Kopf-Schuld von 473 Franken (2010) zu einem Vermögen von 942 Franken (2011) je Einwohner geführt, sagt Bumbacher.
Steuerfuss nicht zur Diskussion
«Nur wenn wir das Rad in Schwung halten, lässt sich die Attraktivität weiter steigern», ist Attiger überzeugt. Damit er meint er Investitionen ins Kurtheater, für Familien ergänzende Betreuung und mehr. «Wir verzeichnen eine erfreuliche Entwicklung, wie sie in manchen vergleichbaren Städten und Gemeinden nicht in diesem Masse möglich ist», mahnt Attiger. Der Steuerfuss von 95 Prozent biete die Sicherheit, nebst den jährlich knapp 10 Mio. Franken für den Werterhalt auch in Neues zu investieren.
Den Erfolg der Produkterechnungen schreibt Attiger der wirkungsorientierten Verwaltungsführung zu. Die Abteilungen würden zwar hart am Knochen budgetieren, jedoch kreativ wirtschaften.