Baden
Selbstfahrende Elektrobusse zum Thermalbad? Der Stadtrat hat einen Entscheid gefällt

Erst die Idee einer Seilbahn, nun das Projekt für autonome Kleinfahrzeuge ins Bäderquartier: Die Badener Regierung hat sich mit dem Vorschlag eines bekannten Unternehmers befasst. Die Antwort fällt nicht so aus, wie sie sich die Initianten erhofft hatten.

Pirmin Kramer
Drucken
Teilen
Elektro-Kleinbusse ohne Chauffeur könnten ins Bäderquartier fahren, so die Idee.

Elektro-Kleinbusse ohne Chauffeur könnten ins Bäderquartier fahren, so die Idee.

Zvg / Aargauer Zeitung

Wie gelangen die Hunderttausenden Badegäste pro Jahr ins neue Thermalbad? Die Stadt setzt auf Busse und hofft gleichzeitig, dass so viele Menschen wie möglich ins «Fortyseven» laufen. Seit Jahren werden aber alternative Ideen vorgeschlagen. Die Seilbahn, die der Direktor der Regionalen Verkehrsbetriebe Baden-Wettingen ins Spiel brachte, wird wohl nicht die Lösung sein: Der Stadtrat zweifelt wegen des Ortsbild- und Denkmalschutzes an der Bewilligungsfähigkeit des Vorhabens und verzichtet darauf, einen aktiven Part zu übernehmen.

Eine weitere Transport-Idee wird nun vom Stadtrat abgelehnt: Selbstfahrende Elektrobusse vom Bahnhof zum Thermalbad. Die Idee dazu hatten FDP-Einwohnerrat Stefan Jaecklin und der bekannte Badener Unternehmer Werner Eglin. Gemäss ihrer Vorstudie wäre das Projekt umsetzbar. Jaecklin argumentierte: «Die Strecke vom Metroshop zu den Bädern ist verkehrstechnisch überhaupt nicht komplex. Mit der heutigen Technologie ist sie autonom erschliessbar. Hinzu kommt: Wir sind eine Elektroindustrie-Stadt.»

«Pilotprojekt bringt Baden keine Vorteile»

Baden sei darum prädestiniert dafür, diese Idee weiterzuentwickeln, so Jaecklin. Im Stadtparlament kam die Idee vergangenen Dezember gut an, weswegen sich nun der Badener Stadtrat damit befasste. Die Antwort fällt nun nicht so aus, wie sich dies die Initianten erhofft hatten. Der Stadtrat hält in seiner Antwort fest:

«Ein kostenintensives Pilotprojekt mit selbstfahrenden Kleinbussen aufzugleisen, bietet der Stadt Baden keine Vorteile für eine bessere und nachhaltigere ÖV-Erschliessung.»

Ein Pilotprojekt würde hohe Kosten auslösen, «da in jedem der selbstfahrenden Busse aus Sicherheitsgründen eine Begleitperson im Fahrzeug anwesend sein muss.»

Und weiter argumentiert der Stadtrat: Gemäss dem Bundesamt für Strassen (Astra) erlaube der heutige Stand der Technik es noch nicht, fahrerlose Fahrzeuge kommerziell zu nutzen. Selbstfahrende Kleinbusse seien in der Schweiz nur als Pilotprojekte möglich. «Einzelne Transportunternehmen in der Schweiz haben in den vergangenen Jahren mit selbstfahrenden Bussen Versuche gemacht. Bis fahrerlose Systeme etabliert sind, könnten aber noch Jahre vergehen.» Aufgrund ihrer tiefen Höchstgeschwindigkeit und ihrer kleinen Kapazität sei ihr Einsatz vor allem in ländlichen Gebieten, verkehrsberuhigten Quartieren oder weitläufigen Arealen sinnvoll.

«Wir mussten mit einer solchen Antwort rechnen»

FDP-Einwohnerrat Stefan Jaecklin.

FDP-Einwohnerrat Stefan Jaecklin.

Alex Spichale / BAD

Stefan Jaecklin antwortet auf die Frage, wie gross die Enttäuschung sei, wie folgt: «Sie hält sich in Grenzen. Wir mussten mit einer Antwort in dieser Art rechnen, denn es hat sehr lange gedauert, bis sich der Stadtrat nun zur Idee geäussert hat. Wir hätten uns gewünscht, dass die Stadt Baden eine Pionierrolle einnimmt und das Pilotprojekt lanciert. Leider fehlt es dem Stadtrat am Mut.»

Aktuelle Nachrichten