Baden
Mini-Spanischbrödlibahn tuckert durchs Kindermuseum – ein Passagier ist der ehemalige SBB-Chef Benedikt Weibel

Das Schweizer Kindermuseum in Baden würdigt die Eisenbahngeschichte mit einer neuen Ausstellung. Der ehemalige SBB-Chef Benedikt Weibel war zu Gast an der Eröffnung. Der bekannte Bähnler erzählte zahlreiche Anekdoten – etwa wie er zum Schwarzfahrer wurde.

Rahel Künzler
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Ex-SBB-Chef Benedikt Weibel (2.v.l), Stadträtin Steffi Kessler (SP) und Publizist Artur Meyer testen die neue Gartenbahn.

Ex-SBB-Chef Benedikt Weibel (2.v.l), Stadträtin Steffi Kessler (SP) und Publizist Artur Meyer testen die neue Gartenbahn.

zVg

Zum Klang von Mani Matters «Lied vo de Bahnhöf» fuhren Ex-SBB-Chef Benedikt Weibel, Stadträtin Steffi Kessler (SP) und Publizist Artur Meyer kürzlich auf Badens neuer Gartenbahn vor. Diese ist vorübergehend in der Parkanlage des Schweizer Kindermuseums installiert.

Ab sofort können Kinder mit ihr an ausgewählten Wochenenden den Garten umrunden. Ein kleines Bahnhofshäuschen, ein Schild mit Aufschrift «Station Kindermuseum» und eine ikonische SBB-Uhr vervollständigen die Szenerie. Die Gartenbahn soll an die Spanischbrödlibahn erinnern. Sie ist Teil der Sonderausstellung «Mit Volldampf voraus! 175 Jahre Spanisch-Brötli-Bahn».

Im Zentrum der Ausstellung im Museumsinnern steht eine detailreiche Modelleisenbahnanlage der Strecke Zürich–Baden, der ersten rein schweizerischen Eisenbahnlinie. Persönlichkeiten aus vergangenen Zeiten erzählen in Hörspielen ihre Geschichte rund um die Spanischbrödlibahn. Jüngere Kinder können Spielsachen mit Bezug zur Eisenbahn ausprobieren. In historischen Zugabteilen warten Bilderbücher zum Thema.

Das Museum eröffnete die neue Ausstellung mit einem prominenten Gast. Benedikt Weibel, der die Bundesbahnen von 1993 bis 2006 geführt hatte, fesselte das Publikum mit Anekdoten aus seiner Berufszeit. Er berichtete etwa von in Weichen eingeklemmten Wieseln, die Stellwerkstörungen verursachten oder von witzigen Begegnungen im Zug. Auch beantwortete der Ex-SBB-Chef die Frage, ob er schon mal beim Schwarzfahren erwischt worden sei. Kinder hatten diese beim Museumsbesuch eingereicht.

Einmal sei er in der Nacht auf den ersten Januar tatsächlich mit einem GA erwischt worden, das im alten Jahr abgelaufen war, so Weibel. Publizist Artur Meyer erzählte in seiner Ansprache von den prägenden Köpfen hinter dem Pionierprojekt der Spanischbrödlibahn. So berichtete er etwa vom Ingenieur Alois Negrelli, der nach dem Bau der Bahnstrecke zwischen Zürich und Baden auch beim Bau des Suezkanals eine tragende Rolle spielte.