Baden
Parkhäuser sollen der Stadt Geld einbringen, aber nicht nur: «Wir wollen keine schwarzen Löcher»

Die Parkhäuser Ländli und Theaterplatz gehören zur Hälfte der Stadt Baden. Diese hat nun Ziele definiert, die sie mit ihnen verfolgt.

Philipp Zimmermann
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Das Parkhaus Ländli ging im Jahr 1983 in Betrieb, wurde aber mehrfach modernisiert.

Das Parkhaus Ländli ging im Jahr 1983 in Betrieb, wurde aber mehrfach modernisiert.

Bild: Alex Spichale (4.3.2021)

Die Eigentümerstrategie zur Parkhaus Ländli AG ist die letzte, die der Stadtrat noch dem Einwohnerrat vorlegen muss. Das geschieht nun: Das Badener Parlament wird an seiner nächsten Sitzung vom Dienstag, 23. März, darüber befinden.

Die Stadt ist mit 50 Prozent an der Aktiengesellschaft beteiligt, so wie schon bei der Gründung der Parkhaus Ländli AG im September 1980. Die andere Hälfte befindet sich in Streubesitz. Die Aktiengesellschaft betreibt neben dem gleichnamigen Parkhaus (1983 eröffnet) auch das Parkhaus Theaterplatz (2007 eröffnet).

Die Einfahrt zum Parkhaus Ländli.

Die Einfahrt zum Parkhaus Ländli.

Bild: Alex Spichale

Für den technischen Unterhalt ist die Abteilung Immobilien der Stadtverwaltung zuständig. Der Stadtrat hat kein Interesse, an der Beteiligung zu rütteln – im Gegenteil. «Für Baden als Regionalstadt mit Zentrumsfunktion und als Einkaufsstadt ist ein modernes Parkplatzangebot wichtig», unterstreicht Stadtammann Markus Schneider (Die Mitte).

Was bedeutet ein modernes Parkplatzangebot konkret? «Parkhäuser dürfen keine schwarzen Löcher sein», sagt der Stadtammann. Und weiter:

«Die Parkhäuser müssen gut beleuchtet sein.»

Das subjektive Sicherheitsempfinden kann aber auch durch geeignete bauliche oder betriebliche Massnahmen gestärkt werden, etwa durch Parkplätze eigens für Frauen und für jene Menschen, die in der Mobilität eingeschränkt sind. Mit der Eigentümerstrategie schafft der Stadtrat eine Verbindlichkeit: «Wir bekräftigen, dass wir an diesen Zielen weiterarbeiten.»

Seit vergangenem Oktober weist das Parkhaus Ländli eine technische Neuerung aus, die dazu passt: Alle 360 Parkplätze sind seither mit einer LED-Anzeige versehen, die zwischen grün (frei) und rot (besetzt) wechselt. 100'000 Franken kostete dieses Parkleitsystem, das den Suchverkehr reduzieren soll. Behindertenparkplätze haben eine blaue LED-Anzeige. Die Parkhäuser Ländli und Theaterplatz (250 öffentliche Parkplätze) verfügen seit März 2019 über je zwei Ladestationen für Elektrofahrzeuge.

Ein Kassenautomat im Parkhaus Ländli.

Ein Kassenautomat im Parkhaus Ländli.

Bild: Alex Spichale

Das Parkhaus Theaterplatz, mitten im Stadtzentrum, soll für Kurzzeit-Parkierer attraktiv sein, das Parkhaus Ländli an der Einfallsachse Zürcherstrasse soll auch von Pendlerinnen und Pendlern genutzt werden. Die Stadt Baden will mit den beiden Parkhäusern aber auch eine regelmässige Dividende erzielen. Markus Schneider:

«Im vergangenen Jahr haben wir erstmals eine Dividende von 75'000 Franken erhalten.»

Das soll so bleiben. «Die Wertschöpfung ist uns auch wichtig.» In den Vorjahren zahlte die Parkhaus Ländli AG keine Dividende aus. Bewusst verzichtet hat der Stadtrat dagegen in der Eigentümerstrategie auf die Formulierung von Umwelt- und Nachhaltigkeitszielen, welche einer Zunahme des motorisierten Individualverkehrs (MIV) auf dem Stadtgebiet entgegenwirken sollen. Die Absicht, den Anteil des MIV in Baden zu Gunsten von Fuss-, Velo- oder öffentlichem Verkehr zu reduzieren, ist bereits im Reglement Mobilität festgehalten.