Baden
Novum in Baden: Erste Sport- und Livemusik-Bar entsteht

Die «Henry's Live Music und Sports Bar» am Badener Schlossbergplatz wird neben American Football auch Schwingfeste und Skirennen auf 16 Bildschirmen zeigen. Auch eine Bühne für Lokalmusiker und –musikerinnen und gehört zum Konzept.

Rahel Künzler
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Rahel Widmer, Luca Affolter, Dano Dreyer und Tobias Klasen schuften derzeit hart, damit sie die «Henry's Live Music and Sports Bar» am Badener Schlossbergplatz bald eröffnen können.

Rahel Widmer, Luca Affolter, Dano Dreyer und Tobias Klasen schuften derzeit hart, damit sie die «Henry's Live Music and Sports Bar» am Badener Schlossbergplatz bald eröffnen können.

Rahel Künzler

Von der eigenen «Live Music und Sports Bar» im amerikanischen Stil träumen Dano Dreyer, Luca Affolter, Ivan Angst und Tobias Klasen schon lange. «Die Idee hatte ich schon auf meiner ersten USA-Reise vor zehn Jahren», sagt Affolter, der sich sportlich als Trainer und Spieler beim Unihockeyclub Powermäuse in Brugg engagiert und vergangenes Jahr an «The Voice of Switzerland» teilnahm.

Die Begeisterung für Livemusik und die Verbundenheit zum Sport teilt der 32-Jährige mit Dano Dreyer, dem Besitzer des Badener Eventlokals Löschwasserbecken (LWB). Gemeinsam mit Ivan Angst reist Dreyer jedes Jahr nach Nashville. «Zum Geniessen» und auch, um sich Musikerinnen und Musiker für mögliche Konzerte in Baden live anzuhören. Dreyer sagt:

«Sport und Musik sind zeitlos. Beides erlebt man in Gruppen mit viel Emotionen.»

Der ehemalige Sportlehrer ist überzeugt, dass das US-amerikanische Format auch in der Schweiz funktioniert. Ob er Recht hat, wird sich mit der auf 1. April geplanten Eröffnung der «Henry's Live Music & Sports Bar» am Badener Schlossbergplatz bald zeigen. Der LWB-Besitzer kennt keine weitere Bar, die neben Sportübertragungen auch regelmässig Livemusik spielt.

Eingespieltes Team mit viel Herzblut am Werk

Damit aus dem Traum Wirklichkeit wurde, seien drei Dinge wichtig gewesen, erklärt Dreyer: «Der Standort, die Unterstützung der Stadt Baden als Eigentümerin und das Team.» Im früheren Ladenlokal von «Office World» vis-à-vis des Manors hätten sie den perfekten Standort gefunden.

Am wichtigsten sei jedoch das Team. Gemeinsam haben Affolter Angst, Klasen und Dreyer schon grosse Beizen an der Badenfahrt und am Stadtfest Brugg organisiert. Jetzt sind sie alle Teilhaber der neuen Sport- und Livemusik-Bar und ziehen bei der Umsetzung ihres «Herzenprojekts» am gleichen Strang. Tobias Klasen wird zudem im Vollpensum die Geschäftsführung vor Ort übernehmen – gemeinsam mit Rahel Widmer, die eine Ausbildung als Servicefachfrau und mehrjährige Erfahrung in der Gastrobranche mitbringt.

«Die Bar wird wie mein zweites Zuhause»

Wasser aus dem Zapfhahn: Bei der Neugestaltung der Bar kann das fünfköpfige Team seiner Kreativität vollen Lauf lassen.

Wasser aus dem Zapfhahn: Bei der Neugestaltung der Bar kann das fünfköpfige Team seiner Kreativität vollen Lauf lassen.

Rahel Künzler

Was vor zwei Jahren mit einem Umnutzungsverfahren und jeder Menge «Papierkram» startete, nimmt langsam aber sicher Form an. Seit zwei Monaten laufen die Bauarbeiten in der zukünftigen Sportsbar auf Hochtouren. Angefangen bei der Raumaufteilung, über den Holzboden, die WC-Anlagen, die Beleuchtung, die Bühne bis hin zur Möblierung: Alles ist neu.

Wo nötig holt sich das fünfköpfige Team Unterstützung, den grössten Teil der Umbauarbeiten erledigen sie selbst – nicht zuletzt aus Kostengründen. Affolter, der hauptberuflich als Verkaufsleiter bei der Allianz arbeitet, sagt: «Im Moment verbringe ich jeden Abend und alle Samstage hier.» Auch Dreyer kennt derzeit «nur ein Hobby». Ohne die über 50 Helferinnen und Helfer wäre die Arbeit jedoch nicht zu stemmen, sagt er. Um den Überblick zu behalten, hätten sie verschiedene Whatsapp-Chats für Deko, Elektrik und Bühnentechnik eingerichtet.

Klasen empfindet das Projekt als grosse Herausforderung, findet es aber auch toll, etwas von Grund auf neu zu erschaffen: «So kenne ich jede Ecke in der Bar – sie wird so etwas wie mein zweites Zuhause.» Auch Rahel Widmer freut sich auf die «familiäre Atmosphäre im kleinen Team». Bis zur Eröffnung gibt es aber noch einiges zu tun. Geplant war – sofern es die BAG-Auflagen zulassen – das Lokal am 1. April zu öffnen. «Im Moment sind wir nicht unglücklich, wenn wir noch etwas mehr Zeit haben», so Dreyer.

Football, Schwingen und Skirennen unter einem Dach

Mit diversen Sportutensilien als Dekoobjekte soll das «Henry's» einen Museums-Charakter erhalten. Zu sehen gibt es Ausstellungsstücke von der Schweizer Sportprominenz als auch von lokalen Vereinssportlern. So wird neben dem «On»-Schuh von Roger Federer auch ein Handballschuh des Stadtammanns an der Wand hängen. Dreyer, der Markus Schneider noch als Sportlehrer-Kollegen kennt, hat ihm den Auftrag gegeben, seinen ältesten Sportschuh auszugraben.

Lange haben Affolter und Klasen an einem System herausgetüftelt, mit dem sie die 16 Bildschirme der neuen Sportsbar «on demand» mit Sportsendern aus verschiedenen TV-Boxen bespielen können. Nun sei die Steuerung über einen zentralen Computer möglich, sagt Affolter. So könne beispielsweise ein Vereinsteam nach dem Training im Lokal vorbeikommen und sich das Wunschprogramm am gemeinsamen Tisch gleich selbst aussuchen.

Und: Die Bar ist sieben Tage in der Woche geöffnet. «Der Sonntag ist der wichtigste Sporttag», sagt Dreyer. Neben US-Football am Sonntagabend, sollen auch Schweizer-Sportklassiker wie das eidgenössische Schwingfest oder das Lauberhornrennen ab 8 oder 9 Uhr morgens gezeigt werden.

«Bühne frei» für Lokaltalente

Die Bühne im "Henry's" ist auch als Plattform für lokale Talente gedacht.

Die Bühne im "Henry's" ist auch als Plattform für lokale Talente gedacht.

Rahel Künzler

Nebst Sportübertragungen will sich das «Henry's» auch mit Livemusik einen Namen machen. Die von Stadtfest-Auftritten und den LWB-«Nashville Nights» bekannte «Hausband» erhält auf der Sportsbar-Bühne eine neue Heimat. Beth Beighey, Marcel Schwegler, Peter Finc, Sämi Schmid und Marco Seeberger werden mindestens einmal im Monat auftreten. Die Bühne ist ausserdem als Plattform für regionale Bands, Hobbymusikerinnen, und junge Talente gedacht. Affolter sagt:

«Jeder, der mit seiner Gitarre eine Stunde spielen möchte, kann sich über unsere Website bewerben.»